UR­BA­NER GÄRT­NER SUCHT GE­MEIN­SCHAFT

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Vor al­lem im anglo-ame­ri­ka­ni­schen Raum ha­ben ur­ba­ne Gär­ten bzw. Ge­mein­schafts­gär­ten Tra­di­ti­on. Der Trend aus Über­see fin­det aber zu­neh­mend in Eu­ro­pa An­hän­ger. Auch die Bro­schü­re „Ge­sund­heits­för­dern­de Wir­kung von Gär­ten“, 2016 her­aus­ge­ge­ben von der Hoch­schu­le für Agrar- und Um­welt­päd­ago­gik, wid­met die­sem Gar­ten­typ ein Ka­pi­tel. Her­vor­ge­ho­ben wird u. a. hier die wis­sen­schaft­li­che Ar­beit von Car­rie Dra­per und Dar­cy Freed­man. 2010 fass­te das Us-ame­ri­ka­ni­sche Duo die Be­weg­grün­de bzw. Zie­le zu­sam­men, die zur Grün­dung und Er­hal­tung ei­nes Ge­mein­schafts­gar­tens füh­ren. Im Ge­gen­satz zum The­ra­pie­gar­ten ste­hen hier nicht er­ho­len­de, hei­len­de und wie­der­her­stel­len­de Aspek­te im Vor­der­grund. Ei­nen po­si­ti­ven Ef­fekt auf den Men­schen ha­ben Ge­mein­schafts­gär­ten den­noch. Drei sol­len hier er­wähnt wer­den:

1Ge­sund­heit­li­che Ef­fek­te

Von der kör­per­li­chen Ak­ti­vi­tät pro­fi­tie­ren Ju­gend­li­che wie Er­wach­se­ne. Au­ßer­dem kön­nen durch den ver­mehr­ten Kon­sum und die Be­vor­zu­gung von Obst und Ge­mü­se ge­gen­über an­de­ren Nah­rungs­mit­teln die Er­näh­rungs­ge­wohn­hei­ten po­si­tiv be­ein­flusst wer­den. Ein Ef­fekt, der sich auch auf an­de­re Mit­glie­der im Haus­halt über­tra­gen kann, die selbst nicht im Ge­mein­schafts­gar­ten ar­bei­ten.

2Ef­fek­te für Ju­gend­li­che

In den USA ha­ben sich Ge­mein­schafts­gär­ten bzw. Schul­gär­ten eta­bliert, die Ju­gend­li­chen ei­ne Rich­tung ge­ben. Das Ar­bei­ten in und mit der Na­tur soll sich po­si­tiv auf die Er­zie­hung und die Er­näh­rungs­ge­wohn­hei­ten aus­wir­ken. Da­bei kön­nen der­ar­ti­ge Ein­rich­tun­gen noch ei­nen wei­te­ren Zu­satz­nut­zen ha­ben: wenn Ju­gend­li­chen et­wa ei­ne Aus­bil­dung bzw. ei­ne Be­schäf­ti­gung an­ge­bo­ten wird. Eben­so ha­ben sich Kon­zep­te be­währt, die die zwi­schen­mensch­li­che Ent­wick­lung ver­bes­sern und z. B. den Re­spekt ge­gen­über an­de­ren und po­si­ti­ves Te­am­work för­dern.

3In­ter­ak­ti­on und Kul­tur­pfle­ge

Nichts stoppt­das­ge­dei­hen­ei­nes­ge­mein­schafts­gar­tens wie das Feh­len ei­ner so­zia­len In­ter­ak­ti­on. Da­her ist nicht ver­wun­der­lich, was zahl­rei­che Us-ame­ri­ka­ni­sche Stu­di­en be­le­gen: Die Teil­neh­mer bau­en mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit sinn­vol­le Be­zie­hun­gen auf, die dann auch ge­pflegt wer­den. Be­rei­chernd ist zu­dem die Mög­lich­keit, sich kul­tu­rell ein­zu­brin­gen und aus­zu­drü­cken – et­wa durch die Wahl der an­ge­bau­ten Pflan­zen, die mit­ge­brach­ten Werk­zeu­ge oder die gärt­ne­ri­schen Tech­ni­ken. So fin­det sich im Gar­ten po­ten­zi­ell nicht nur ei­ne rei­che Ern­te, son­dern auch Iden­ti­tät.

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