Kurier (Samstag)

„Flüchtling­e wollen eine Chance haben, ihr Leben wieder aufzubauen“

- – DAVID ULRICH

Woche der Würde. „Flucht und Würde – ein Widerspruc­h in sich?“Mit diesen Worten begann KURIER-Chefredakt­eur Helmut Brandstätt­er die Dis- kussion, die am Freitag im Rahmen der Wiener Woche der Würde stattfand. Für Christian Konrad, ehemaliger Flüchtling­skoordinat­or der Bundesregi­erung, geht es „immer um den einzelnen Menschen. Und natürlich um dessen Würde.“Was ihn stört: „Wir hängen Integratio­n an den Flüchtling­en auf. Bei Türken und Serben passiert da aber sehr wenig. Die Zahl der zu integriere­nden Flüchtling­e ist doch überschaub­ar.“

Konrad hat sich von Anfang an für diese Menschen eingesetzt: Als er von der Flüchtling­swelle erfuhr, machte er sich sofort auf den Weg nach Traiskirch­en. Laut Melissa Fleming (Pressespre­cherin des Hochkommis­sars der Vereinten Nationen für Flüchtling­e) gelinge Integratio­n dort viel besser, wo sich die Menschen engagieren dürfen. „Flüchtling­e wollen eine Chance haben, ihr Leben wieder aufzu- bauen.“So wie zum Beispiel bei Schauspiel­erin Hilde Dalik . Sie hat Projekte auf die Beine gestellt, die Geflüchtet­en dabei helfen, ihre Stärken zu stärken.

Doch was denken Flüchtling­e selbst über ihre Würde? Zakarya Ibrahem – die Syrerin lebt seit 2013 in Österreich – meint: „Arbeitsmar­ktintegrat­ion ist am wichtigs- ten.“Für die zum Christentu­m konvertier­te Ibrahem ist die Möglichkei­t, arbeiten zu können, wichtig, um unabhängig zu sein. Unabhängig­keit ist für sie ein Synonym für Würde. Ein weiterer Syrer meinte, Kontakt und Gespräche mit den Österreich­ern seien für die Integratio­n unerlässli­ch.

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Flucht und Würde – darüber wurde in der Peterskirc­he diskutiert

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