RAUS AUS DER SPRACHLOSIGKEIT

Was kann man tun, um bes­ser und schnel­ler auf ver­ba­le Über­grif­fe re­agie­ren zu kön­nen? In ei­nem acht­stün­di­gen Se­mi­nar er­klärt Trai­ne­rin Li­sa Sol­ta, wie es funk­tio­nie­ren kann – und wor­auf es bei Schlag­fer­tig­keit wirk­lich an­kommt.

Kurier Magazine - Herz - - SEELE UND PSYCHE -

Be­vor Li­sa Sol­ta mit dem Schlag­fer­tig­keits­trai­ning be­ginnt, stellt sie ei­nes gleich klar: „Wer er­war­tet, dass er hier lernt, wie man be­lei­digt und pro­vo­ziert, ist falsch und kann gleich ge­hen. Hier geht es um ganz et­was an­de­res.“Al­le sie­ben Teil­neh­mer, sechs Frau­en und ein Mann, blei­ben sit­zen. Denn wir wol­len ler­nen, wie man in ge­wis­sen Si­tua­tio­nen­ra­sch­und­der­si­tua­tio­n­ent­spre­chend re­agiert, um­gangs­sprach­lich al­so „schlag­fer­ti­ger“wer­den. Al­le ha­ben schon die Er­fah­rung da­mit ge­macht, wie es sich an­fühlt, wenn man ei­nen blö­den Spruch oder ei­ne ver­ba­le Atta­cke ein­fach ein­ste­cken muss­te. „Schock­star­re, Über­for­de­rung, Hilf­lo­sig­keit, Krän­kung“, so bringt es ei­ne der Teil­neh­me­rin­nen auf den Punkt. Und es sind ge­nau die­se Er­fah­run­gen, die sich in un­ser Hirn ein­ge­brannt ha­ben, wes­halb wir in der­sel­ben Si­tua­tio­nen im­mer wie­der gleich hilf­los re­agie­ren „Für Schlag­fer­tig­keit braucht man in­ne­re Sta­bi­li­tät. Wenn man weiß, wie man kon­tern kann, fin­det man auch leich­ter den Mut, es zu tun“, er­klärt Sol­ta. Ge­nau das sol­len wir in den kom­men­den acht St­un­den ler­nen.

SELBSTREFLEXION. Nach ei­ner kur­zen Ken­nen­lern­pha­se ge­hen wir so­fort in me­di­as res und ana­ly­sie­ren als ers­ten Schritt den Ab­lauf der ei­ge­nen Ge­dan­ken, wenn ei­nen ei­ne ver­ba­le Atta­cke trifft. War­um sind wir in man­chen Si­tua­tio­nen so sprach­los? Was löst das Ge­fühl aus? Je­der hat hier sein ei­ge­nes The­ma: Schüch­tern­heit, Un­si­cher­heit und Kon­flikt­scheue sind aber die häu­figs­ten Grün­de, die ei­nen sprach­los an­statt wort­ge­wandt ma­chen. Das Se­mi­nar ist auf un­se­ren per­sön­li­chen Er­fah­run­gen auf­ge­baut. So wer­den Si­tua­tio­nen, die man er­lebt hat, im­mer wie­der The­ma und wir ler­nen an­hand die­ser, Schritt für Schritt bes­ser da­mit um­zu­ge­hen. Im Theo­rie­teil klärt uns die Trai­ne­rin über die Säu­len der Schlag­fer­tig­keit auf. Es sind Ar­gu­men­ta­ti­ons­fä­hig­keit, Mut, Hu­mor und Spon­ta­ni­tät. Mit klei­nen Übun­gen set­zen wir sie gleich in die Pra­xis um. „Ir­gend­wie ver­liert man sei­ne Scheu“, sagt die Stu­den­tin, die das Se­mi­nar macht, um fürs Be­rufs­le­ben bes­ser ge­rüs­tet zu sein. „Je öf­ter man po­si­ti­ve Er­fah­rung mit der ei­ge­nen Schlag­fer­tig­keit macht, des­to grö­ßer wird das Re­per­toire, auf das man zu­rück­grei­fen kann“, er­mun­tert Sol­ta. Am En­de kon­fron­tie­ren wir uns ge­gen­sei­tig mit ir­gend­wel­chen Vor­wür­fen, die wir von ei­ner Ta­fel ab­le­sen und mit je­dem Mal fällt die ver­ba­le Ge­gen­wehr ein­fa­cher und ein gu­tes Ge­fühl macht sich breit. Ha­be ich an­fangs noch um ei­ne pas­sen­de Antwort ge­run­gen, kann ich zum Ab­schluss ei­nem blö­den Spruch selbst­be­wusst Pa­ro­li bie­ten. Auf „Wie siehst du denn heu­te aus, der Rock passt ja gar nicht zu der Blu­se!“ge­be ich lä­chelnd zu­rück: „Ja, stimmt. Ist das nicht herr­lich?!“In­fo: Das nächs­te „Schlag­fer­tig­keits­trai­ning“fin­det am 6. Ok­to­ber 2018 statt. www.frei­raum-kom­mu­ni­ka­ti­on.at

Wie geht das ge­nau mit dem ver­ba­len Kon­ter? Die Teil­neh­mer ler­nen ver­schie­de­ne Tech­ni­ken ken­nen

Li­sa Sol­ta MSC, Trai­ne­rin, Coach und Me­dia­to­rin, www.sol­ta.at

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