SCHRITT FÜR SCHRITT INS LE­BEN

Kurier Magazine - Kinder - - Entwicklungsphasen - VON THE­RE­SA GIRARDI

Es gibt wahr­schein­lich nichts Auf­re­gen­de­res für El­tern, als ihr Kind auf­wach­sen zu se­hen. Von Ge­burt an ver­sucht es, die Welt um sich zu ver­ste­hen – und sei­nen Platz dar­in zu fin­den. Wie man für­sorg­li­che Be­glei­ter für den Nach­wuchs sein kann.

» Nie lernt der Mensch so schnell wie zu Be­ginn sei­nes Le­bens. Das muss er auch. Denn me­di­zi­nisch ge­se­hen kom­men wir al­le als phy­sio­lo­gi­sche Früh­ge­bur­ten zur Welt. In den ers­ten Mo­na­ten nimmt das ge­hirn er­heb­lich an mas­se zu–und da­mit ver­viel­fa­chen sich un­se­re Fer­tig­kei­ten. Un­mit­tel­bar nach der ge­burt kan­ne in ba­by be­reits stram­peln, at­men, schrei­en und das Ge­sicht der Mut­ter er­ken­nen. Ist die ers­te Zeit noch durch Ak­ti­vi­tä­ten wie Nah­rungs­auf­nah­me, Wei­nen und Schla­fen ge­prägt, be­ginnt schon bald das, was Ent­wick­lungs psy­cho­lo­gen als so­zia­les er­wa­chen be­zeich­nen. Das Kind formt sei­ne Mund­win­kel zu ei­nem ge­ziel­ten lä­cheln. Es macht auf sich auf­merk­sam, wenn es Zu­wen­dung be­nö­tigt. Im ers­ten Vier­tel­jahr fängt es auch an, Ge­sich­ter nä­her zu be­trach­ten.

SO­ZIA­LE IN­TER­AK­TI­ON.

„Ein schö­nes Z ei­chen­der so­zia­len In­ter­ak­ti­on “, er­klärt ste­fa­nie­höhl, Wis­sen­schaft­le­rin im Ar­beits­be­reich Ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Wi­en. „An­fangs ap­pel­lie­ren kin­der noch un­ge­rich­tet. Das be­deu­tet: Sie schrei­en, wenn ih­nen et­was nicht passt. In ei­nem sen­si­blen Ab­stim­mungs­pro­zess müs­sen Be­zugs per­so­nen die Re­gun­gen ih­res Nach­wuch­ses eru­ie­ren, um ent­spre­chend dar­auf re­agie­ren zu kön­nen.“Nach und nach ge­win­nen El­tern si­cher­heit im um­gang mit dem ei­ge­nen Spröss­ling. Die­ser wie­der­um ge­winnt im­mer mehr an ko­gni­ti­ven wie mo­to­ri­schen stär­ken. Schon bald is­ter­in­der­la­ge, den­kopf­zu­hal­ten (im drit­ten Mo­nat), sich um­zu­dre­hen (im vier­ten Mo­nat) und zu sit­zen (et­wa ab dem sechs­ten Mo­nat).

AUF EI­GE­NEN BEI­NEN.

Was oft mit Span­nung her­bei­ge­sehnt wird, ist der ers­te Schritt. Das Auf-ei­ge­nen-bei­nen-ste­hen und Ge­hen­ler­nen nimmt so ei­ni­ges an Mus­kel­kraft in An­spruch. Wann ein Kind­so­wei­tist, va­ri­iert­stark. „Dem ei­nen kann es gar nicht schnell ge­nug ge­hen, das an­de­re lässt sich et­was mehr Zeit. Was die mo­to­ri­sche Ent­wick­lung von Kin­dern an­geht, ha­ben wir es mit ei­ner gro­ßen Schwan­kungs­brei­te zu­tun “, fasst Da­nie­laK ar all, Vor­sit­zen­de der Ös­ter­rei­chi­schen ge­sell­schaft fürk in­der-und ju­gend heil kun­de, zu­sam­men. Als fach­ärz­tin der­päd­ia­trie­and er uni kli­nik in Inns­bruck kennt sie die Sor­gen vie­ler El­tern und weiß auch um die lei­di­gen Ver­glei­che, die her­an­ge­zo­gen wer­den: „Manch ein Kind be­ginnt be­reits mit zehn Mo­na­ten zu lau­fen, ein an­de­res mit an­dert­halb Jah­ren. Je nach An­la­gen und per­sön­li­chen Stär­ken eig­net sich ein Kind be­stimm­te Fä­hig­kei­ten zei­ti­ger an, wäh­ren­des sich mit an­de­ren Ent­wick­lungs­schrit­ten viel­leicht ein biss­chen schwe­rer tut. Den Ver­gleich mit an­de­ren Kin­dern »

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