Ein phil­har­mo­ni­sches Vor­spiel zum Auf­takt und zum Ab­schied

Kurier - - KULTUR - PE­TER JAROLIN

Kri­tik. Am kom­men­den Mitt­woch (25. Sep­tem­ber) star­tet der Wie­ner Mu­sik­ver­ein of­fi­zi­ell in die neue Spiel­zeit. Mit den Wie­ner Sym­pho­ni­kern un­ter der Lei­tung ih­res Noch-Chef­di­ri­gen­ten Phil­ip­pe Jor­dan, der ja be­kannt­lich als Mu­sik­di­rek­tor an die Staats­oper wech­seln wird. Und die Sai­son 2019/’20 ist auch die letz­te von Thomas An­gyan als Ge­ne­ral­se­kre­tär der Ge­sell­schaft der Mu­sik­freun­de – er zieht sich nach 32 höchst er­folg­rei­chen Jah­ren als In­ten­dant zu­rück.

Qua­si als Vor­spiel zum un­mit­tel­bar be­vor­ste­hen­den Auf­takt (und zu den Ab­schie­den) star­te­ten am Wo­che­n­en­de be­reits die Wie­ner Phil­har­mo­ni­ker in den Rei­gen ih­rer ex­klu­si­ven Abon­ne­ment­kon­zer­te: Mit ei­nem et­was sper­ri­gen Pro­gramm und Da­ni­el Har­ding am Pult des Eli­te­or­ches­ters.

Sper­rig? Ja, denn die vier­te Sym­pho­nie in a- Moll von Je­an Si­be­li­us ist al­les an­de­re als ein „Rei­ßer“. Ent­stan­den am Vor­abend des Ers­ten Welt­kriegs lo­tet der fin­ni­sche Kom­po­nist hier in vier Sät­zen sei­ne ei­ge­nen In­nen­wel­ten aus. Da las­sen in An­sät­zen ein Richard Wa­gner oder ein Clau­de De­bus­sy grü­ßen; Si­be­li­us selbst ver­packt sei­ne Zu­kunfts­zwei­fel in meist ele­gi­sche, breit da­hin­flie­ßen­de Me­lo­di­en, die bei Har­ding und den si­che­ren Phil­har­mo­ni­kern je­doch noch viel brei­ter (und lang­sa­mer) als nö­tig er­klan­gen. Die­ses Werk lässt sich al­ler Lar­mo­yanz zum Trotz poin­tier­ter und auch viel dring­li­cher dar­stel­len.

Ähn­li­ches galt nach der Pau­se auch für Gus­tav Mah­lers vier­te Sym­pho­nie in GDur, die bei Har­ding zwar sehr ru­he­voll, aber nur sel­ten leicht­fü­ßig da­her­kam. Auch die so­li­de So­pra­nis­tin Chris­tia­ne Karg und die hier herr­lich auf­spie­len­den Phil­har­mo­ni­ker hat­ten bei Har­dings (le­gi­ti­mer) Les­art kei­nen all­zu leich­ten Stand. Fa­zit: Jetzt kann es aber wirk­lich los­ge­hen. KU­RI­ER-Wer­tung:

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