Kurier

Kurzweilig: Die Frage nach dem „Schleier-Ding“

Vestibül: „Dschabber“von Marcus Youssef

- SUSANNE ZOBL ★★★★★

Kritik. „Das nennt man Taliban, oder?“Ob Jonas die Frage nach Fatimas Hidschab ernst meint und wirklich mehr über das „SchleierDi­ng“erfahren will oder nur das Gespräch sucht, lässt Marcus Youssef in „Dschabber“offen. Der Kanadier betrachtet in seinem Stück die Kopftuch-Frage aus verschiede­nen Perspektiv­en.

Anja Sczilinski zeigt es mit Jugendlich­en des Studioense­mbles des Burgtheate­rs im Vestibül. Fatima, eine Muslima im Teenager-Alter, wird von drei Darsteller­innen gespielt. An ihrer Schule hat Fatima mit Kolleginne­n „Dschabber“formiert, eine Gesinnungs­gemeinscha­ft, die Ja zum Kopftuch sagt. Als an der Schulmauer ein Graffiti mit Drohungen gegen Muslime entdeckt wird, sorgen sich die Eltern um Fatimas Sicherheit und schicken sie an eine andere Schule. Dort lernt sie Jonas kennen.

In knappen Szenen leuchtet Youssuf den Kosmos der Jugendlich­en aus und stellt in 70 knappen Minuten zwei Kulturen einander genial gegenüber. Es ist eine Freude, wie präzise diese jungen Leute, ergänzt von Dunja Sowinetz, mit dem Text umgehen. Das hat Sogwirkung. Ab 13, Termine: 20. und 21. Juni.

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