Die Rou­ti­ne durch­bre­chen

SE­RIE SUCHT: TEIL 1

Kurier Magazine - Zähne - - Medico Inhalt - VON MAG­DA­LE­NA MEERGRAF

Se­rie Teil 1: Wie Sucht ent­steht

Wie kommt es zur Ent­ste­hung ei­ner Sucht? Heu­te weiß man, dass es auf die­se Fra­ge nicht die ei­ne Ant­wort gibt. Ei­ne we­sent­li­che Rol­le bei der Ent­ste­hung spielt das Be­loh­nungs­sys­tem im Ge­hirn. Das al­lei­ne reicht aber nicht aus. Ein Er­klä­rungs­ver­such.

» Der Af­ter-work-drink. Die Zi­ga­ret­te zum Kaf­fee. Die Ta­blet­te zum Ein­schla­fen. Es sind Ge­wohn­hei­ten, an­de­nen­wir­men­schen­uns­fest­hal­ten. Um run­ter­zu­kom­men, um Stress ab­zu­bau­en – viel­leicht das häu­figs­te Mo­tiv, um nach Dro­gen zu grei­fen. Ge­wohn­hei­ten zu durch­bre­chen, fällt schwer. Und manch­mal ent­wi­ckeln sie sich zur Ab­hän­gig­keit. War­um sind sol­che Hand­lungs­mus­ter so hart­nä­ckig und wann wer­den sie zur Sucht? War­um ent­wi­ckeln man­che Men­schen ein krank­haf­tes Ver­lan­gen und an­de­re nicht? Das sind kom­ple­xe Fra­gen, auf die es lei­der kei­ne ein­fa­chen Ant­wor­ten gibt.

SUCHT ODER AB­HÄN­GIG­KEIT.

Schon die Be­griff­lich­keit gibt in Fach­krei­sen ei­nen An­lass zur Dis­kus­si­on: So spricht man heu­te in Be­zug auf Al­ko­hol, Ta­ba­ko­der Me­di­ka­men­te­of­fi­zi­ell nicht mehr von Sucht, son­dern von stoff­ge­bun­de­ner Ab­hän­gig­keit. Da­mit woll­te man ur­sprüng­lich ei­ner Stig­ma­ti­sie­rung ent­ge­gen­wir­ken. Der sprach­li­che Schritt von der „Sucht“in die „Ab­hän­gig­keit“hat das Pro­blem aber kei­nes­wegs ge­löst. »

Seit Jahr­hun­der­ten ei­ne Kon­stan­te auf der Welt. Al­ko­hol wirkt als Zell­gift, das ab ei­ner be­stimm­ten Men­ge Zel­len und Or­ga­ne wie die Le­ber an­greift.

Rund 150.000 Men­schen dürf­ten in Ös­ter­reich von ei­ner Me­di­ka­men­ten­sucht be­trof­fen sein. Rund 24 Pro­zent der Ös­ter­rei­cher grei­fen täg­lich zur Zi­ga­ret­te, bei den ju­gend­li­chen Rau­chern sind wir nach wie vor „Eu­ro­pa­meis­ter“.

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