Do­ro­the­um

Wie das Auk­ti­ons­haus Mil­lio­nen aus Na­zi-Raub­gut lu­krier­te.

Kurier Magazine - Die 8er Jahre - - ZUSAMMENBRUCH -

Es war ei­ne po­li­ti­sche Be­set­zung, mit der es die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten be­son­ders ei­lig hat­ten. Der „An­schluss“war ge­ra­de erst voll­zo­gen, da wur­de die Ge­schäfts­füh­rung des Do­ro­the­ums aus­ge­wech­selt. An der Spit­ze plat­zier­te man lu­pen­rei­ne Par­tei­gän­ger. Ge­schäfts­füh­ren­der Di­rek­tor wur­de mit An­ton Jen­ne­wein ein ehe­ma­li­ger il­le­ga­ler Na­zi.

Man brauch­te ver­läss­li­che Hel­fer oh­ne Skru­pel an der Spit­ze des Auk­ti­ons­hau­ses. Schließ­lich soll­te es als zen­tra­le Um­schlag­stel­le für das „ari­sier­te“Ver­mö­gen der jü­di­schen Be­völ­ke­rung die­nen. Kunst, Schmuck, Mö­bel und so­gar Kü­chen­ge­schirr wur­den kon­fis­ziert. Die ju­ris­ti­sche Hand­ha­be da­für lie­fer­ten Ge­set­ze, die Ju­den auf­er­legt wur­den. Da­zu ka­men al­le Be­sitz­tü­mer, die jü­di­sche Mit­bür­ger, die ins Aus­land ge­flüch­tet wa­ren, zu­rück­ge­las­sen hat­ten. Al­le Stü­cke mit ei­nem Schätz­wert von mehr als 1000 Reichs­mark ka­men ins Do­ro­the­um, wo sie ver­stei­gert wur­den. Der Er­lös der Auk­tio­nen ging an das Deut­sche Reich. Da die Wert­ge­gen­stän­de al­le­samt ex­trem nied­rig be­wer­tet wor­den wa­ren, um so Ju­den leich­ter ih­res Hab und Guts be­rau­ben zu kön­nen, mach­te das Do­ro­the­um als Handlanger des Na­zi-Raub­zugs rie­si­ge Ge­win­ne. Erst nach der Jahr­tau­send­wen­de be­gann das Auk­ti­ons­haus, sich aus­führ­li­cher mit die­ser dunk­len Sei­te sei­ner Ge­schich­te zu be­schäf­ti­gen. In um­fas­sen­den wis­sen­schaft­li­chen Un­ter­su­chun­gen wur­de die Rol­le des Do­ro­the­ums bei der „Ari­sie­rung“in­zwi­schen auf­ge­ar­bei­tet.

Ei­ne der be­rüch­tig­ten „Rei­be­par­ti­en“: Jü­di­sche Bür­ger wur­den ge­zwun­gen, die Stra­ße zu wa­schen

Hit­ler und Gö­ring wa­ren selbst die größ­ten Pro­fi­teu­re des Kunstraubs an den Ju­den Jü­di­sche Ge­schäf­te fie­len so­fort of­fe­ner Wut und ge­plan­ten Ak­tio­nen der SA zum Op­fer

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.