AL­LES FÜR DAS PER­FEK­TE BILD

Vier­mal klingeln: Be­kann­te Li­fe­style-blog­ger ge­ben Ein­bli­cke in ih­re pri­va­ten Wohn­wel­ten.

Kurier Magazine - Wohnen - - Inhalt - VON ELI­SA­BETH KLOKAR FO­TOS: JÜRG CHRISTANDL & GER­HARD DEUTSCH

Vier Li­fe­style-blog­ger er­lau­ben ei­nen Blick in ihr Zu­hau­se

» Um Schrank­flä­chen müs­sen sich Hen­drik­ge­not­te, alias­hank­ge, und sei­ne Freun­din nicht strei­ten – sie zo­gen vor knapp ei­nem Mo­nat in ein Dach­ge­schoß mit ei­ge­nem An­klei­de­zim­mer. „Ei­gent­lich ge­fiel uns die al­te Woh­nung, aber 55 Qua­drat­me­ter wa­ren zu klein. Wir bei­de ha­ben ei­ne Men­ge Kla­mot­ten und la­gern all­ge­mein viel für un­se­re Shoo­tings ein; noch da­zu ar­bei­ten wir re­gel­mä­ßig im Ho­me­of­fice“, er­klärt­der­fa­shion- und Li­fe­style-blog­ger, der­vor­he­ri­nei­nem Alt­bau wohn­te. Dem sieb­ten Be­zirk blie­ben sie treu, die Qua­drat­me­ter er­höh­ten sich auf 73, nur die Raum­hö­he schrumpf­te. „Zu­erst wa­ren wir uns mit dem nied­ri­ge­ren Neu­aus­bau nicht si­cher, doch mit der Ter­ras­se fühlt es sich wie­der gut an; die bo­den­tie­fe durch­ge­hen­de Fens­ter­front ver­mit­telt mir die nö­ti­ge Frei­heit“, und ver­weist auf die dop­pel­flü­ge­li­ge Bal­kon­tü­re.

STILMIX.

Ob man auf der Couch im Wohn­zim­mer sitzt oder sich Mat­chaTee in der of­fen ge­hal­te­nen Kü­che an­rührt, der weit­läu­fi­ge bal­kon ist ein Ma­gnet – und eben­so wie der Rest der Woh­nung im ori­en­ta­lisch-ba­li­ne­si­schen Stil mit Six­ties-ele­men­ten ge­hal­ten. „Wir ver­brin­gen vie­le Mo­na­te auf Ba­li – Mit­bring­sel wie Wand­be­hän­ge und Blu­men­am­peln er­in­nern im Schlaf­zim­mer dar­an.“Da­mit wird die ge­mein­sa­me rei­se­lust ef­fekt­voll in Ein­ri ch tungs­sp ra­che über­setzt. Und es fällt noch ei­ne Be­son­der­heit im Hau­se Hank auf: Per­ser­tep­pi­che. „Zum Glück mö­gen wir bei­de die Schön­hei­ten. Der Per­ser im Bad war aber als Scherz ge­dacht. Doch er ge­fiel uns so gut, dass jetzt dort bleibt“, meint er zu­frie­den.

Beim Gestal­ten ist sich das Paar ei­nig: „Ich fin­de die Ein­zel­stü­cke, mei­ne Freun­din kre­iert das Ge­samt­bild “, und führt Samt ses­sel i mR etroLook vor, auf de­nen kat­ze fer­ni ger­ne auch mal ih­re Haa­re ver­lie­ren darf. Per­fekt in Sze­ne ge­setzt, span­nen sie ei­nen Bo­gen von Bo­ho bis Vin­ta­ge – Hanks be­vor­zug­ter stil .„ mö­bel sol­len et­was er­zäh­len, dür­fen ge­wagt sein, am bes­ten mit lie­bens­wer­ten Ecken und Kan­ten“, fasst der ge­bür­ti­ge Köl­ner zu­sam­men. Wäh­rend sich der Blog­ger schon im­mer für Li­fe­style in­ter­es­sier­te, misst er dem Ein­rich­ten erst seit Kur­zem ei­nen grö­ße­ren »

Stel­len­wert bei. „Ich schrei­be über Din­ge, die mir per­sön­lich auch ge­fal­len. Und das The­ma ist mir jetzt ein­fach wich­ti­ger als frü­her.“Was fehlt al­so noch zum wohl­ge­fühl ?„ ein Ess­tisch und ein Rat­t­an­bett – un­ser heiß er­sehn­ter Neu­zu­gang.“Denn Ein­rich­tung darf bei Hank or­ga­nisch wach­sen.

