Zwei Schick­sa­le

Kurt Schu­sch­nigg Va­ter und Sohn

Kurier Magazine - Die 8er Jahre - - AUFBRUCH -

Kurt Schu­sch­nigg sen. Ge­bo­ren 1897 in Ri­va del Gar­da, Rechts­an­walt in Inns­bruck. 1924 Hei­rat mit Her­ma Ma­se­ra, 1926 Ge­burt des Soh­nes Kurt. 1927 wird Schu­sch­nigg Na­tio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ter der Christ­lich­so­zia­len, 1932 Jus­tiz-, ein Jahr spä­ter auch Un­ter­richts­mi­nis­ter. In­fol­ge des Fe­bru­ar­auf­stands 1934 lässt Schu­sch­nigg neun To­des­ur­tei­le voll­stre­cken, er und Doll­fuß wer­den da­nach von den So­zi­al­de­mo­kra­ten als „Ar­bei­ter­mör­der“be­zeich­net. Nach dem Doll­fuß-Mord wird Schu­sch­nigg 1934 Kanz­ler und setzt die Po­li­tik des „aus­tro­fa­schis­ti­schen“Stän­de­staa­tes un­ter Aus­schal­tung des Par­la­ments mit der Ein­heits­par­tei „Va­ter­län­di­sche Front“fort. 16.000 Ös­ter­rei­cher sind aus po­li­ti­schen Grün­den in­haf­tiert.

Rück­tritt und Haft. 1935 stirbt Schu­sch­niggs Frau Her­ma bei ei­nem Au­to­un­fall. Er tritt am 11. März 1938 als Kanz­ler zu­rück. Als er im Ju­ni Ve­ra Fug­ger hei­ra­tet, sitzt er be­reits in Gesta­po-Haft am Wie­ner Mor­zin­platz. Er bleibt bis 1945 „Schutz­häft­ling“, zu­letzt im KZ Sach­sen­hau­sen, wo er mit sei­ner Frau le­ben darf. 1941 wird Toch­ter Sis­si ge­bo­ren.

Nach de­mK­rieg Pro­fes­sor für Staats­recht in den USA, und ab 1968 wie­der in Ös­ter­reich, stirbt Schu­sch­nigg 1977 in Mut­ters in Ti­rol.

Kurt Schu­sch­nigg jun. Er über­sie­delt 1956 in die USA und ar­bei­tet dort als Kunst­händ­ler. Schu­sch­nigg lebt in New York und ist mit ei­ner Ame­ri­ka­ne­rin ver­hei­ra­tet.

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