Zu­rück zur Na­tur

BA­SEN­FAS­TEN

Kurier Magazine - Zähne - - Medico Inhalt - VON ELGIN FEUSCHAR

Ba­sen­fas­ten – so funk­tio­niert es

Es ist ei­ne Art der Er­näh­rung, die oft aus­pro­biert, aber auch miss­ver­stan­den wird. Ein Lie­fer­ser­vice in Wi­en ver­sucht die­sen Be­reich ku­li­na­risch zu re­vo­lu­tio­nie­ren und bringt die mo­bi­le Ba­sen­kur zu sei­nen Kun­den nach Hau­se.

» In Reih un­d­glied ste­hen die wei­ßen Schach­tel­n­auf­dem­brei­ten­ess­ti­schim Ein­gangs­be­reich auf­ge­fä­delt. Um sie her­um tum­melt sich ein jun­ger Mann, der ih­ren In­halt mit Ge­mü­se­stan­gen und Boh­nen­mous­se be­füllt. Ge­gen­über, in der of­fe­nen Wohn­kü­che, zischt und brut­zelt es vor sich hin. Der Koch be­wegt sich von Pfan­ne zu Pfan­ne und schwenkt die Zu­ta­ten ge­schickt aus dem Hand­ge­lenk. Ein köst­li­cher Ge­ruch macht sich im Raum breit. Hier, im 7. Wie­ner Ge­mein­de­be­zirk, er­lebt man ein be­son­de­res ku­li­na­ri­sches Er­leb­nis – auch wenn es sich um kein Re­stau­rant im klas­si­schen Sin­ne han­delt. »

Spä­tes­tens wenn die wei­ßen Schach­teln mit den bun­ten Eti­ket­ten für mor­gens, mit­tags und abends ver­packt wer­den, weiß man, dass sie nicht hier blei­ben. Sie be­ge­ben sich auf ei­ne Rei­se zu je­nen Men­schen, die ihr Ess­ver­hal­ten än­dern und sich für ei­ne ge­wis­se Zeit ba­sisch er­näh­ren wol­len. Er­mög­licht wird das durch den Wie­ner Lie­fer­ser­vice Ba­sen­box, der mit ku­li­na­ri­schem und me­di­zi­ni­schem Know-how ei­nen ge­sun­den Le­bens­stil zu sei­nen Kun­den nach Hau­se brin­gen will.

NA­TUR PUR.

Als Phil­ip­pa Lo­v­rek ihr Stu­di­um der Er­näh­rungs­wis­sen­schaf­ten be­en­de­te, kam sie zu dem Schluss, dass die Grund­la­ge un­se­rer Er­näh­rung ba­sisch ist: „Es ist et­was ganz Na­tür­li­ches und nichts an­de­res als viel Obst, Ge­mü­se und Voll­korn­pro­duk­te. Das kann prin­zi­pi­ell nicht schlecht sein, weil es ge­nau die Stof­fe be­inhal­tet, die wir für ein ge­sun­des Le­ben brau­chen“, er­klärt sie und star­te­te vor vier Jah­ren auf ei­ge­ne Faust ei­nen ba­si­schen Lie­fer­ser­vice aus ih­ren ei­ge­nen vier Wän­den. Als 2016 ihr Bru­der Leo­pold und der ge­mein­sa­me Freund Al­brecht das Team er­gänz­ten, grün­de­ten sie ge­mein­sam die Ba­sen­box. Seit 2017 agie­ren sie als sechs­köp­fi­ges Team in vol­ler Be­set­zung und be­lie­fern aus dem 7. Be­zirk die Wie­ner Groß­stadt in­klu­si­ve Um­ge­bung mit frisch ge­koch­ten Me­nüs. Die drei ba­si­schen Mahl­zei­ten sind da­bei schon fix­fer­tig in den wei­ßen Schach­teln ab­ge­packt und müs­sen zu Hau­se nur noch auf­ge­wärmt wer­den. „Ge­mü­se, Obst, Ge­trei­de­sor­ten, Hül­sen­früch­ten so­wie Kräu­ter sind bio und stam­men vom Bio­hof Ada­mah“, er­klärt Leo­pold Lo­v­rek. Die Zi­trus­früch­te, die in ih­ren Spei­sen ver­mehrt vor­kom­men, wer­denz­war­zu­ge­lie­fert, aber auch­hier ach­te man­auf­ei­nen­bio­lo­gi­schen An­bau. Be­glei­tet wer­den die täg­li­chen Ba­sen-lie­fe­run­gen von ei­nem Brief, der die Zu­sam­men­set­zung der Me­nüs be­schreibt und be­stimmt­ein­halts­stof­fe in ih­rer Funk­tio­ner­klärt. Die­ba­sen­box­sieht­si­ch­als mo­bi­le Kur, die für ei­nen ge­wis­sen Zei­t­raum ( 3 oder 10 Ta­ge) ver­kös­tigt. „Der Ef­fekt ist nach drei Ta­gen auch schon da. Je­mand, der aber wirk­lich sein Le­ben ver­än­dern möch­te, dem­ra­ten wir zu zehn Ta­gen“, er­klärt Phil­ip­pa Lo­v­rek be­züg­lich der „ge­sun­den Aus­zeit“, die manso­pro­blem­los­in­den hek­ti­schen All­tag in­te­grie­ren kann.

