Ich lie­be dich

Kurier - - ERSTE SEITE - B. B.

Lie­be gilt als Wäh­rung des Post­ka­pi­ta­lis­mus. Wer er­kennt, dass er sei­nen Kon­to­stand nicht in den Gr­ab­stein mei­ßeln kann, merkt oft, dass Zu­nei­gung die wei­che­re Wäh­rung ist als Zu­ge­winn. Das heißt nicht, dass Lie­be und Ka­pi­ta­lis­mus nicht zu­sam­men­pas­sen. Im Ge­gen­teil. Heu­te ist Tag der käuf­li­chen Lie­be – nicht so vul­gär, wie das jetzt klingt, son­dern an­stän­dig: Wer an­stän­dig ein­kauft (Blu­men, Scho­ko­la­de ...), kann da­mit Emp­fin­dun­gen aus­drü­cken, für die ihm die Wor­te feh­len.

Meist feh­len die ja nicht im ers­ten Lie­bes­rausch (da tex­tet man ein­an­der mit Ro­man­tik­kurz­mel­dun­gen zu), son­dern mit der Zeit, wenn der Hor­mon­rausch aus­ge­nüch­tert ist, die Ba­sis tie­fer Zu­nei­gung aber ver­bin­det, oh­ne dass man ver­bin­den­de Wor­te dar­über ver­liert. Da spricht ein klei­nes Va­len­tins­ge­schenk Bän­de, lo­ckert so­gar die Zun­ge. Und wenn man sich dann „Ich lie­be dich“sa­gen traut, ist ein An­fang ge­macht, viel­leicht so­gar die An­fangs­ro­man­tik wie­der zu Be­such. bir­git.braun­[email protected]­ri­er.at

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