F. Hu­e­mer sieht nicht im E-Au­to, son­dern im Brenn­stoff­zel­len­au­to die Zu­kunft.

Kurier - - Oberösterr­eich - 10/ 11

schon 2014 be­gon­nen hat, als Mar­kus Vor­stands­mit­glied ge­wor­den ist. Ich ha­be mir in der Zwi­schen­zeit auch an­de­re Ak­ti­vi­tä­ten ge­sucht.

Sie kom­men noch im­mer je­den Tag ins Bü­ro?

Für die ers­ten paarWo­chen gilt dies tat­säch­lich. Ich er­lau­be mir viel­leicht den Lu­xus in der Früh ein paar Mi­nu­ten spä­ter zu kom­men und auch frü­her das Bü­ro zu ver­las­sen. Durch die Ak­ti­vi­tä­ten, die ich mir in den letz­ten Jah­ren auf­ge­baut ha­be (Im­mo­bi­li­en, Glo­beAIR), wer­de ich auch in der Zu­kunft im We­sent­li­chen ei­nen Full­time-Job ha­ben.

Die Au­to­mo­bil­in­dus­trie ist ei­ne har­te Bran­che, wie se­hen Sie dies aus Ih­rer Er­fah­rung?

Sie ist si­cher ei­ne der här­tes­ten Bran­chen, die es gibt. Es ist die be­son­de­re Po­si­ti­on un­se­rer Kun­den, wir sind auf Grund we­ni­ger, da­für aber sehr gro­ßer Kun­den na­tür­lich in ei­ner ge­wis­sen Ab­hän­gig­keitund­be­we­gen­uns­nicht wirk­lich auf Au­gen­hö­he. In­no­va­tio­nen, Kos­ten­struk­tur, aber auch der ge­ne­rel­le Um­gang auf per­sön­li­cher Ebe­ne mit den Kun­den sind wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für den Er­folg. In Kurz­form: Man braucht den Dau­men der wich­tigs­ten Kun­den nach oben.

Was ist der Grund für Ih­ren Er­folg?

So­ei­neFra­geist­grund­sätz­lich schwie­rig zu be­ant­wor­ten. Mei­ner Mei­nung nach ist es ei­ne Mi­schung aus har­ter Ar­beit, Ri­si­ko­be­reit­schaft, na­tür­li­chauchGe­spür­für­einGe­schäft in­klu­si­ve Ver­hand­lungs­ge­schick, auch Glück und zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort zu sein ge­hö­ren da­zu. Was mich ver­mut­lich je­doch am meis­ten aus­zeich­net und von vie­len un­ter­schei­de­tist, das­si­chim­mer­nach dem Grund­satz ge­lebt ha­be, Chan­cen nüt­zen und Pro­ble­me meis­tern. Je­der Mensch hat in sei­nem Le­ben Chan­cen und je­der hat Pro­ble­me. Ich ha­be mei­ne Chan­cen ge­nützt, die Pro­ble­me ge­meis­tert, vie­le an­de­re las­sen Chan­cen vor­bei­ge­hen und jam­mern über die Pro­ble­me. Ein wei­te­rer Fak­tor ist bei mir wahr­schein­lich auch

„Mein Grund­satz lau­tet: Die Chan­cen nüt­zen und die Pro­ble­me meis­tern.“

mei­ne ex­trem aus­ge­präg­te Ein­satz­be­reit­schaft, wel­che mei­ner Her­kunft ent­springt. Ich kom­me aus­gan­z­ar­menVer­hält­nis­sen, mir wur­de nichts ge­schenkt und ha­be mir al­les sel­ber er­ar­bei­tet.

Wie hat sich Ih­re Her­kunft aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­se in der Fir­ma aus­ge­wirkt?

Na­tür­lich war ich auf Grund mei­ner Her­kunft nicht ge­ra­de zum Un­ter­neh­mer ge­bo­ren. Als ich mich 1986 mit da­mals 29 Jah­ren selbst­stän­dig ge­macht­ha­be, war­meinZiel, ein Un­ter­neh­men mit 2030 Mit­ar­bei­tern auf­bau­en zu wol­len. Da ich die­ses Ziel nach zwei Jah­ren schnel­ler als ge­plant er­reicht hat­te, ha­be ich mir neu­eZie­le­ge­setzt­und­soist das schritt­wei­se wei­ter­ge­gan­gen. Mei­ne per­sön­li­che Wei­ter­ent­wick­lung kann ich mit „Le­arning by Do­ing“be­schrei­ben. Ich bin mit der Auf­ga­ben­stel­lung ge­wach­sen, mei­ne über­durch­schnitt­li­che Ein­satz­be­reit­schaft hat sich im­mer dann ge­zeigt, wenn Pro­ble­me an­stan­den. Je grö­ßer die Pro­ble­me wa­ren, um­so stär­ker bin ich warm­ge­lau­fen. Das hat mich ge­prägt und ist Ba­sis für den Er­folg.

Die Au­to­mo­bil­in­dus­trie ist we­gen des Die­selskan­dals in der Kri­se. Wie stark spü­ren Sie sie?

Bis An­fang letz­ten Jah­res ha­ben wir er­freu­li­cher­wei­se prak­tisch nichts ge­spürt, ob­wohl­wir­be­kannt­lich ei­nen nen­nens­wer­ten An­tei­lun­ser­sUm­sat­zes­mit Mo­tor­tei­len aus Kunst­stoff und über­wie­gend für Die­sel­mo­to­ren her­stel­len. ErstinVer­bin­dungmit­dem The­ma WLTP-Prüf­norm (Mes­sung des Fahr­zeug­ver­brauchs und des Aus­sto­ßes) sind wir zu­letzt sehr deut­lich und ne­ga­tiv be­trof­fen. Vor dem in Kraft tre­ten wur­den Au­to­käu­fe vor­ge­zo­gen, durch die Ten­denz zum Ben­zin­an­stel­le Die­sel­mo­tor, konn­ten wir da­von lei­der nicht pro­fi­tie­ren. Mit In­kraft­tre­ten von WLTP ha­ben uns teil­wei­se stark

Po­ly­tec ist durch Zu­käu­fe groß ge­wor­den. Haupt­ei­gen­tü­mer Hu­e­mer setzt auf wei­te­re Ak­qui­si­tio­nen.

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