Ab­sturz führt FPÖ in Op­po­si­ti­on, Stra­che muss um Man­dat zit­tern

Kurier - - NATIONALRA­TSWAHL -

FPÖ. Die Luft ist zum Schnei­den. We­gen der Hit­ze, des Rauchs, der Stim­mung. Erst herrscht Bun­ker­stim­mung in der Par­tei­zen­tra­le, dann „Jetzt erst recht“-Hal­tung bei der Ab­schluss­ver­an­stal­tung im Wie­ner Pra­ter.

Der ver­hee­ren­de Ver­lust von 10 Pro­zent­punk­ten ist sicht­bar an den Bal­ken im TV. Das Mi­nus von 21 Man­da­ten im Par­la­ment ist ab­les­bar in den Ge­sich­tern. „Wir ha­ben zwei blaue Au­gen und ein ge­bro­che­nes Kinn“, ruft Wi­ens Spit­zen­kan­di­da­tin Dag­mar Bela­ko­witsch in die Men­ge. Das ein­zig Gu­te am schlech­ten Er­geb­nis vor al­lem in­Wi­en­sei,das­sPhil­ip­paS­tra­che (Platz 3 der Wie­ner Lis­te) ziem­lich si­cher kein Man­dat er­hal­te, so ein rang­ho­her FPMann. „Ein Pro­blem we­ni­ger.“Das wah­re Pro­blem sei im­mer noch ihr Mann.

Stra­che gibt kei­ne Ru­he

Sonn­tag­vor­mit­tag woll­te ihn die FPÖ-Füh­rung da­zu brin­gen, sei­ne Par­tei­mit­glied­schaft ru­hend zu stel­len. Sonn­tag­abend ging das Ge­rücht, Stra­che wol­le in der Hof­burg ein TV-In­ter­view ge­ben. Das konn­te ver­hin­dert wer­den. Un­aus­weich­li­chist­de­rend­gül­ti­ge Bruch mit dem Ex-Chef. Die Lan­des­grup­pen Ober­ös­ter­reich, Stei­er­mark, Ti­rol und Salzburg sind ge­willt, die Wei­chen­zu­stel­len,da­mitS­tra­che aus der Par­tei aus­ge­schlos­sen wird.

Geh­tes­nach­denLän­dern, soll es am Di­ens­tag so weit sein, noch ehe die Be­hör­den sei­ne Spe­sen-Af­fä­re auf­ge­klärt ha­ben wer­den. Als trif­ti­ger Aus­schluss­grund soll „par­tei­schä­di­gen­des Ver­hal­ten“gel­tend­ge­macht­wer­den.

Doch mit dem Aus­schluss wird es nicht ge­tan sein. ExIn­nen­mi­nis­ter Her­bert Kickl und FPÖ-Chef Nor­bert Ho­fer wis­sen, dass es kein Zu­rück auf die Re­gie­rungs­bank ge­ben wird: „Wir be­rei­ten uns auf die Op­po­si­ti­on vor.“

FPÖ-Ge­ne­ral­se­kre­tär Harald Vilims­ky kün­digt an, es wer­de zu ei­ner „Wäh­lerRück­hol­ak­ti­on“, zu ei­ner „Neu­ord­nung der Par­tei“kom­men. Und es soll Richt­li­ni­en ge­ben, wie es sich zu ver­hal­ten gel­te und Spe­sen ab­ge­rech­net wer­den. Das al­les muss schnell ge­hen, denn die nächs­ten Wah­len sind in we­ni­gen Wo­chen. Noch heu­er in der Stei­er­mark – 2020 gilt es Land­tags­wah­len im Bur­gen­land und in Wien zu schlaFast

gen. Wer in Wien die FPÖ an­füh­ren wird, das ist das Ge­sprächs­the­ma an die­sem schwar­zen Abend für die Blau­en. Ne­ben dem Déjà-vu, das vie­le Funk­tio­nä­re ha­ben.

Sie er­in­nern sich an Hai­der. An sei­nen Er­folg, an Knit­tel­feld, die Spal­tung der FPÖ 2005 und die Wahl 2008.

auf den Wahl­tag ge­nau am 28.9. vor elf Jah­ren er­reicht die FPÖ un­ter Hein­zChris­ti­an Stra­che 17,5 Pro­zent. Sein Kon­kur­rent ist da­mals Jörg Hai­der und das „Bünd­nis Zu­kunft Ös­ter­reich“(10,7 Pro­zent). Elf Jah­re spä­ter sind die Frei­heit­li­chen un­ter dem Ni­veau von 2008. Und sie ma­chen das, was sie ken­nen und kön­nen. Sich auf sich und ei­nen Geg­ner ein­schwö­ren. „Lass Kurz nur ei­ne Re­gie­rung ma­chen mit den Grü­nen. In spä­tes­tens zwei Jah­ren ist Tür­kis-Grün wie­der Ge­schich­te, und wir sind wie­der­da“,heiß­tesan­je­de­mTisch bei Gu­lasch und Bier.

Kickl tritt in Wien an

Es wer­den Plä­ne ge­schmie­det. Dem­nach soll Her­bert Kickl in Wien kan­di­die­ren. „Wo, wenn nicht in Wien, sind KicklsThe­men­prä­sen­ter“,sagt ein FPÖ­ler. Wien wählt spä­tes­tens in ei­nem Jahr. Nor­bert Ho­fer wird – auch aus Rück­sicht auf sei­ne Ge­sund­heit – Drit­ter Na­tio­nal­rats­prä­si­dent. Kickl soll Klub­chef blei­ben.

„Man muss jetzt neue Ge­sich­ter in ver­ant­wor­tungs­vol­le Rol­len ho­len.“Harald Vilims­ky FPÖ-Ge­ne­ral­se­kre­tär

Kei­ne Fei­er nach dem Wah­l­er­geb­nis: FPÖ-Spit­zen­kan­di­dat Nor­bert Ho­fer eil­te bald zur par­tei­in­ter­nen Kri­sen­sit­zung

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