For­schung für den Proi-Fuß­ball

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Bei Mann­schats­sport­ar­ten, wie zum Bei­spiel Fuß­ball, ist die Be­wer­tung der in­di­vi­du­el­len sport­li­chen Leis­tung von ein­zel­nen Ath­let/in­nen ein schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen. Ei­ner­seits wird die Leis­tung ein­zel­ner Spie­ler/in­nen durch die Per­for­mance ih­rer Mann­schats­kol­leg/in­nen so­wie ih­rer Ge­gen­spie­ler/in­nen maß­geb­lich be­ein­lusst. An­de­rer­seits ha­ben auch äu­ße­re Fak­to­ren – wie das Wet­ter, die Be­scha­fen­heit des Spiel­fel­des oder ähn­li­ches – Aus­wir­kun­gen auf die Spiel­leis­tung. Ei­ne wirk­lich ob­jek­ti­ve Be­wer­tung ein­zel­ner Spie­ler ist an­ge­sichts vie­ler un­ter­schied­li­cher Ein­luss­grö­ßen äu­ßerst schwie­rig, al­ler­dings von gro­ßer Wich­tig­keit im Proi-Sport. Die Spiel­fä­hig­keit um­fasst die Fak­to­ren Kon­di­ti­on, Tech­nik und Tak­tik. Die­se sind trai­nier­bar und da­mit die we­sent­li­chen Kom­po­nen­ten im sport­li­chen Trai­nings­pro­zess. Dar­über hin­aus wird die Leis­tung auch durch phy­si­sche, psy­chi­sche und so­zia­le Fak­to­ren be­ein­lusst. Die­se wir­ken sich eben­falls auf die kon­di­tio­nel­len, tech­ni­schen und tak­ti­schen Fä­hig­kei­ten des Spie­lers aus – trai­nier­bar sind die­se Ein­luss­fak­to­ren al­ler­dings nicht.

Qua­li­ta­tiv vor quan­ti­ta­tiv

Zur Beur­tei­lung der in­di­vi­du­el­len Spiel­leis­tung wer­den in der Pra­xis so­wohl qua­li­ta­ti­ve als auch quan­ti­ta­ti­ve Me­tho­den zur Leis­tungs­dia­gnos­tik ein­ge­setzt. Bei qua­li­ta­ti­ven Ver­fah­ren be­ruht die Beur­tei­lung im We­sent­li­chen auf der sub­jek­ti­ven Ein­schät­zung des Trai­ners oder der Trai­ne­rin. An­hand von Be­ob­ach­tun­gen, vi­deo-ba­sier­ten Ana­ly­sen und der Er­fah­rung des Trai­ners oder der Trai­ne­rin wird die Spiel­leis­tung be­wer­tet, der wei­te­re Trai­nings­pro­zess ab­ge­lei­tet und die Spiel­stra­te­gie be­stimmt.

Quan­ti­ta­ti­ve Ver­fah­ren hin­ge­gen kon­zen­trie­ren sich le­dig­lich dar­auf, Da­ten aus Spiel­ergeb­nis­sen zu er­fas­sen und die­se lo­gisch aus­zu­wer­ten – die all­ge­mei­nen Rah­men­be­din­gun­gen, Wech­sel­wir­kun­gen am Spiel­feld so­wie an­de­re Ein­lüs­se blei­ben da­bei un­be­rück­sich­tigt. In der Pra­xis ha­ben da­her die qua­li­ta­ti­ven Me­tho­den ei­ne we­sent­lich grö­ße­re Be­deu­tung.

In­ter­pre­ta­ti­on an­hand von Da­ten

Im Rah­men des Pro­jekts „WiMoiS“(Wis­sens­ba­sier­te Mo­del­lie­rung der in­di­vi­du­el­len Spiel­leis­tung) ar­bei­tet die Sot­wa­re Com­pe­tence Cen­ter Ha­gen­berg GM­BH (SCCH) an der Ent­wick­lung ei­nes Sot­wa­re-Sys­tems für die da­ten­ba­sier­te qua­li­ta­ti­ve Beur­tei­lung der Spiel­leis­tung von ein­zel­nen Sport­ler/in­nen. Pro­jekt­part­ner sind die Uni­ver­si­tät Wi­en, In­sti­tut für Sport­wis­sen­schat und das High­tech-Un­ter­neh­men in­mo­tio­tec GM­BH. Für die Ent­wick­lung des Sot­wa­re-Sys­tems wer­den zu­nächst un­ter­schied­li­che Da­ten er­fasst. Ein Po­si­ti­ons­er­fas­sungs­sys­tem re­gis­triert die Po­si­ti­on so­wie Herz­fre­quenz der Spie­ler/in­nen und Ex­pert/ in­nen ana­ly­sie­ren un­ter­schied­li­che Vi­deo­se­quen­zen. Die aus der Ana­ly­se eru­ier­ten Fak­to­ren und die er­ho­be­nen Da­ten die­nen als Ba­sis da­für, ein Sot­wa­re-Sys­tem zu ent­wi­ckeln, das ei­ne com­pu­ter­un­ter­stütz­te In­ter­pre­ta­ti­on der in­di­vi­du­el­len Spiel­leis­tung er­mög­licht – un­ter Be­rück­sich­ti­gung der vie­len ver­schie­de­nen Fak­to­ren und Ein­luss­grö­ßen.

Die neu­en Ana­ly­se­mög­lich­kei­ten er­mög­li­chen es, den Spie­ler/ in­nen un­mit­tel­bar Feed­back zu ih­rer Leis­tung zu ge­ben, die Ob­jek­ti­vi­tät

Ob­jek­ti­ve und sot­wa­re-ba­sier­te Be­wer­tung der in­di­vi­du­el­len Spiel­leis­tung

bei der Beur­tei­lung zu er­hö­hen, die Ei­zi­enz und In­di­vi­dua­li­tät von Trai­nings­plä­nen zu stei­gern so­wie das Re­cruit­ing von Nach­wuchs­sport­ler/in­nen zu ver­ein­fa­chen.

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