Rei­se in der Geis­ter­bahn

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Al­le re­den vom Rei­sen. Vie­le von Ur­laub in Ös­ter­reich (was kei­ne Not­lö­sung ist, sonst wür­den nicht Men­schen in al­ler Welt da­von träu­men!). Aber ist Rei­sen nicht viel mehr als die Ver­frach­tung des Kör­pers von A nach B? C. G. Jung, Be­grün­der der ana­ly­ti­schen Phi­lo­so­phie, sag­te: „Es ist leich­ter, zum Mars vor­zu­drin­gen, als zu sich selbst.“– Ja, der Mars wä­re heu­er ei­ne Op­ti­on, da mut­maß­lich Co­ro­na-frei. Aber ist der Weg zu sich selbst nicht auch ein loh­nen­des Rei­se­ziel? Ist nicht je­de ernst ge­mein­te zwi­schen­mensch­li­che Be­zie­hung ei­ne Rei­se mit un­ge­wis­sem Aus­gang? Ist nicht Co­ro­na ei­ne Rei­se zum Ur­grund der Ge­sell­schaft? Ei­ne Geis­ter­bahn­fahrt in die kol­lek­ti­ve Angst? Ein un­frei­wil­li­ger Aben­teu­er­ur­laub?

Noch ein­mal C. G. Jung: „Das ein­zig le­bens­wer­te Aben­teu­er kann für den mo­der­nen Men­schen nur noch in­nen zu fin­den sein.“Die Co­ro­na-Hoch­schau­bahn könn­te ei­ne Rei­se­auf­for­de­rung zu ge­nau die­sem Aben­teu­er sein. Und üb­ri­gens: Kom­men­den Frei­tag sperrt der Pra­ter auf. bir­git.braun­rath@kurier.at

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