Der Rei­fe­pro­zess

Kurier Magazine - Handball - - INHALT - – PHIL­IPP AL­BRECHTS­BER­GER

Vom EM-AUS zur Wm-teil­nah­me in sechs Mo­na­ten

Im Jän­ner 2018 be­sie­gel­ten die Weiß­rus­sen das EM-AUS der Ös­ter­rei­cher. Im Ju­ni fi­xier­te das ÖHB-TEAM ge­gen den­sel­ben Geg­ner die Teil­nah­me an der Wm-end­run­de 2019.

Ein Tor Un­ter­schied kann im Handball die Welt be­deu­ten. Mit 26:27 ver­lo­ren Ös­ter­reichs Her­ren im Jän­ner 2018 das Auf­takt­spiel der EM in Kroa­ti­en­ge­gen die Weiß­rus­sen. Ein Kommentar von Ka­pi­tän Thomas Bau­er hör­te sich da­mals wie folgt an: „Wir wer­den ei­ne schwe­re Nacht ha­ben.“ Ein hal­bes Jahr spä­ter, als der Geg­ner er­neut Weiß­russ­land hieß, re­sü­mier­te Ös­ter­reichs Te­am­tor­mann: „Über­ra­gend spie­len muss­te kei­ner, nur sein nor­ma­les Le­vel ab­ru­fen. Das ist ein be­ru­hi­gen­des Zei­chen.“

Mit 28:28 hat­te im Ju­ni das Hin­spiel im Wm-play-off in Minsk ge­en­det – die Öhb-mann­schaft hat­te da­bei ei­nen Vier-to­re-vor­sprung noch aus den Hän­den ge­ge­ben. Bau­er:„wenn­du­über­ein­re­mis aus­wärts trau­rig bist, dann weißt du, dass du sie zu Hau­se schla­gen wirst.“Der Rest ist ein klei­nes Stück Handball-ge­schich­te. In der Ers­te-bank-are­na in Wien sieg­ten die Ös­ter­rei­cher mit 31:26. Doch der Schein des En­d­er­geb­nis­ses trügt: 13:16 war es zur Pau­se ge­stan­den, erst im zwei­ten Ab­schnitt be­wie­sen die Ös­ter­rei­cher vor 4500 Zu­schau­ern ih­re Klas­se. „Wir sind wie Bu­ben in die Ka­bi­ne rein und wie Män­ner raus“, kom­men­tier­te der wort­ge­wal­ti­ge Bau­er. Te­am­chef Pat­re­kur Jóhan­nes­son er­gänz­te: „In solch schwie­ri­gen Mo­men­ten sieht man, wel­che Spie­ler cha­rak­ter­lich stark sind.“

Der is­län­di­sche Er­folgs­trai­ner hat den Um­bruch im Ka­der ge­räusch­los und er­folg­reich mo­de­riert.

STAR­KER ER­SATZ. Aus­fäl­le im Ka­der wie­et­wa von Ro­bert We­ber, ei­nem der bes­ten Tor­jä­ger der deut­schen Bun­des­li­ga, kön­nen die Ös­ter­rei­cher nun bes­ser ver­kraf­ten als zu Jóhan­nes­sons Amts­an­tritt im Herbst 2011.

So stand im Rück­spiel ge­gen Weiß­russ­land für vie­le der Auf­tritt von Mar­tin Breg sinn­bild­lich für den Rei­fe­pro-

zess des jun­gen Na­tio­nal­teams. Der Flü­gel­spie­ler, kurz da­vor mit Bruck an der Mur aus der HLA ab­ge­stie­gen, er­setz­te Stamm­kraft We­ber mus­ter­gül­tig. Auch Bregs Treff­si­cher­heit war es zu ver­dan­ken, dass das Spiel ge­gen die Weiß­rus­sen in der zwei­ten Hälf­te noch ge­dreht und das Wm-ti­cket ge­bucht wer­den konn­te.

„Der Team­spi­rit war un­glaub­lich“, sagt Thomas Bau­er. Der 32-Jäh­ri­ge ist mitt­ler­wei­le ei­ner der Äl­tes­ten im Ka­der, 2010 bei der Heim-em war der Go­a­lie noch der Jungspund.

Pa­ckend: Spiel­ma­cher Ge­rald Zei­ner im Du­ell mit den Weiß­rus­sen

Stei­ge­rung:Bei der EM 2018 gin­gen die Ös­ter­rei­cher k.o. (re.), im Wm­play-off wur­de ge­ju­belt (o.)

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