Lisz Hirn, Phi­lo­so­phin

Kurier - - ERSTE SEITE - Lisz Hirn (36), ös­ter­rei­chi­sche Phi­lo­so­phin U. BOTZENHART

Ih­re Ge­dan­ken zum Wert der Ar­beit und zur Ge­rech­tig­keit. Und vier an­de­re Den­ker über Ängs­te, Füh­rung, und wie un­ser neu­es Le­ben wird.

Es sind drei Kern­be­rei­che, mit de­nen wir uns aus Sicht der Phi­lo­so­phin Lisz Hirn (Pod­cast-Tipp: „Phi­lo­so­phie­ren mit Hirn“) aus­ein­an­der­set­zen müs­sen.

Auf­grund der Wirt­schafts­la­ge ap­pel­liert Hirn an die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on, „jetzt ein In­vest­ment in die Zu­kunft zu leis­ten und nicht zu sa­gen: Jetzt seid ihr dran, wir ha­ben un­se­ren Teil schon ge­macht“. Je­ne, die es zu Wohl­stand ge­bracht ha­ben, könn­ten den Jun­gen hel­fen, et­was auf­zu­bau­en – als Pri­vat­in­itia­ti­ve. „Schul­dig sind sie es ih­nen nicht“, be­tont Hirn, die kri­ti­siert, dass der Lock­down mit dem Schutz von „Oma und Opa“be­grün­det wur­de. „Von dem Nar­ra­tiv müs­sen wir weg. Mit stei­gen­dem Frust kann das Kon­flik­te zwi­schen Jung und Alt zu­spit­zen.“

Ähn­lich ver­hält es sich mit der Ge­schlech­ter­ge­rech­tig­keit: „Wie wird sie aus­se­hen, wenn zu we­nig Ar­beits­plät­ze am Markt sind? Wer bleibt zu Hau­se? Die Frau­en, die mehr­heit­lich die Mehr­be­las­tung aus Ho­me­of­fice und Ho­me­schoo­ling ge­tra­gen ha­ben?“In Kri­sen dro­hen ge­ra­de die oh­ne­hin be­nach­tei­lig­ten Frau­en zu ver­lie­ren. „Wir müs­sen auf­pas­sen, nicht in die­se Fal­le zu ge­hen.“

Wert der Ar­beit dis­ku­tie­ren

„Drit­tens brau­chen wir ei­ne brei­te Dis­kus­si­on über Ar­beit und ih­ren Wert. Dar­über, war­um schwe­re kör­per­li­che Ar­beit schlech­ter be­zahlt wird als geis­ti­ge. Dar­über, dass vie­le Ar­bei­ten, die jetzt “sys­tem­re­le­vant“ge­nannt wer­den, schlecht be­zahlt und mit ei­nem nied­ri­gen so­zia­len Sta­tus ver­bun­den sind und da­her von In­län­dern nicht gern ge­macht wer­den. Wel­che An­rei­ze, wel­che tech­ni­schen Er­leich­te­run­gen kön­nen wir fin­den?“Ei­ne schlecht be­zahl­te „Hel­din“der Ar­beit nur zu be­klat­schen, „das ist bil­lig“.

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