GE­STAL­TE R IN TRIFFT DE­SI­GNER.

Ve­rän­de­rung brauch­te auch sie: And­reea Ce­buc, aka Deea, zog im Som­mer um und ver­wirk­licht sich auf knapp 100 Qua­drat­me­tern im sechs­ten Be­zirk ih­ren Wohn­t­raum: „Ich mie­te­te lan­ge ein klei­nes ein-zim­mer-ap­par­te­ment im Neun­ten. Die Ge­gend ver­mis­se ich, die Woh­nung nicht mehr “, und zeigt auf die ho­hen flü­gel­tü­ren, die sich vom Vor zim­mer zum Wohn­zim­mer hin öff­nen. In klas­si­scher Alt­bau­ma­nier ver­zwei­gen sich von hier aus ein klei­nes Ka­bi­nett und ein Schlaf­zim­mer mit Bal­kon – licht­durch­flu­tet, knapp vier Me­ter hoch und mit knar­ren­dem Echt­holz­par­kett. „Ich such­te mit mei­nem Freund fa st­ein jahr. Par­al­lel über­leg­te ich mirgl eich das Ein­rich­tungs­kon­zept, denn das dau­ert bei mir .“Deea plan­te ziel­si­cher, denn nach „ge­ra­de­ein­ge­zo­gen“sieh­tes­hier­nicht aus. „Das stimmt, die meis­ten Mö­bel sind schon plat­ziert. Klei­ne De­tails feh­len noch“, so die Blog­ge­rin.

Was bis­her auf ih­rer Ein­kaufs­lis­te stand? Ei­ne mo­du­la­re schlaf­couch von In­no­va­ti­on, ein Tisch von Bo­lia und ein maß­ge­fer­tig­ter Ess­tisch mit an­thra­zit far­ben er Glas­plat­te; den gol­de­nen Ser­vier­wa­gen von West­wing und ein Si­de­board mit mas­si­ver Holz­plat­te und Me­tall­bei­nen brach­te sie mit. Schlicht ge­rahm­te Pos­ter – Sou­ve­nirs von ih­ren Rei­sen– kor­re­spon­die­ren har­mo­nisch .„ das ist mei­ne Lei­den­schaft. Ich bin viel un­ter­wegs – so ho­le ich mir die schöns­ten Er­in­ne­run­gen mit nach Hau­se“, und lieb­äu­gelt da­bei mit San­da­len aus Ma­rok­ko und ei­ner gol­de­nen Scha­le aus New York. Als Ar­chi­tek­tin weiß sie genau, wel­che Lieb­lings­stü­cke noch feh­len :„ ich träu­me von ei­nem mar­celBr eu­er- chair.E in de­sign klas­si­ke raus mei­ner fa­vo­ri­sier­ten Bau­haus-pha­se. Und die Ki­n­oleuch­te, eben­falls aus die­ser Zeit.“Apro­pos Plä­ne – das Mul­ti­ta­lent er­füllt sich dank der Raum­hö­he ei­nen ganz ver­träum­ten Wunsch: „End­lich ha­be ich Platz für ei­nen drei Me­ter ho­hen Weih­nachts­baum!“

DACH SCHRÄ­GEN MIT AUS­SICHT.

