„Um die Zu­kunft ist mir nicht ban­ge“

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Te­am­chef Müller glaubt an die Wm-teil­nah­me 2019

Ein Punkt fehl­te Ös­ter­reichs Handball-Da­men, um in der no­mi­nell schwie­rigs­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­grup­pe das Ti­cket zur EU­RO 2018 zu lö­sen. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren voll­zog man ei­nen Um­bruch im Team, der bei­na­he ab­ge­schlos­sen scheint. Mit dem Sen­sa­ti­ons­er­folg über Olym­pia­sie­ger Russ­land und den rest­li­chen Er­geb­nis­sen in der EM-Qua­li zeig­ten Tor­frau Pe­tra Bla­zek und Kol­le­gin­nen, dass man auf dem bes­ten Weg zu­rück an die Spit­ze ist.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren stand Te­am­chef Herbert Müller im­mer wie­der vor dem Pro­blem, nicht nur Aus­fäl­le von Leis­tungs­trä­ge­rin­nen, son­dern vor­al­lem Rück­trit­te wie je­nen der lang­jäh­ri­gen Ka­pi­tä­nin Ka­trin En­gel kom­pen­sie­ren zu müs­sen.

HIERARCHIE. Doch ihm und sei­nem Be­treu­er­stab ge­lang es, den Um­bruch er­folg­reich her­bei­zu­füh­ren, der sich letzt­lich we­ni­ger im Al­ters­durch­schnitt als in der Hierarchie be­merk­bar macht. Herbert Müller: „Pe­tra Bla­zek trat die Nach­fol­ge als Ka­pi­tä­nin von Ka­trin En­gel an und macht ei­nen groß­ar­ti­gen Job, so wie auch ih­re Stell­ver­tre­te­rin Son­ja Frey. Und mit Jo­se­fi­ne Hu­ber hat ei­ne jun­ge Spie­le­rin in der De­ckung die Füh­rung über­nom­men.“

HAR­MO­NIE. Un­ter die­ser neu­en Füh­rung spiel­te das Na­tio­nal­team zu­letzt in der EM-Qua­li groß auf, fei­er­te Sie­ge über Russ­land und Por­tu­gal und hät­te die über­mäch­tig schei­nen­den Geg­ner Russ­land und Ru­mä­ni­en in der ent­schei­den­den Qua­li­pha­se bei­na­he zu Fall ge­bracht. „Wir ha­ben ge­lernt, mu­tig zu spie­len, hin­zu­pa­cken, wir sind für den Geg­ner un­be­re­chen­ba­rer ge­wor­den. Mit den Er­geb­nis­sen aus den letz­ten zwei Jah­ren ha­ben wir uns zu­sätz­li­ches Selbst­ver­trau­en ge­holt. Es ist ein gu­tes, har­mo­ni­sches, emo­ti­ons­ge­la­de­nes Team, das kämpft und an sich glaubt“, sagt Müller.

Im­mer mehr Spie­le­rin­nen wa­gen den Sprung ins Aus­land, für den Te­am­chef ein wei­te­res In­diz für die gu­ten Re­sul­ta­te: „Die Spie­le­rin­nen ha­ben durch ei­ne gu­te Kar­rie­re­pla­nung den Ka­der stark ge­macht.“Be­son­ders hebt Müller die Ent­wick­lung von Kristina Log­vin her­vor, und er er­war­tet nun von ei­ni­gen an­de­ren Ähn­li­ches: „Kristina hat sich un­glaub­lich ent­wi­ckelt durch ih­re Aus­lands­sta­tio­nen. Sie ist aus dem Schat­ten ih­rer Mut­ter her­aus­ge­tre­ten. Von Ines Ivan­cok er­war­te ich mir den nächs­ten Schritt, dann ist mir um die Zu­kunft im Na­tio­nal­team nicht ban­ge“, be­tont der bald 56-Jäh­ri­ge, der seit 2004 ne­ben sei­nem Job als Klub­trai­ner auch das rot-weiß-ro­te Na­tio­nal­team be­treut.

HOFF­NUNG. Als klei­nes Trost­pflas­ter nach der ver­pass­ten Eu­ro­pa­meis­ter­schaft er­spart man sich zu­min­dest die Vor-Qua­li­fi­ka­ti­on für das WM-Play­off (sie­he Sei­ten 38,39). Auf wen man dort trifft, ent­schei­det sich am 15. De­zem­ber 2018. „Wir ha­ben es uns ver­dient, wie­der bei ei­nem Groß­er­eig­nis da­bei zu sein, wir ha­ben die rich­ti­gen Schrit­te für den Um­bruch ge­setzt. Wir spü­ren, dass wir je­den schla­gen kön­nen“, sagt Herbert Müller zu­ver­sicht­lich. Zu­letzt ha­ben Ös­ter­reichs Da­men an der WM-End­run­de 2009 teil­ge­nom­men. In Chi­na be­leg­te man den be­acht­li­chen zehn­ten Rang.

Ös­ter­reichs Da­men ver­pass­ten denk­bar knapp die EM-End­run­de 2018. „Wir ha­ben die rich­ti­gen Schrit­te für den Um­bruch ge­setzt“, ist sich Lang­zeit-Trai­ner Herbert Müller si­cher. Das Ziel heißt nun WM 2019.

Ver­trau­te Stim­me: Herbert Müller gibt bei den Da­men des ÖHB seit 2004 den Ton an

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