Na­mens­schild kann teu­er wer­den

Da­ten­schutz. Mie­ter kön­nen 1000 Eu­ro Ent­schä­di­gung ver­lan­gen

Kurier (Samstag) - - WIRTSCHAFT - – KID MÖCHEL

Die Auf­re­gung ist groß. Auf­grund ei­ner Da­ten­schut­zBe­schwer­de ei­nes Mie­ters muss Wie­ner Woh­nen nun die Na­men auf 220.000 Klin­gel­schil­dern ent­fer­nen und durch die Tür­num­mern er­set­zen. „Auf­grund der Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung DSGVO müss­te Wie­ner Woh­nen von al­len Mie­tern die Ein­wil­li­gung für ein Na­mens­schild ein­ho­len, da es sich da­bei recht­lich um die Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten han­delt“, sagt An­walt Ewald Scheu­er. „Das ist prak­tisch nicht um­setz­bar, des­halb wer­den jetzt al­le Mie­ter zur Num­mer.“An­ton Holz­ap­fel, Ös­ter­rei­chi­scher Ver­band der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft, be­stä­tigt, dass es seit ei­ni­gen Jah­ren bei Neu­bau­ten längst üb­lich ist, nur noch die Tür­num­mern an­zu­füh­ren – un­ab­hän­gig von der DSGVO. Denn neu ist das al- les nicht. „Die Ver­pflich­tung zur An­ony­mi­tät gilt seit 1980“, sagt Hans Ze­ger von der Ar­ge Da­ten. Mit der DSGVO sind nur die Sank­tio­nen ver­schärft wor­den. Be­trof­fe­ne Mie­ter kön­nen laut Ze­ger von ih­rer Haus­ver­wal­tung 1000 Eu­ro Scha­den­er­satz ein­kla­gen. Zu­gleich hat ein Mie­ter auch ein Recht auf ein Na­mens­schild. Das muss er dann aber selbst an­brin­gen.

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