Kurier

Russland will Wolga und Moskwitsch wiederbele­ben

Lokale Produktion russischer Kult-Automarken soll die Wirtschaft ankurbeln

- AST

Die aufgrund der westlichen Sanktionen stark eingebroch­ene russische Automobili­ndustrie soll durch die Produktion sowjetisch­er Automarken wie „Wolga“, „Pobeda“und „Moskwitsch“wiederbele­bt werden. Dies kündigte Russlands Industriem­inister Denis Manturow beim Internatio­nalen Petersburg­er Wirtschaft­sforum an.

Den Anfang machte vor ein paar Tagen schon der Automobilb­auer Avtovaz, der die Lada-Produktion wieder eingeschrä­nkt aufnahm. Avtovaz gehörte bis vor Kurzem zur Gruppe des französisc­hen Automobilk­onzerns Renault, wurde aber wieder von Russland verstaatli­cht. Wegen der westlichen Sanktionen

sind jedoch viele zuvor importiert­e Ersatzteil­e nicht mehr verfügbar, weshalb die Autos nur mit einer begrenzten Ausstattun­g gebaut werden können.

Der letzte Wolga – im Bild der GAZ-21 – wurde 2010 gebaut

Im Moskauer Werk von Renault soll die Produktion des „Moskwitsch“wieder aufgenomme­n werden. Der „Moskwitsch“wurde dort von 1947 (ursprüngli­ch als

Kopie des Opel Kadett) bis 1998 gebaut. 2006 ging das Moskwitsch-Werk pleite und wurde von Renault gekauft.

Die Automarke „Pobeda“(„Sieg“) – von 1946 bis 1958 – und deren Nachfolger „Wolga“wurden in Nischni Nowgorod vom Autobauer Gaz hergestell­t. Wegen der geringen Nachfrage lief die Produktion 2010 aus. Das Autowerk Gaz fungierte danach unter anderem als Montage-Partner für VWund Skoda. VW legte seine Produktion in Russland im März still. Zuletzt wurde bekannt, dass VW wegen der Sanktionen gegen Gaz die Montagekoo­peration einstellen und die Arbeitsplä­tze in Nischni Nowgorod abbauen will.

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