Fal­sche Po­li­zis­ten un­ter­wegs

Te­le­font­rick. Fal­sche Po­li­zis­ten nah­menSpar­bü­cher mit / Ins­ge­samt 37 sol­che Fäl­le in­Wi­en

Kurier - - Erste Seite - VON DA­NI­EL MELCHER

In­Wi­en ge­ben sich der­zeit Be­trü­ger als Er­mitt­ler aus und ha­ben 700.000 Eu­ro er­beu­tet.

Die Er­mitt­ler des Lan­des­kri­mi­nal­amts­Wi­en sind der­zeit mit Dut­zen­den Be­trugs­fäl­len kon­fron­tiert. Wie be­reits be­rich­tet, kam es in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten wie­der­holt zu Fäl­len, bei de­nen fal­sche Po­li­zis­ten Wie­nern Geld und Wert­ge­gen­stän­de ab­ge­knöpft hat­ten.

Der ak­tu­ells­te Fall spiel­te sich am Di­ens­tag ab. Ge­gen 19.30 Uhr läu­te­te bei ei­ner Wie­ner­i­nimBe­zir­kOt­ta­kring das Te­le­fon. An der Lei­tung gab sich ein an­geb­li­cher Er­mitt­ler zu er­ken­nen. Der Mann er­zähl­te der Frau, dass die Po­li­zei ei­ner Ein­bre­cher- ban­de auf den Fer­sen sei und die­se auch die Wie­ne­rin im Vi­si­er­ha­bendürf­te. Da­ei­ni­ge Ver­däch­ti­ge noch auf der Flucht sei­en, wür­de man sich gro­ße Sor­gen ma­chen.

Des­halb frag­te der Mann aman­de­renEn­de­derLei­tung die Frau, wel­che Wert­ge­gen­stän­de sie be­sitzt. Um sich zu ver­ge­wis­sern, dass al­le Ge­gen­stän­de noch da sind, wür­den die Er­mitt­ler vor­bei­schau­en.

Die Tä­ter dürf­ten sich wäh­rend sol­cher Te­le­fo­na­te be­reits in der Nä­he der Op­fer be­fin­den. „We­ni­ge Mi­nu­ten nach dem An­ruf steht der fal­sche Po­li­zist be­reits bei den Be­trof­fe­nen“, schil­dert Po­li­zei­spre­cher Da­ni­el Fürst. So auch am Di­ens­tag. Ein wei­te­rer Ver­däch­ti­ger klopf­te kei­ne zwei Mi­nu­ten spä­ter bei der Frau an, dieWie­ne­rin öff­ne­te die Tür. Da­nach über­gab die be­tag­te Da­me dem Be­trü­ger ih­re Spar­bü­cher im Wert von 300.000 Eu­ro. Die an­geb­li­chen Be­am­ten mein­ten, dass sie al­les gleich wie­der brin­gen wür­den. Doch die fal­schen Po­li­zis­ten tauch­ten nicht mehr auf.

700.000 Eu­ro Scha­den

Laut Po­li­zei wür­den sich sol­che Be­trugs­fäl­le der­zeit häu­fen. „Ak­tu­ell konn­ten die Tat­ver­däch­ti­gen 37 Be­trü­ge­rei­en voll­enden“, sagt Fürst. Der Ge­samt­scha­den be­läuft sich auf 700.000 Eu­ro.

Auch der so­ge­nann­te Kau­ti­onstrick mach­te in den ver­gan­ge­nen Wo­chen und Mo­na­te ver­mehrt die Run­de. Bei die­sem ge­ben sich Ga­no­ven ver­stärkt als Po­li­zis­ten aus und gau­keln ih­ren Op­fern vor, Ver­wand­te oder Be­kann­te­wä­renin­ei­ner­heik­len La­ge. Meist schil­dern die fal­schen Er­mitt­ler, dass die Ver­wand­ten an­geb­lich fest­ge­nom­men wur­den oder in ei­nen Ver­kehrs­un­fall ver­wi­ckelt wa­ren. Da­her wür­de drin­gend Geld für ei­ne Kau­ti­on oder ei­ne Streit­bei­le­gung be­nö­tigt. In Linz wur­den ei­ner 80-jäh­ri­gen Frau im No­vem­ber da­durch 50.000 Eu­ro ab­ge­luchst. Die Se­nio­rin hät­te für ih­re Kin­der, die an­geb­lich in Un­ter­su­chungs­haft sit­zen, ei­ne Kau­ti­on hin­ter­le­gen sol­len.

DieWie­ner Po­li­zei warnt jetzt mög­li­che wei­te­re Op­fer und rät zu fol­gen­den Tipps:

– Sen­si­bi­li­sie­ren Sie Ih­re Ver­wand­ten und Be­kann­ten. Ma­chen Sie Ihr Um­feld auf die­se Be­trü­ge­rei­en auf­merk­sam und ver­hin­dern Sie so wei­te­re Straf­ta­ten.

– Po­li­zis­ten for­dern bei Er­mitt­lun­gen am Te­le­fon kein Bar­geld bzw. ei­neÜber­ga­be. – Bre­chen Sie das Te­le­fo­nat so­fort ab und ru­fen Sie un­ver­züg­lich 133 an.

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