Künst­li­che Haut lässt Ro­bo­ter füh­len

Start-up. Blu­eDa­nu­beRo­bo­tics will die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schenMensc­h und Ma­schi­ne si­cher­er­ma­chen

Kurier - - Futurezone.at - VON PATRICK DAX

Ro­bo­ter ar­bei­ten zu­neh­mend mit Men­schen zu­sam­men. Sie brin­gen schwe­re Ma­schi­nen­tei­le in Po­si­ti­on, di­e­da­na­ch­vonMen­schen­be­ar­bei­tet und zu­sam­men­ge­setzt wer­den. „Der Ro­bo­ter über­nimmt­die­kör­per­li­ch­an­stren­gen­de Tä­tig­keit, der Mensch macht die Fein­ar­beit“, sagt Tobias Fer­ner, Chief Tech­no­lo­gy Of­fi­cer bei Blue Da­nu­be Ro­bo­tics. Das Wie­ner Start-up hat ei­ne Lö­sung ent­wi­ckelt, mit der die Si­cher­heit bei der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Mensch und Ma­schi­ne ver­bes­sert wer­den soll. Die Ro­bo­ter­haut Airs­kin ist ei­ne mit Sen­so­ren ver­se­he­ne künst­li­che Haut, die an ex­po­nier­te Stel­len von Ro­bo­tern mon­tiert wird. Sie re­agiert auf Be­rüh­run­gen und stoppt die Ma­schi­ne so­fort, wenn sie mit mensch­li­chen Mit­ar­bei­tern in Kon­takt kommt. Für sei­ne Lö­sung wur­de Blue Da­nu­be Ro­bo­tics am Don­ners­tag mit dem Li­ving Stan­dards Award von Aus­tri­an Stan­dards aus­ge­zeich­net.

Sen­so­ren

In der her­kömm­li­chen Ro­bo­tik wür­den Ro­bo­ter in ei­nem ge­schlos­se­nen Be­reich, et­wa hin­ter Zäu­nen, ar­bei­ten, er­läu­tert Fer­ner. So­bald die­ser Kä­fig ge­öff­net wer­de, wer­de derRo­bo­ter­au­ßerBe­trieb­ge­setzt. Sen­so­rik, um Kol­li­sio­nen zu er­ken­nen, ge­be es üb­li­cher­wei­se kei­ne. Die Ro­bo­ter­haut sei­nes Start-ups hin­ge­gen er­mög­li­che es, dass Men­schen und Ro­bo­ter in ei­ne­mAr­beits­raum­si­cher­zu­sam­men­ar­bei­ten könn­ten. Ur­sprüng­lich woll­te das von Stu­den­ten der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät (TU) Wi­en ge­grün­de­te Un­ter­neh­men selbst Ro­bo­ter bau­en. Die Ent­wick­lung ei­nes kom­plet­ten­Ro­bo­ters­sei­a­ber­sehr­kos­ten­in­ten­siv, sagt Fer­ner. „Wir ha­ben ge­merkt, dass es gro­ßes In­ter­es­se aus der In­dus­trie an be­rüh­rungs­sen­si­ti­ven Ro­bo­tik­lö­sun­gen gibt. Dar­auf bau­en wir jetzt auf.“

Zum Ein­satz kommt die Lö­sung­vor­wie­gen­din der In­dus­trie. Zu den Kun­den des Un­ter­neh­mens zäh­len der Kon­sum­gü­ter­kon­zern Hen­kel, der Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rer Ma­gnaund­derVer­pa­ckungs­mit­tel­her­stel­ler Op­ti­ma.

Welt­markt imVi­sier

Der­zeit streckt das Start-up sei­ne Füh­ler nach Asi­en und Nord­ame­ri­ka aus. „Wir wol­len uns am Welt­markt eta­blie­ren“, sagt Fer­ner. In Ja­pan et­wa sei die Zu­sam­men­ar­beit­mitRo­bo­ternauch­des­halb­re­le­vant, weilFach­ar­bei­ter­man­gel herr­sche.

Die Skep­sis und die Angst vor der Au­to­ma­ti­sie­rung sei zwar ver­ständ­lich, sag­tFer­ner, ha­be­a­ber­mit­der Rea­li­tät­nicht­viel­zu­tun.„Die Vor­stel­lung, die man von Ro­bo­tern hat, ist ei­ne Hol­ly­wood-Vor­stel­lung. Die tat­säch­li­chen Mög­lich­kei­ten sind viel li­mi­tier­ter. Ro­bo­ter sind nicht mehr als be­weg­li­che Ma­schi­nen mit ein biss­chen In­tel­li­genz.“

In­ter­es­se an der Tech­no­lo­gie des Start-ups ge­be es auch­aus­derMe­di­zin­tech­nik, er­zählt Fer­ner. Ist der Ein­satz in der Pfle­ge vor­stell­bar? In Zu­kunft sei das mög­lich. Um­ge­bun­gen im pri­va­ten Be­reich sei­en al­ler­dings viel kom­ple­xer. „Es ste­hen Ge­gen­stän­de her­um, Haus­tie­re lau­fen durch die Woh­nung. In­dus­tri­el­leUm­ge­bun­gen sind vor­her­seh­ba­rer.“

Noch sei­en nicht al­le Fra­gen in der Mensch-Ro­bo­terKol­la­bo­ra­ti­on ge­löst, meint Fer­ner. Wenn es et­wa scharf­kan­ti­ge Werk­stü­cke ge­be, die von den Ro­bo­tern ge­ho­ben wer­den, sei es ei­ne Her­aus­for­de­rung, das si­cher zu ma­chen: „Wir wol­len auch da­zu­un­ter­stüt­zen­deTech­no­lo­gi­en ent­wi­ckeln.“

Al­gen­un­dSchnul­ler

Der stei­ri­sche An­la­gen­bau­er BDI-Bi­oE­ner­gy In­ter­na­tio­nal wur­de für die Ent­wick­lung ei­ner In­dus­trie­an­la­ge zur Pro­duk­ti­on von Al­gen­bio­mas­se aus­ge­zeich­net, die die stand­ort­un­ab­hän­gi­ge und kon­stan­tePro­duk­ti­on­vonAl­gen­roh­stof­fen si­cher­stellt. Die Fir­ma MAM Ba­by­ar­ti­kel konn­te die Ju­ry mit ei­nem si­che­ren Schnul­ler über­zeu­gen.

Der ober­ös­ter­rei­chi­sche Nah­rungs­mit­tel­her­stel­ler S.Spitz er­hielt ei­nen Preis für die Wei­ter­ent­wick­lung von Bar­codes, mit de­nen die Trans­pa­renz in der Lie­fer­ket­te er­höht wird. Prä­miert­wur­de auch ei­ne Lö­sung des deut­schen Ma­schi­nen­bau­ers Voith Pa­per. Sie kom­bi­niert Ma­schi­nen der Pa­pier- und Tex­til­in­dus­trie für die Her­stel­lung vonIn­kon­ti­nenz­pro­duk­ten.

Airs­kin, die mit Sen­so­ren ver­se­he­ne, künst­li­che Ro­bo­ter­haut des Wie­ner Start-ups Blue Da­nu­be Ro­bo­tics, re­agiert auf Be­rüh­run­gen

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