A BOX A DAY.

Das Prin­zip der ba­si­schen Er­näh­rung fußt im Ur­sprung der Na­tur und kann im Grun­de als Vor­stu­fe zur ve­ga­nen Er­näh­rung an­ge­se­hen wer­den. „Ob et­was sau­er oder ba­sisch ist, hat nichts da­mit zu tun, wie es schmeckt, son­dern wie es in un­se­rem Kör­per ver­stoff­wech­selt wird. Al­les, was­wires­sen, wir­din­meh­re­ren klei­nen Schrit­ten ge­spal­ten. Da­bei geht es eben dar­um, ob das End­pro­dukt ei­nen sau­ren oder ba­si­schen Ef­fekt­au­fun­ser­en­kör­per­hat“, er­klärt Phil­ip­pa Lo­v­rek. Sü­ßig­kei­ten wer­den zum Bei­spiel sau­er ver­stoff­wech­selt, ob­wohl der Ge­schmack per se nicht mit Säu­re in Ver­bin­dung ge­bracht wird. „Pi mal Dau­men ist es so: Al­les, was raf­fi­niert oder be­han­delt wur­de, wo die Scha­le fehlt oder es nicht mehr ganz dem Ur­sprung ent­spricht, ist meis­tens sau­er“, er­klärt Lo­v­rek das Grund­prin­zip. Ku­rio­ser­wei­se sind aber ge­ra­de Zi­trus­früch­te trotz ih­res sau­ren Ge­schmacks ba­si­sche Le­bens­mit­tel, die zum Wür­zen von Spei­sen ef­fek­tiv in ih­rem Ein­satz sind. Mi­ne­ral­stof­fe und Spu­ren­ele­men­te wer­den im mensch­li­chen Kör­per ba­sisch ver­stoff­wech­selt, wäh­rend Ei­wei­ße und Koh­len­hy­dra­te die Säu­re­bil­dung ver­stär­ken. Vor al­lem tie­ri­sches Ei­weiß führt im Ma­gen zu ei­ner stär­ke­ren Salz­säu­re­aus­schüt­tung als pflanz­li­che Ei­wei­ße. „Man muss sich schon da­mit aus­ein­an­der­set­zen un­d­her­aus­fin­den, wel­che Le­bens­mit­tel man es­sen kann und wel­che nicht. Ge­trei­de ist bei­spiels­wei­se­sehr­kom­plex, denn­da gibt es gu­te­ba­sen­bild­ner­und­schlech­te Säu­re­bild­ner“, fährt Lo­v­rek fort. Für den Stoff­wech­sel wer­den zwi­schen den ba­si­schen Mahl­zei­ten fünf St­un­den Pau­se emp­foh­len. Be­glei­tend zu den Me­nüs ist ei­ne Min­dest­men­ge von 1,5 bis 2 Li­tern Was­ser auf der Ta­ges­ord­nung, um­di­e­nie­ren­an­zu­re­gen­und die Schad­stof­fe aus­zu­schwem­men. Das sechs­köp­fi­ge Team der Ba­sen­box sieht sich aber nicht als Hard­li­ner – ganz im Ge­gen­teil. Auch sie kön­nen auf Schnit­zel, Scho­ko und Co. nicht im­mer ganz ver­zich­ten. Ob­wohl Milch­pro­duk­te als sau­er klas­si­fi­ziert wer­den, konn­ten sie in der Ver­gan­gen­heit in ih­rer Kü­che nicht kom­plett aus dem Spei­se­plan ge­stri­chen wer­den. »

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