Zwi­schen­nut­zung.

Die Hal­le soll ein wei­te­res Jahr als Kul­tur­zen­trum die­nen. Zu­min­dest die För­de­rung ist zu­ge­sagt

Kurier - - Wien - VON STEFANIE RACHBAUER

Das Nord­bahn­vier­tel wächst – und das bringt auch Kon­flik­te mit sich. Ei­ner da­von dreht sich um die Nord­bahn­hal­le – die zu­letzt als Kul­tur­stät­te be­spielt wur­de. Er hängt in­di­rekt mit ei­nem zwei­ten Dis­put zu­sam­men, der die Stra­ßen­bahn­li­nie O be­trifft. In bei­den Fäl­len ha­ben Bür­ger hun­der­te Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt. Und ein Ein­len­ken der Stadt er­reicht – zu­min­dest teil­wei­se.

Aber der Rei­he nach: Im Jahr 2017 er­hielt das Stadt­ent­wick­lungs­ge­biet auf dem Are­al des ehe­ma­li­gen Nord­bahn­hofs in der Leo­pold­stadt ein kul­tu­rel­les Zen­trum. Un­ter der Füh­rung von Stu­den­ten der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wi­en (TU) zo­gen un­ter an­de­rem Werk­stät­ten, Ver­an­stal­tungs­flä­chen und ei­ne Kan­ti­ne in ei­ne vor­ma­li­ge La­ger­hal­le un­weit der Ta­bor­stra­ße ein. Schon da­mals war klar: Die­se Nut­zung ist zeit­lich be­grenzt – kon­kret bis zum Ab­riss der Hal­le, der Platz für die Um­kehr­schlei­fe der ver­län­ger­ten Li­nie O schaf­fen soll­te.

An­fang Au­gust war es so­weit – zum Leid­we­sen der „IG Nord­bahn­hal­le“. Die Initia­ti­ve ver­lang­te laut­stark den dau­er­haf­ten Er­halt der Hal­le. Mit ei­ner Pe­ti­ti­on, die mehr als 500 Bür­ger un­ter­schrie­ben, wand­te sie sich an den Ge­mein­de­rat – der zu­stän­di­ge Aus­schuss be­han­del­te sie am Di­ens­tag (das Er­geb­nis wird heu­te, Mitt­woch be­kannt ge­ge­ben).

Un­ab­hän­gig da­von ha­ben die Nord­bahn­hal­len-Fans in­zwi­schen ei­nen Etap­pen­sieg er­run­gen. Ge­schleift wird näm­lich nur der vor­de­re Teil des Ge­bäu­des – vor­erst. „Mit dem Kul­tur­res­sort und der ÖBB (der Ei­gen­tü­me­rin des Grund­stücks, Anm.) ist ei­ne wei­te­re ein­jäh­ri­ge Zwi­schen­nut­zung ver­ein­bart“, sagt die grü­ne Pla­nungs­stadt­rä­tin Bir­git He­bein.

För­der­zu­sa­ge

Wie die Hal­le künf­tig be­spielt wer­den könn­te, prüft der­zeit die Bau­di­rek­ti­on. Ei­ne wei­te­re Zwi­schen­nut­zung ist näm­lich nicht so ein­fach mög­lich. Das Pro­blem: Mit dem Teil­a­briss er­lischt ei­ne Son­der­re­ge­lung, wo­nach das Ge­bäu­de nur re­la­tiv nied­ri­ge tech­ni­sche An­for­de­run­gen – et­wa die Elek­trik be­tref­fend – er­fül­len muss. Nach­zu­bes­sern, wä­re teu­er, sagt Hans-Chris­ti­an Heint­schel von der Bau­di­rek­ti­on.

Für den Be­trieb selbst steht je­den­falls schon Geld be­reit: „Das Kul­tur­res­sort wür­de 100.000 Eu­ro För­de­rung zur Ver­fü­gung stel­len“, teilt das Bü­ro von Kul­tur­stadt­rä­tin Ve­ro­ni­ca Kaup-Has­ler (SPÖ) auf KURIERAn­fra­ge mit. Dass die Nord­bahn­hal­le dau­er­haft bleibt, ist trotz­dem un­wahr­schein­lich. „Die­se Flä­che ist be­reits für Grün­raum für die tau­sen­den künf­ti­gen Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner des Nord­bahn­hof-Are­als vor­ge­se­hen“, sagt Stadt­rä­tin He­bein.

Zu­min­dest die Idee könn­te aber wei­ter­le­ben: im denk­mal­ge­schütz­ten Was­ser­turm ne­ben der Hal­le. Der­zeit hau­sen dort Tau­ben. Wenn im Jahr 2023 die Bau­ar­bei­ten für die 2.100 an­gren­zen­den Woh­nun­gen ab­ge­schlos­sen sind, soll er sa­niert wer­den. Wie er ge­nutzt wird, ist noch of­fen. Aber: „Das An­sin­nen ist, dass sich der Geist der Nord­bahn­hal­le sagt Heint­schel.

Ei­nen Teil­er­folg gibt es auch im zwei­ten Kon­flikt. Mehr als 700 Per­so­nen for­dern in ei­ner On­li­ne-Pe­ti­ti­on ein be­grün­tes Gleis (ein so­ge­nann­tes Ra­sen­gleis) für die neue Stra­ßen­bahn­rou­te ins Nord­bahn­vier­tel. Die Li­nie O be­kommt bis 2020 ab dem Pra­ter­stern vier neue Hal­te­stel­len und 1,4 Ki­lo­me­ter Stre­cke da­zu. Geht es nach den Un­ter­zeich­nern, soll die Bim auf Ra­sen­glei­sen fah­ren. Al­ler­dings: Der Bau kommt um 30 Pro­zent teue­rer als die her­kömm­li­che Va­ri­an­te – bis­lang woll­te nie­mand die Mehr­kos­ten tra­gen. Nun ver­han­deln Wie­ner Li­ni­en, Stadt und Be­zirk doch wei­ter – das Er­geb­nis soll in den nächs­ten Wo­chen fest­ste­hen. nicht ver­flüch­tigt“, So sah die Nord­bahn­hal­le bis Au­gust aus – in­zwi­schen hat der Ab­bruch be­gon­nen

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