Mo­ser Me­di­cal UHK Krems

Gun­nar Prokop jun. ist in der Handball-Hal­le groß ge­wor­den. Bei Krems will der 21-Jäh­ri­ge hoch hin­aus.

Kurier Magazine - Handball - - INHALT - – PHIL­IPP AL­BRECHTS­BER­GER

Gun­nar Prokop jun. wan­delt in gro­ßen Fuß­stap­fen

„Mein Groß­va­ter hat mir die Tür zum FC Bar­ce­lo­na ge­öff­net, aber durch­ge­gan­gen bin ich selbst.“ Gun­nar Prokop jun. über sein Jahr im Bar­ça-Nach­wuchs

Es ist der wahr­schein­lich be­kann­tes­teNa­mei­mös­ter­rei­chi­schenHand­ball: Prokop. „Es gibt kei­ne Fa­mi­li­en­fei­er, bei der nicht über Handball ge­spro­chen wird“, sagt der 21-jäh­ri­ge Gun­nar Prokop. Des­sen gleich­na­mi­ger Groß­va­ter hat in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten bei Hy­po Nie­der­ös­ter­reich et­was auf­ge­baut, das nicht nur im Rest von Ös­ter­reich sei­nes­glei­chen such­te. Auch wei­te Tei­le Eu­ro­pas blick­ten einst glei­cher­ma­ßen mit ei­ner Mi­schung aus Neid, Ehr­furcht und Ver­wun­de­rung in die Süd­stadt (sie­he da­zu Sei­ten 42 bis 45).

Gun­nar Prokop ju­ni­or kennt sie al­le, die Fra­gen zum und die Ver­glei­che mit dem Groß­va­ter. „Mein Ziel ist es, mei­ne ei­ge­ne Kar­rie­re auf­zu­bau­en.“

Und ge­nau das macht er ge­ra­de. Der Nie­der­ös­ter­rei­cher spielt sein zwei­tes Jahr in der höchs­ten Spiel­klas­se, bei UHK Krems könn­te heu­er­s­ei­ne gro­ße St­un­de schla­gen. Die Wach­au­er durch­le­ben un­ter Trai­ner­ta­lent Ibish Thaqi ge­ra­de ei­nen der größ­ten Um­brü­che in der jün­ge­ren Ver­eins­ge­schich­te. Mit HLA-Re­kord­tor­schüt­ze To­bi­as Schopf und Nor­bert Vi­sy be­en­de­ten die lang­jäh­ri­ge Flü­gel­zan­ge und Tor­fa­brik der Krem­ser die Kar­rie­re. Links­hän­der Prokop dürf­te auf dem Flü­gel nicht nur Ein­satz­zei­ten, son­dern auch Ver­ant­wor­tung be­kom­men. „Ich bin be­reit“, sagt er, „in ein paar Jah­ren möch­te ich mich für ei­nen aus­län­di­schen Klub emp­feh­len.“

Das tat Prokop be­reits als Te­enager. Ein Pro­be­trai­ning beim gro­ßen FC Bar­ce­lo­na, ein­ge­fä­delt vom be­kann­ten Opa, en­de­te mit ei­nem ein­jäh­ri­gen En­ga­ge­ment im Nach­wuchs der Ka­ta­la­nen. „Mein Groß­va­ter hat mir die Tür ge­öff­net, aber durch­ge­gan­gen bin ich schon selbst.“

EI­NE AN­DE­RE WELT. Im Sport­gym­na­si­um von Bar­ça wur­de zwei Mal pro Tag trai­niert, im ka­ta­la­ni­schen Schul­un­ter­richt saß Prokop an­fangs mit dem Wör­ter­buch, „aber ich hab’ mich durch­ge­bis­sen und in vie­len Be­rei­chen fürs Le­ben ge­lernt. Au­ßer­dem wur­de mir vor Au­gen ge­führt, wie ei­ne pro­fes­sio­nel­le Sport­kar­rie­re aus­sieht.“Prokop, des­sen jün­ge­rer Bru­der Patrick bei Hol­la­brunn in der zwei­ten Li­ga spielt, hat in jun­gen Jah­ren be­reits ei­ni­ges er­lebt. Der Hoch-Zeit in Bar­ce­lo­na folg­te rasch der Tief­schlag, als er bei ei­nem Trai­nings­lehr­gang plötz­lich kaum noch lau­fen konn­te. Die Ärz­te dia­gnos­ti­zier­ten an sei­nen Ge­len­ken ei­ne sel­te­ne re­ak­ti­ve Ar­thri­tis. Ein gan­zes Jahr war nicht an Handball zu den­ken. „Da wuss­te ich, dass ich ei­nen Plan B brau­che.“

Mitt­ler­wei­le hat er ein Jus-Fern­stu­di­um be­gon­nen. „Es braucht schon Dis­zi­plin“, sagt er. Wenn an­de­re im Bus auf Aus­wärts­fahr­ten Vi­deo­spie­le spie­len, ver­folgt Prokop auf dem Lap­top On­line-Vor­le­sun­gen. „Ei­ne Aus­bil­dung war für mei­ne El­tern Pflicht“, sagt Gun­nar Prokop ju­ni­or. Es dreht sich eben doch nicht al­les nur um Handball im Hau­se Prokop.

Viel­sei­tig: Krems-Spie­ler Gun­nar Prokop (re.) kann so­wohl am Flü­gel als auch im Rück­raum ein­ge­setzt wer­den. „Das ist ganz klar ein Vor­teil“, sagt er

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