Bäu­me liebt tat ja­nak­reuz­mayr eben­falls. Im wohn­zim­mer ih­rer dach­ge­schoßw oh nung na­he des­naschm ar kts steht ein weiß ge­stri­che­ner schma­ler Bir­ken­stamm mit an­ge­schnit­te­nen Äs­ten, fest ver­an­kert in ei­nem Me­tall­fuß .„ Das war ei­ne ehe­ma­li­ge Schau­fens­ter­de­ko­ra­ti­on und ein Ge­schenk ei­nes Freun­des.“Ihr ein­zi­ges Ob­jekt, das bis­her je­den Um­zug mit­mach­te. Zugleich er­in­ner­ter sie an ih­re mut­ter und Schwes­ter – auch sie be­ka­men »

je ei­nen Baum. „Ich bin ein Fa­mi­li­en­mensch. Mein Bru­der be­sucht mich zum Bei­spiel mehr­mals in der Wo­che –dann ko­chen oder gril­len wir .“Da­für woll­te die Blog­ge­rin im­mer ei­ne Koch­in­sel, die es ne­ben an­de­ren Plus­punk­ten – viel Licht, au­ßer­ge­wöhn­li­che La­ge – in der Woh­nung, ge­mein­sam mit dem Miet­ver­trag, auch gab. Dach­schrä­gen wa­ren kein Aus­schluss kri­te­ri­um–Tat jana ließ sich ih­ren traum nicht schmä­lern: Die Kan­ten wur­den lieb ge­won­nen und Kom­mo­de­und­co. pass­te­man­ein­fach an, denn als per­fek­tio­nist in ak­zep­tiert sie kei­ne Kom­pro­mis­se. So zieht sich das kla­re kon­zept vom ein­gang bis ins Schlaf­zim­mer durch, gut sicht­bar am schwarz la­ckier­ten Fahr­rad an der Wand, des­sen Draht­spei­chen sich in den Lam­pen­schir­men wie­der­fin­den. „Ich bin ein Monk. Das sind ein­deu­tig die Ge­ne mei­ner Mut­ter. Wäh­rend frü­her­alles­weiß­sein­muss­te, mi­xeich heu­te neu­tra­le Tö­ne mit un­auf­dring­li­chen Farb­ak­zen­ten.“

Die 70 Qua­drat­me­ter gro­ße Mais­so­net­te-auf­tei­lung ver­birgt aber noch ei­nen ganz be­son­de­ren Lieb­lings­platz: ei­ne Dach­ter­ras­se mit 23 Qua­drat­me­tern. „Ich wuchs am Land auf und ver­mis­se es auch. Des­halb he­ge und pfle­ge ich sie mit Hor­ten­si­en und Kräu­tern. Mein Ziel is­tei­ne­grü­ne­oa­se, nach­dem­vor­bild der pflan­zen­rei­chen Rooft­op-gär­ten.“Und noch ein be­son­de­res Ex­em­plar fehlt: „Ich woll­te im­mer ei­nen gol­de- nen Ser­vier­wa­gen ha­ben.“Wä­re das nicht ein idea­les Ge­schenk? „Bes­ser nicht, ich bin sehr hei­kel; Gut­schei­ne sind in Ord­nung, kit­schi­ge Por­zel­lan­fi­gu­ren nie­mals“, und zwin­kert da­bei. Die wür­den ver­mut­lich ge­nau­so schnell­ver­schwin­den­wieih­re­gar­de­ro­ben­viel­falt. „Ich la­ge­re al­les im Kel­ler. Sai­so­na­le Mo­de bleibt oben“, und zeigt auf ei­nen mit­tel­gro­ßen Schrank im Schlaf­zim­mer. Platz für zwei gibt es in der Woh­nung ge­nug, Stau­raum we­ni­ger. „Das stimmt, um den Klei­der­schrank müss­te man sich strei­ten“, scherzt Tat­ja­na sym­pa­thisch.

GE­TEIL­TE RÄU­ME.

