Kurier Magazine - Motor

HÖHERES TEMPO RICHTUNG ZUKUNFT

Die Mobilität der Zukunft hautnah erleben konnten die Teilnehmer der Veranstalt­ung „Next Gen“von BMW in München.

- – MARIA BRANDL

» BMW sieht sich gerne als Vorreiter der E-Mobilität unter den deutschen Hersteller­n. Immerhin sei der i3 mit mehr als 150.000 hergestell­ten Stück seit 2013 praktisch noch immer das einzige in Großserie produziert­e E-Auto aus Deutschlan­d. Doch neben dem i3 wurde es bei BMW zuletzt ruhig punkto E-Mobilität.

Das soll sich ändern, so BMW-Topmanager anlässlich der Zukunftssc­hau „NextGen“in München. Diefür 2025 angekündig­ten 25 elektrifiz­ierten Modelle sollen nun bereits 2023 kommen.

Eine gewichtige Rolle bei den geplanten Verkaufsst­eigerungen »

» elektrifiz­ierter Autos bei BMW spielen Plug-in-Hybride, Hybride, die auch extern zu laden sind. Mit ihnen könnten Stadtfahrt­en emissionsf­rei bewältigt werden – vorausgese­tzt, der Kunde ladet regelmäßig den Akku auf. Immerhin bieten die Besten bald bis zu 100 km E-Reichweite.

Derzeit gibt es aber noch wenig Ladewillig­e unter den Plug-in-HybridFahr­ern, das will BMW ändern. Auch mit dem Hintergeda­nken, dass Plugin-Hybride nur dann in künftigen Null-Abgas-Zonen akzeptiert werden,

Großes Bild: Flugtaxi Skai mit Wasserstof­f und Brennstoff­zellen. Darunter: Designchef A. van Hooydonk am Steuer des M Next

wenn sie dort tatsächlic­h elektrisch fahren. Zudem sollen Plug-inHybride die rückläufig­en Verkaufsza­hlen bei Diesel kompensier­en und helfen, das EU-Flottenver­brauchszie­l von 95 g/km CO2 bis spätestens 2021 einzuhalte­n.

AUTOMATISC­H ABGASFREI. Dass Stadtpolit­iker nicht nur in China in punkto Plug-in-Hybrid als abgasfreie­s Stadtauto skeptisch sind, hat noch einen Grund: Bisher ist nicht kontrollie­rbar, ob die Plug-in-Hybride in der Stadt tatsächlic­h elektrisch und somit abgasfrei fahren. BMW stellte in München eine neue Serienfunk­tion („App“) ab 2020 für Plug-in-Hybride vor. Sie erkennt per GPS selbststän­dig emissionsf­reie Zonen (dank „Geofencing“) und schaltet beim Einfahren in diese Zonen im Auto automatisc­h den Betrieb auf elektrisch um (sofern dies die Batterien zulassen). In der Probephase­werden„GrüneZonen“alsTestber­eiche verwendet.

Ein erster Test mit Autofahrer­n wurde in Rotterdam mit der Stadtverwa­l

tung und der Erasmus-Universitä­t absolviert. Die Teilnehmer erhielten Gutpunkte, wenn sie elektrisch fuhren. Diese Punkte konnten dann z.B. für Gratis-Laden verwendet werden. Die App kontrollie­rt, ob der Lenker im E-Modus unterwegs ist. Ein Sensor erkennt, wann der Verbrennun­gsmotor anspringt.

ROTER-AMPEL-ASSISTENT. Naturgemäß arbeitet auch BMW mit Hochdruck an selbsttäti­g fahrenden Autos. Auf dem Weg dorthin fallen neue

Auf der Veranstalt­ung „Next Gen“ließ BMW die neuen Modelle für die nächsten Jahre auffahren

Funktionen für bekannte Assistenzs­ysteme an. Eine davon war im Münchner Verkehr zu erleben: Der Rote-Ampel-Assistent, eine Erweiterun­g des intelligen­ten Abstandhal­ters.

Dank einer dreifachen Kamera erkennt das Auto die rote Ampel und verzögert selbsttäti­g das Auto bis zum Stillstand. Fürs Losfahren muss der Lenker aber z.B. kurz aufs Gaspedal tupfen, ein automatisc­hes Losfahren ist noch nicht erlaubt.

Auf der kurzen Testfahrt funktionie­rte der neue Assistent einwandfre­i. Auch das österreich­ische Gelbblinke­n versteht er, so BMW. Man betont jedoch, dass es sich dabei um ein Komfortund nicht ein Sicherheit­ssystem handelt. Heißt: Der Fahrer bleibt in der vollen Verantwort­ung.

FLUGDROHNE. Neue Möglichkei­ten für individuel­le Mobilität für jedermann will Skai schaffen.

Es geht dabei um den alten Traum vom fliegenden Auto. Entspreche­nd dem Zeitgeist setzt dieses heute »

» nicht mehr auf Atomantrie­b wie in den 1960er-Jahren, sondern auf Wasserstof­f und Brennstoff­zellen. Ein Exemplar war auf der BMW-Tagung zu sehen.

Skai ist ein fünfsitzig­es Flugtaxi, das schadstoff­frei bis zu vier Stunden bzw. biszurund 640 km fliegen könnensoll. Die Energie liefert Flüssigwas­serstoff, der in Brennstoff­zellen an Bord zu Strom für die sechs E-Motoren umgewandel­t wird.

Für Flugzeuge wird anders als für Pkw Flüssigwas­serstoff für Brennstoff­zellen

verwendet, einerseits aus Sicherheit­sgründen, anderseits wegen der höheren Energiedic­hte sowie wegen der tiefen Temperatur­en in der Atmosphäre. Einähnlich­esKonzeptv­erfolgtder­Regionalfl­ugzeug-Prototyp HY4 von Pipistrel und DLR (Motor-KURIER 6.7.2017). 14 Liter Flüssigwas­serstoff wiegen 1 Kilo.

Das Skai-Flugtaxi sieht Tanks mit 110, 200 oder 400 Liter vor. Mitentworf­en wurde das Fluggerät von der US-BMW-Tochter „Designwork­s“,

die etwa auch für das Hyperloop-Projekt von Elon Musk tätig ist, so Holger Hampf, Chef von Designwork­s, bei der BMW-Veranstalt­ung.

Die Wasserstof­ftanks sind derzeit aus Stahl, dieser soll später durch Titan ersetzt werden. Produzent der Tanks ist Hylion, ein koreanisch­er Spezialist auf dem Gebiet.

Das Flugtaxi kann voll autonom, ferngesteu­ert oder mit Piloten fliegen. Die Nutzlast beträgt rund 450 kg.

Im Freien zeigte BMW die nächsten Stufen auf dem Weg zum autonomen Fahren wie etwa den Rote-AmpelAssis­tenten

 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??
 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Austria