Zip­fel­zap­fel­ap­fel

Wel­cher Ge­schmack, wel­cher Duft aus der Kind­heit ist für im­mer mit Weih­nach­ten ver­bun­den? Ös­ter­rei­chi­sche er­in­nern sich – heu­te: Lisl Wa­gner-Ba­cher vom Land­haus Ba­cher, Nie­der­ös­ter­reich

Kurier - - KURIER.AT/GENUSS REISE GENUSS - VON GA­B­RIE­LE KUHN (Man­deln, Wal­nüs­se, Ha­sel­nüs­se )

en Zip­fel, den Zap­fel, den Kip­fel, den Kap­fel, den knusp­ri­gen Ap­fel. Wenn sich Lisl Wa­gner-Ba­cher, Gran­de Da­me der ös­ter­rei­chi­schen Kü­che, an den ku­li­na­ri­schen Zau­ber der Vor­weih­nachts­zeit er­in­nert, fällt ihr vor al­lem der da ein: ein duf­ten­der Brat­ap­fel, ge­füllt mit Nüs­sen und ei­nem Tupf Prei­sel­bee­ren. Aus ih­rer Sicht die schlich­te Brat­ap­fel­ver­si­on – na­tür­lich hät­te die viel­fach ge­krön­te Kö­chin ei­ne Idee für An­spruchs­vol­le­re: „Man könn­te den Brat­ap­fel auch in ei­ner Hip­pen­fül­le ser­vie­ren.“Wun­der­bar, aber wir ser­vie­ren hier heu­te je­ne Ver­si­on, mit der man die Fa­mi­lie im Ad­vent un­kom­pli­ziert be­glü­cken kann. Was kei­nes­falls da­zu feh­len darf: die haus­ge­mach­te, mol­li­ge Va­nil­le­sau­ce.

DTan­te Mit­zis Kek­se

Kaum mehr hat’s auch in ih­ren Kind­heits­ta­gen ge­braucht, au­ßer na­tür­lich die Kek­s­erln von der „Groß­tan­te aus der Stadt“, der Tan­te Mit­zi, Gat­tin vom Re­gie­rungs­rat. „Die ist vor Weih­nach­ten von Wi­en im­mer zu uns her­aus­ge­kom­men, um mei­ner Mut­ter, die ge­mein­sam mit mei­nem Va­ter das Land­haus als Gast­haus be­trie­ben hat, zu hel­fen“, er­zählt Lisl Wa­gner-Ba­cher. Tan­te Mit­zi kann­te herr­li­che Keks­re­zep­te – doch wie be­dau­er­lich: „Die Kek­se wur­den von ihr gut ver­steckt, da­mit wir nicht al­les vor Weih­nach­ten auf­es­sen. Da­bei schmeckt’s ge­ra­de da am bes­ten, wie wir wis­sen.“Und da wä­re dann noch die Geh­pup­pe – „das schöns­te Weih­nachts­ge­schenk, das ich je be­kom­men ha­be – mit hand­ge­näh­ten Pup­pen­klei­dern.“Für im­mer un­ver­gess­lich, so wie die Tan­te Mit­zi und ih­re Back­küns­te.

Lisl Wa­gner-Ba­cher hat nun selbst fünf En­kel­kin­der – der Weih­nachts­zau­ber be­steht für sie heu­te vor al­lem dar­in, Zeit mit­ein­an­der zu ver­brin­gen: „Oh­ne gro­ße Ge­schen­ke und Rum­mel. Ich schät­ze die­ses Zu­sam­men­sein und ein ein­fa­ches, gu­tes Es­sen. Das ha­be ich auch stets ver­sucht, mei­nen En­keln zu ver­mit­teln. Am Hei­li­gen Abend wird es bei uns ganz ru­hig – ru­hi­ger als an je­dem an­de­ren Tag im Jahr.“

Vor­be­rei­tung: Zu­be­rei­tung: Por­tio­nen: nach Ge­schmack

➝ Für die Va­nil­le­sau­ce Obers und Milch mit dem Mark der Va­nil­le­scho­te auf­ko­chen

➝ Ei­dot­ter und Kris­tall­zu­cker ver­rüh­ren. Ko­chen­de Milchmi­schung da­zu lee­ren, über Was­ser­dampf zur Ro­se ab­zie­hen (Warm­rüh­ren über hei­ßem Was­ser)

➝ Va­nil­le­sau­ce pas­sie­ren und kalt­stel­len

➝ Nüs­se ha­cken, mit den an­de­ren Zu­ta­ten ver­mi­schen ➝ Äp­fel da­mit fül­len, et­was But­ter dar­auf ge­ben und im Rohr bei 170° C bra­ten, bis sie weich sind

➝ Zum Schluss Ei­weiß mit Zu­cker steif schla­gen, ein Häub­chen dar­auf sprit­zen und noch­mals kurz ba­cken. Mit Va­nil­le­sau­ce ser­vie­ren

Idea­le Brat­ap­fel-Äp­fel sind Bo­skop, die sind groß, et­was säu­er­lich und zer­fal­len nicht so schnell. Al­ter­na­ti­ven: Cox Oran­ge oder Jo­na­gold

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