Von Pfer­den, die uns Men­schen ei­nen Spie­gel vor­hal­ten

EDITORIAL

Kurier Magazine - Seltene Krankheiten - - Schon Gehört -

Man sagt den Is­land­pfer­den nach, dass sie ei­nen ei­ge­nen Kopf ha­ben. Nett aus­ge­drückt. We­ni­ger freund­lich for­mu­liert: Is­län­der sind stu­re Bö­cke. Das kann ich nicht un­ter­schrei­ben, aber ja, es be­darf manch­mal schon ei­nes si­che­ren Auf­tre­tens, um sie von et­was zu über­zeu­gen. Ich weiß, wo­von ich spre­che: Mei­ne Toch­ter und ich sind be­geis­ter­te Is­land pfer­de be­sit­zer–und im Lau fe­der Reit kar­rie­re ha­ben sie uns schon auch mal in die Schran­ken ver­wie­sen. Da war et­wa un­ser ers­tes Pferd Odinn. Er war ei­ne See­le von ei­nem Tier, nur beim Sat­teln hat­te er Pro­ble­me. Das Zu­zie­hen des Gur­tes war für ihn der blan­ke Hor­ror; und nur Per­so­nen, die ein si­che­res Auf­tre­ten hat­ten, konn­ten ihn in die­ser Si­tua­ti­on han­deln. Wer nicht wuss­te, wie er da­mit um­ge­hen soll­te und sich Odinn ängst­lich nä­her­te, wur­de mit ei­nem hys­te­ri­schen stei­gen­den Pferd kon­fron­tiert. Pfer­de spie­geln den Men­schen, heißt es. Sie nä­hern sich uns oh­ne Vor­ur­tei­le. Wir aber drü­cken mit un­se­rer Kör­per­hal­tung et­was aus – und Pfer­de re­agie­ren dar­auf. Dar­um sind sie wun­der­bar ge­eig­net, uns ei­nen Spie­gel vor­zu­hal­ten und uns mit ih­rer Re­ak­ti­on be­wusst zu ma­chen, wie wir auf an­de­re wir­ken. In Se­mi­na­ren, wie mei­ne Kol­le­gin Bar­ba­ra Stie­ger ei­nes be­sucht hat, ler­nen die Teil­neh­mer durch Pfer­de viel über sich selbst. Ein in­ter­es­san­tes The­ma – so wie die an­de­ren Ge­schich­ten in­dem ak­tu­el­len­me­di co auch. Ich wün­sche Ih­nen viel Spaß mit der vor­lie­gen­den Aus­ga­be.

Für den ei­nen oder an­de­ren ist be­reits der Som­mer­ur­laub an­ge­bro­chen. Das ak­tu­el­le MEDICO ver­spricht span­nen­de Ur­laubs­lek­tü­re.

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