Mord­op­fer wur­de mit Plas­tik­fo­lie er­stickt

Su­che nach Mo­tiv. Ban­ker soll Kopf von wohl­ha­ben­der Kun­din mit Cel­lo­phan um­wi­ckelt ha­ben

Kurier - - ÖSTERREICH - PATRICK WAMMERL

Die wohl­ha­ben­de Pen­sio­nis­tin wur­de mit ei­nem prall ge­füll­ten Spar­strumpf k.o. ge­schla­gen und an­schlie­ßend mit Frisch­hal­te­fo­lie ge­walt­sam er­stickt.

Die­ses un­er­war­te­te Er­geb­nis hat am Wo­chen­en­de die Ob­duk­ti­on je­ner 85-jäh­ri­gen Frau aus Tho­mas­berg im Be­zirk Neun­kir­chen ge­bracht, die ver­gan­ge­ne Wo­che ver­mut­lich von ih­rem ei­ge­nen Bank- und Ver­mö­gens­be­ra­ter auf ih­rem An­we­sen ge­tö­tet wur­de. Bei der Ob­duk­ti­on des Leich­nams wur­de von Ge­richts­me­di­zi­ner Wolf­gang Denk „ge­walt­sa­mes Er­sti­cken“als To­des­ur­sa­che fest­ge­stellt, be­stä­tigt der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft Wie­ner Neu­stadt. „Es dürf­te ei­ne Plas­tik­fo­lie da­für ver­wen­det wor­den sein“, so Erich Ha­bitzl.

Da­zu pas­sen die Er­mitt­lun­gen der Spu­ren­si­che­rung. Bei der Lei­che wur­de nicht nur ei­ne Rol­le Cel­lo­phan ge­fun­den, son­dern auch der blu­ti­ge Spar­strumpf. Die To­te wies schwe­re Kopf­ver­let­zun­gen durch ei­ne Viel­zahl an Schlä­gen auf.

Un­ter drin­gen­dem Tat­ver­dacht steht der 61-jäh­ri­ge Ver­mö­gens­be­ra­ter der Frau, ein hoch­ran­gi­ger Top-Ma­na­ger und Lei­ter der Ab­tei­lung „Pri­va­te Ban­king“bei ei­ner gro­ßen Bank. Der ver­hei­ra­te­te Fa­mi­li­en­va­ter aus Nie­der­ös­ter­reich soll mehr als 20 Jah­re lang das Ver­mö­gen der wohl­ha­ben­den Pen­sio­nis­tin ver­wal­tet ha­ben. Die al­lein­ste­hen­de 85-Jäh­ri­ge hat­te bis zu ih­rer Pen­sio­nie­rung ein er­folg­rei­ches Bau­un­ter­neh­men ge­führt. Was der Aus­lö­ser für die Bluttat ge­we­sen sein könn­te, dar­über kann der­zeit nur spe­ku­liert wer­den. Die Ver­mu­tung liegt na­he, dass das Op­fer auf Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei sei­nen Fi­nan­zen ge­sto­ßen ist. Ge­gen­über der Un­ter­su­chungs­rich­te­rin hat der Ver­däch­ti­ge ge­stan­den, die 85-jäh­ri­ge Em­ma Schwarz auf ih­rem An­we­sen ge­tö­tet zu ha­ben.

Schreie ge­hört

Nach­dem ein Nach­bar Schreie und be­ängs­ti­gen­de Ge­räu­sche aus dem Haus der Rent­ne­rin ge­hört hat­te, woll­te er nach dem Rech­ten se­hen. Da­bei er­griff der Tat­ver­däch­ti­ge durch ein Fens­ter die Flucht. Drei St­un­den spä­ter war der Bank­ma­na­ger auf der Süd­au­to­bahn beim Über­que­ren der Fahr­bahn in ei­nen Lkw ge­lau­fen. Auf Grund der Um­stän­de glau­ben die Er­mitt­ler, dass sich der Fa­mi­li­en­va­ter das Le­ben neh­men woll­te. Au­to­fah­rer ha­ben den Mann schon Mi­nu­ten vor dem Un­fall knie­end auf dem Pan­nen­strei­fen der Au­to­bahn be­ob­ach­tet. Erst als ein Lkw kam, lief der Mann auf die Fahr­bahn. Nach der Ope­ra­ti­on ei­nes ge­bro­che­nen Un­ter­schen­kels im Lan­des­kli­ni­kum Wie­ner Neu­stadt wur­de der 61-Jäh­ri­ge mitt­ler­wei­le auf die Kran­ken­sta­ti­on ei­ner Jus­tiz­an­stalt ge­bracht. Er soll in den kom­men­den Ta­gen von den Er­mitt­lern be­fragt wer­den. Au­ßer­dem wer­den die Kon­ten von Op­fer und Ver­däch­ti­gem ge­öff­net.

Ei­ne Ker­ze und Blu­men als Zei­chen der Trau­er vor dem Tat­ort

Em­ma Schwarz hat­te dem Ver­däch­ti­gen ihr Geld an­ver­traut

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