„Zeit des Mes­si­as ist noch nicht da“

Ein­zig­ar­ti­ge Ak­ti­on aus Ober­ös­ter­reich wird im kon­flikt­träch­ti­gen Is­ra­el mit Dank­bar­keit quit­tiert

Kurier - - ISRAEL - WOLFGANG ATZENHOFER

Frie­dens­licht.

Pa­läs­ti­nen­ser-Chefs in Beth­le­hem mit Stel­zer und Vic­to­ria Über dem be­rühm­ten ös­ter­rei­chi­schen Pil­ger­hos­piz in der mus­li­mi­schen Alt­stadt von Je­ru­sa­lem war in den ver­gan­ge­nen Ta­gen die Flag­ge Ober­ös­ter­reichs auf­ge­zo­gen. Ein Sym­bol und ei­ne Eh­ren­be­kun­dung für die seit 33 Jah­ren or­ga­ni­sier­te Frie­dens­licht­ak­ti­on. Nach der jüngs­ten Es­ka­la­ti­on im Kon­flikt zwi­schen Is­ra­el und der Ex­tre­mis­ten­or­ga­ni­sa­ti­on Is­la­mi­scher Dschi­had im Ga­za­strei­fen kam der Frie­dens­mis­si­on heu­er ei­ne be­son­de­re Be­deu­tung zu.

Die elf­jäh­ri­ge Vic­to­ria Kam­pen­hu­ber aus Enns, die in Be­glei­tung von 160

oö. Pil­ger und ei­ner von Lan­des­haupt­mann Tho­mas Stel­zer an­ge­führ­ten De­le­ga­ti­on das Frie­dens­licht in der Ge­burts­grot­te in Beth­le­hem in Emp­fang nahm, wur­de mit größ­tem In­ter­es­se emp­fan­gen. Erst vor zwei Wo­chen sind 450 Ra­ke­ten aus dem Ga­za­strei­fen auf Is­ra­el ab­ge­schos­sen wor­den. So­gar in Tel Aviv hol­ten seit Jah­ren wie­der Si­re­nen die Men­schen in die Schutz­kel­ler. Die po­lit­sche Si­tua­ti­on im wirt­schaft­lich pro­spe­rie­ren­den Land ist durch die ge­schei­ter­ten Re­gie­rungs­ver­hand­lun­gen in­sta­bil. Die Sehn­sucht nach Frie­den sei rie­sig, sagt Frem­den­füh­re­rin Nao­mi Ehr­lich.

Ober­ös­ter­reichs Flag­ge über Je­ru­sa­le­mer Alt­stadt sym­bo­li­siert gu­te Be­zie­hun­gen mit Is­ra­el

Aber: „Die Zei­ten des Mes­si­as sind noch nicht da. Hof­fen muss man im­mer.“

Emp­fang

Und so emp­fin­gen heu­er so­wohl der Gou­ver­neur von Beth­le­hem, Ka­mil Ha­mid und Bür­ger­meis­ter An­ton Sal­man das Frie­dens­licht­kind und Stel­zer. Ihm klag­ten die Pa­läs­ti­nen­ser

ihr Leid über die Kon­flik­te mit den Is­rae­lis. Stel­zer und sei­ne Be­glei­ter aus der oö. Po­li­tik, Wirt­schaft und den Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten be­ka­men den von Pa­läs­ti­nen­sern aus­ge­ru­fe­nen „Tag des Zorns“, an dem sie die Ver­kehrs­we­ge nach Je­ru­sa­lem blo­ckier­ten, den­noch selbst im Me­gastau zu spü­ren.

Die bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen, die OÖ mit Is­ra­el auf­ge­baut ha­ben, sei un­ter Ös­ter­reichs Bun­des­län­dern ein­zig­ar­tig, so die Aus­lands­ös­ter­rei­cher. „80 Jah­re nach Aus­bruch des zwei­ten Welt­kriegs heu­er, und 75 Jah­re Kriegs­en­de im kom­men­den Jahr ge­ben dem Frie­dens­licht noch viel tie­fe­ren Sinn“, sagt LH Stel­zer.

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