Ge­trennt be­geh­ba­re Räu­me such­ten In­te­ri­eur-blog­ge­rin­me­la­nie­ku­glit­schun­dihr­mann

vor zwei Jah­ren. „Un­se­re Fa­mi­lie brauch­te Platz“, be­grün­det sie den Um­zug. Den idea­len Grund­riss fan­den sie in ei­nem neu­bau in­der ge­gend um den Brun­nen­markt. We­ni­ge Schrit­te braucht es vom Vor­raum in den Wohn­raum mit of­fe­ner Kü­che. Der ers­te ein­druck: die fo­to ku­lis­se für ei­nen skan­di­na­vi­schen Ein­rich­tung ska­ta­log .„ in­der re­gel lie­be ich alt­bau­ten, am liebs­ten im Ach­ten–ho­he Wän­de, Flü­gel­tü­ren, das ist ein­fach Wi­en. Der 70er-jah­re-charme hat sei­ne Vor- und Nach­tei­le. Die ge­trenn­ten Zim­mer wa­ren auf je­den Fall aus­schlag­ge­bend – die Kin­der ha­ben ihr ei­ge­nes Zim­mer.“

So tei­len sich die 85 qua­drat­me­ter in ein zen­tra­les Wohn­zim­mer mit an­gren­zen­dem Kin­der-, Schlaf- und Ba­de­zim­mer auf. In je­dem Eck ste­hen mo­der­ne De­ko­ra­tio­nen, wel­che die ge­lern­te Fo­to­gra­fin mit Ge­spür dra­piert .„ ich bie­te mei­nen fans an­re­gun­gen und in­spi­ra­tio­nen. Al­ler­dings kann ich mei­ne mö­bel nicht mo­nat­lich aus­tau­schen. Da­her fo­kus­sie­re ich mich auf aus­schnit­te oder ver­schö­ne­re ein­zel­ne Zim­mer.“Aber nicht nur die klei­nen Ar­ran­ge­ments fal­len auf, son­dern zwei et­was un­ge­wöhn­li­che Ge­gen­stän­de, die so gar nicht nach Skan­di­na­vi­en pas­sen: ei­ne al­te Holz lei­ter, gleich da­ne­ben ei­ne bäu­er­li­che Holz bank, be­deckt mit jahr­zehn­te al­ter pa­ti­na.„i ch wuchs am Land mit Kirsch­bäu­men auf. Die­se er­klomm ich mit genau die­ser. Ein sen­ti­men­ta­les Stück vom Spei­cher mei­ner Groß­el­tern.“Zweck­ent­frem­det ver­schö­nert das Set jetzt das Wohn­zim­mer und bricht char­mant die Geo­me­trie aus recht­ecki­gen Fens­ter­flä­chen, glat­ten Tü­ren und stren­gen Kan­ten. Ge­müt­lich wir­ken auch ver­schie­de­ne ma­te­ria­li­en–Samt, Ve­lours, Sei­de, Lei­nen – und Ober­flä­chen – Holz, Glas, Me­tall, Kunst­stoff, im­mer ver­bun­den durch den ge­mein­sa­men Nen­ner: Far­ben! Bun­te Bil­der, Grün­pflan­zen und ein wei­ßes USMHal­ler-si­de­board um­rah­men den Blick­fang der Woh­nung: ei­ne cur­ry­far­be­ne couch­vo rei­ner dun­kel­grü­nen Wand. „Ja, bei mir darf es bunt sein. Das grün wa­re in tipp ei­ner freun­din. Denn Rauch­ro­sa woll­te ich »

mei­nem Mann nicht an­tun“, sagt Melanie schmun­zelnd und ar­ran­giert ne­ben­bei ih­re frisch ge­kauf­ten schnitt­blu­men.

Ist Melanie Ku­glitsch an­ge­kom­men? „Ein­mal wer­den wir be­stimmt noch um­zie­hen müs­sen – die Kin­der wer­den grö­ßer. Ab erich hal­te nicht an Al­tem fest, da­her än­de­re ich mei­ne Wohn­sti­le sehr oft: von Shab­by Chic, Ko­lo­ni­al bis zum Ze­bra­mus­ter war schon al­les da­bei.“Heu­te liebt sie ih­re nor­di­sche Re­du­ziert­heit, ge­mixt mit wohn­li­chen Klas­si­kern. Was die Zu­kunft brin­gen wird ?„ ich las­se mich von der nächs­ten Woh­nung über­ra­schen und wer­de das Bes­te aus ihr her­aus­ho­len.“«

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