Pilz will nach Kla­ge den Spieß ge­gen Kickl um­dre­hen

Rechts­streit. Ex-Grü­ner plant „Zeu­gen-Show“

Kurier (Samstag) - - POLITIK - – D. SCHREI­BER, K. MÖCHEL

Be­vor der BVT-Un­ter­su­chungs­aus­schuss am Di­ens­tag und Mitt­woch un­ter an­de­rem mit der Be­fra­gung von EGS-Chef Wolf­gang Preisz­ler fort­ge­setzt wird, ha­gel­te es schon Ab­sa­gen von FPÖ-na­hen Zeu­gen: Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Gold­gru­ber, Kickls Ka­bi­netts­mit­ar­bei­ter Udo Lett und Ex-BVT-Chef Gert-Re­ne Pol­li sag­ten ihr Kom­men ab. Da­bei hat­ten Lett und Gold­gru­ber zu­vor schon ihr Er­schei­nen am 6. No­vem­ber zu­ge­sagt – sie fah­ren statt­des­sen aber zu ei­ner In­nen­mi­nis­terKon­fe­renz in die USA, Pol­li soll in­des­sen ei­nen Ur­laub ein­ge­plant ha­ben.

„Ich ha­be nicht den Ein­druck, dass sie den U-Aus­schuss ernst neh­men, wie er ernst ge­nom­men wer­den soll­te“, kri­ti­siert SPÖ-Ab­ge­ord­ne­ter Jan Krai­ner.

Eh­ren­be­lei­di­gung?

Die­se Wo­che tru­del­te bei der Lis­te Pilz die an­ge­kün­dig­te Kla­ge von Her­bert Kickl ein. Der Vor­wurf: Eh­ren­be­lei­di­gung und Kre­dit­schä­di­gung. Streit­wert: 35.000 Eu­ro. St­ein des An­sto­ßes ist ei­ne OTSPres­se­aus­sen­dung der Lis­te Pilz, in der Kickl als „Drahtzieher und Kopf für ei­ne il­le­ga­le Haus­durch­su­chung im Ver­fas­sungs­schutz“und als „Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit“be­zeich­net wird.

Die­sen po­li­ti­schen Vor­wurf soll die Lis­te nicht nur wi­der­ru­fen, son­dern künf­tig auch un­ter­las­sen. Mit ei­nem ju­ris­ti­schen Trick um­geht der In­nen­mi­nis­ter die Im­mu­ni­tät von Man­da­ta­ren: „Die Be­klag­te ist ei­ne po­li­ti­sche Par­tei auf der Grund­la­ge des Par­tei­en­geset­zes und ver­fügt da­her über Rechts­per­sön­lich­keit“, steht in dem amt­li­chen Schrei­ben, das dem KURIER vor­liegt. Dass Krai­ner fast das Glei­che im Fern­se­hen ge­sagt hat, brach­te ihm aber kei­ne Kla­ge ein.

„Of­fen­bar be­fürch­tet Kickl von mir mehr. Da hat er Recht“, ätzt Pilz. Die Kla­ge sei „ein Zei­chen, dass die FPÖ nun die Ner­ven ver­lie­re. Aber sie sei ein schö­ner Bei­trag des In­nen­mi­nis­ters zur Wahr­heits­fin­dung. Pe­ter Pilz möch­te die öf­fent­li­che Ver­hand­lung nut­zen, um Zeu­gen zu la­den: Ge­ne­ral­se­kre­tär Gold­gru­ber, die Ka­bi­netts­mit­ar­bei­ter Udo Lett und Rein­hard Teu­fel so­wie die BVT-Staats­an­wäl­tin Ur­su­la Schmu­der­may­er. Ge­neh­migt das der Rich­ter, müs­sen sie als Zeu­gen aus­sa­gen – un­ter Wahr­heits­pflicht.

„Die Wahr­heits­pflicht ist das Schreck­ge­spenst der FPÖ“, kon­sta­tiert Pilz. Sein An­walt führt in der Kla­ge­be­ant­wor­tung pe­ni­bel an, war­um Klä­ger Kickl „Schlüs­sel­fi­gur und so­hin Drahtzieher im Sin­ne des Du­den bei der An­zei­gen­ein­brin­gung und der Durch­füh­rung der Haus­durch­su­chung“(im BVT) ge­we­sen sein soll. Da­bei zi­tiert er ge­nüss­lich aus dem BVTEr­mitt­lungs­akt. So wer­den In­struk­tio­nen und In­ter­ven­tio­nen von Gold­gru­ber & Co. in der BVT-Af­fä­re ins Feld ge­führt. Pilz möch­te nun den Pro­zess nut­zen, die Zeu­gen noch vor ih­rer Aus­sa­ge im UAus­schuss zu be­fra­gen.

Kla­ge-Be­geh­ren: In­nen­mi­nis­ter Her­bert Kickl for­dert ein Ur­teil, wo­nach Pe­ter Pilz Aus­sa­gen wie „Drahtzieher“wi­der­ru­fen muss

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