Das Ach­tel­fi­na­le ist kei­ne Uto­pie

EU­RO 2020. Ös­ter­reich trifft auf die Nie­der­lan­de und die Ukrai­ne – der drit­te Geg­ner wird erst im März er­mit­telt ·

Kurier - - SPORT - VON ANDRE­AS HEIDENREIC­H

Welt­meis­ter Frank­reich und die Deut­schen wa­ren in Grup­pe F be­reits zu­ein­an­der­ge­lost. Es folg­te ein Team aus dem drit­ten Topf. Ös­ter­reich? Nein, es wur­de Por­tu­gal und da­mit ei­ne ech­te Ham­mer­grup­pe, die dem ÖFB-Team er­spart blieb.

Ös­ter­reich hat es dank Los­fee Phil­ipp Lahm bes­ser er­wischt und darf in Grup­pe C hin­ter Fa­vo­rit Nie­der­lan­de vor al­lem mit den auf Au­gen­hö­he ein­zu­schät­zen­den Ukrai­nern um ei­nen fi­xen Auf­stiegs­platz rit­tern. „Hin­ter den Nie­der­län­dern ist al­les mög­lich, da wer­den De­tails ent­schei­den. Wenn man zur EM fährt, muss man neue Zie­le de­fi­nie­ren und auch Träu­me ha­ben“, mein­te ÖFBTe­am­chef Fran­co Fo­da.

Zu den Top zwei je­der Grup­pe zie­hen auch die vier bes­ten Grup­pen­drit­ten ins Ach­tel­fi­na­le ein. Das vier­te Team der Grup­pe wird in den Play-offs im März er­mit­telt und heißt ent­we­der Ru­mä­ni­en, Nord­ma­ze­do­ni­en, Ko­so­vo, Ge­or­gi­en oder Weiß­russ­land. Die­ser drit­te Geg­ner wird zugleich auch der ers­te der Ös­ter­rei­cher sein – am 14. Ju­ni in Bukarest.

Vier Ta­ge spä­ter hat man in Ams­ter­dam ge­gen die Nie­der­lan­de ein ech­tes Aus­wärts­spiel, ehe am 22. Ju­ni wie­der in Bukarest ge­gen die Ukrai­ne der Ab­schluss der Vor­run­de er­fol­gen wird.

Fa­vo­rit: Star­ver­tei­di­ger Vir­gil van Di­jk spielt bei Cham­pi­ons-Le­ague-Sie­ger Li­ver­pool und bei Grup­pen­fa­vo­rit Nie­der­lan­de Auf Au­gen­hö­he? Die Ukrai­ne mit An­d­rij Jar­mo­len­ko (li.) Der Welt­meis­ter: Phil­ipp Lahm los­te Ös­ter­reich in Grup­pe C

selbst Eu­ro­pa­meis­ter. Zu sei­nem Amts­an­tritt hat er gleich ei­nen Um­bruch ein­ge­lei­tet.

„Wir ha­ben vi­el­leicht nicht mehr die al­ler­bes­ten Spie­ler, aber das heißt nicht, dass wir kein gu­tes Team auf­stel­len kön­nen“, hat­te Koeman bei der An­tritts­re­de ge­sagt. Er gilt als Er­geb­nis­trai­ner. Und die Re­sul­ta­te stim­men: Nach sei­nen ers­ten 20 Län­der­spie­len kann er ei­nen Punk­te­schnitt von 1,9 auf­wei­sen. In der Na­ti­ons Le­ague muss­te man sich erst im Fi­na­le Por­tu­gal ge­schla­gen ge­ben.

Der di­rek­te Ver­gleich ge­gen die Nie­der­lan­de fällt für Ös­ter­reich ne­ga­tiv aus. In 19 Par­ti­en hat man sechs Mal ge­won­nen und bei vier Re­mis neun Nie­der­la­gen hin­neh­men müs­sen. Zu­letzt setz­te es im Ju­ni 2016 vor der EM ein freund­schaft­li­ches 0:2 in Wi­en. Auch bei ei­nem Tur­nier hat man be­reits ge­gen die Nie­der­län­der ge­spielt – und ver­lo­ren. Bei der WM 1978 in Ar­gen­ti­ni­en setz­te es ge­gen Ernst Hap­pels Team ein 1:5 – und das in Cór­do­ba.

Ge­gen die ehe­ma­li­ge So­wjet­re­pu­blik gab es bis­her nur zwei Freund­schafts­spie­le, von de­nen man ei­nes 2012 mit 3:2 ge­won­nen und das an­de­re 2011 bei Mar­cel Kol­lers Pre­mie­re mit 1:2 ver­lo­ren hat. Der be­kann­tes­te Mann steht bei den Ukrai­nern in der Coa­ching Zo­ne. Denn Te­am­chef ist seit 2016 An­d­rij Schewt­schen­ko – und das höchst er­folg­reich. In der Qua­li­fi­ka­ti­on wur­de man Grup­pen­sie­ger noch vor Eu­ro­pa­meis­ter Por­tu­gal. Der Punk­te­schnitt Schewt­schen­kos ist mit 2,0 nach 33 Spie­len so­gar noch bes­ser als je­ner von Kol­le­ge Koeman.

Der ehe­ma­li­ge Welt­klas­se-Stür­mer setzt auf ei­nen tech­nisch be­ton­ten Fuß­ball, die Stars sei­nes Teams sind Flü­gel An­d­rij Jar­mo­len­ko von West Ham und der lin­ke Ver­tei­di­ger Oleksan­dr Sint­schen­ko von Man­ches­ter Ci­ty.

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