Ren­di-Wa­gner auf Sym­pa­thietour: „Geht um die Ret­tung der Par­tei“

Die Län­der sol­len’s rich­ten und der Bun­des­par­tei hel­fen. Ent­schie­den wird das am 9. De­zem­ber.

Kurier - - POLITIK - VON CHRIS­TI­AN BÖH­MER

Für Pa­me­la Ren­di-Wa­gner gibt es die­se Wo­che zwei Din­ge, die wirk­lich wich­tig sind.

Das ei­ne, das sind die Ge­sprä­che mit den gut zwei Dut­zend Mit­ar­bei­tern, die auf­grund der klam­men Fi­nanz­la­ge der Bun­des-SPÖ ge­kün­digt wer­den müs­sen.

Und das an­de­re, das ist das Bud­get für das Jahr 2020, das spä­tes­tens am 8. De­zem­ber ste­hen muss – tags dar­auf tagt der Par­tei­vor­stand.

Nach­dem die Er­klä­rung, man müs­se mög­li­cher­wei­se ein Vier­tel der ge­sam­ten Be­leg­schaft kün­di­gen, zu­letzt für Zorn, Pro­tes­te und ei­nen Auf­stand ge­gen Pa­me­la Ren­di-Wa­gner ge­sorgt hat, scheint sich die La­ge nun ein we­nig zu be­ru­hi­gen.

Am Mon­tag fuhr die Bun­des­par­tei­ob­frau nach Linz, um dort zu tun, was ein­zel­ne SPÖ-Lan­des­or­ga­ni­sa­tio­nen schon vor Wo­chen von ihr er­war­tet hät­ten, näm­lich: Im Ge­spräch zu klä­ren, ob und wie die Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen der ver­schul­de­ten Bun­des­par­tei (of­fi­zi­el­les Mi­nus: 14,9 Mil­lio­nen Eu­ro) hel­fen kön­nen.

„Es geht um die Ret­tung der Par­tei“, sag­te Ren­di-Wa­gner vor Ort in Linz. Und sie for­der­te – nicht zum ers­ten Mal – Ge­schlos­sen­heit und „Kon­ti­nui­tät“.

Ober­ös­ter­reichs SPÖ-Che­fin Bir­git Ger­stor­fer si­cher­te ihr die 100-pro­zen­ti­ge Loya­li­tät zu – und er­in­ner­te gleich­zei­tig dar­an, dass in Ober­ös­ter­reich ein in­tern seit ge­rau­mer Zeit aus­ge­schrie­be­ner Pos­ten für ei­nen Be­zirks­ge­schäfts­füh­rer frei sei.

Auch aus an­de­ren Lan­des­par­tei­en tru­del­ten ähn­li­che Job-Of­fer­te ein. Kurz­um: Mit ein we­nig Vor­be­rei­tung hät­te man sich die AMS-Mel­dung von bis zu 27 Kün­di­gun­gen mög­li­cher­wei­se in der Dra­ma­tik spa­ren kön­nen.

Was das an­ste­hen­de Par­tei­bud­get an­geht, steht Ren­di­Wag­ner und ih­rem Bun­des­ge­schäfts­füh­rer noch Über­zeu­gungs­ar­beit be­vor.

Chris­ti­an Deutsch will die Par­tei bis 2025 ent­schul­det ha­ben und die Per­so­nal­kos­ten sen­ken. Gleich­zei­tig wur­den teu­re Be­ra­ter­ver­trä­ge in ab­ge­speck­ter Ver­si­on bis En­de 2020 ver­län­gert. Ver­gan­ge­ne Wo­che hat­ten ein­zel­ne Lan­des­par­tei­ob­leu­te genau das kri­ti­siert. Un­ter ih­nen war auch Franz Schnabl. Der Nie­der­ös­ter­rei­cher gilt als zen­tra­ler Play­er im Auf­stand ge­gen Ren­di-Wa­gner. Dass er am 9. De­zem­ber im Par­tei­vor­stand auf den Tisch haut, ist vo­r­erst frei­lich aus­zu­schlie­ßen.

Der Grund: Am Frei­tag traf Schnabl Micha­el Lud­wig, Ren­di-Wa­gner, Deutsch, Do­ris Bu­res und Hans Pe­ter Do­sko­zil in Wi­en. Deutsch sprach von ei­nem „Ge­spräch un­ter Freun­den“. In der Rat­haus-SPÖ nann­te man den Ter­min ein we­nig an­ders, näm­lich: ei­ne „Kopf­wä­sche für den Franz“.

Bau­stel­le Bun­des-SPÖ: Die fi­nan­zi­el­le Sa­nie­rung soll spä­tes­tens 2025 ab­ge­schlos­sen sein

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