Do­mi­no­ef­fekt der Aus­stei­ger?

Tsche­chi­en und Po­len könn­ten als Nächs­tes „Nein“sa­gen

Kurier (Samstag) - - POLITIK -

Die USA, Un­garn und Ös­ter­reich wer­den dem UN-Mi­gra­ti­ons­pakt, bei des­sen Aus­ar­bei­tung de­ren Ver­tre­ter teil­ge­nom­men hat­ten, im De­zem­ber in Ma­rok­ko nicht zu­stim­men. Wei­te­re Staa­ten könn­ten fol­gen. Auch in Tsche­chi­en wackelt of­fen­bar die Zu­stim­mung. Mi­nis­ter­prä­si­dent And­rej Ba­bis kün­dig­te am Don­ners­tag an, sei­nem Ko­ali­ti­ons­part­ner, der so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen CSSD, vor­zu­schla­gen, den Pakt nicht an­zu­neh­men. Die CSSD ver­tei­dig­te den Pakt bis­her al­ler­dings.

Po­len wird dem Pakt wohl eben­falls nicht zu­stim­men, das be­kräf­tig­te Pre­mier Ma­teusz Mora­wi­ecki am Frei­tag. In der Schweiz stimm­te der Bun­des­rat (Re­gie­rung) im Ok­to­ber nach wo­chen­lan­ger De­bat­te da­für, dem Pakt zu­zu­stim­men. Die Dis­kus­si­on ging seit­her al­ler­dings wei­ter. Auch Aus­tra­li­ens rechts­li­be­ra­le Re­gie­rung hat Be­den­ken an­ge­mel­det. Der In­sel­staat hat ei­ne strik­te Mi­gra­ti­ons­po­li­tik. Boots­flücht­lin­ge wer­den – teil­wei­se in Dritt­staa­ten – in­ter­niert und ha­ben kaum Chan­cen auf Asyl. Se­bas­ti­an Kurz 2016 reich.

Ita­li­en, un­ter In­nen­mi­nis­ter Mat­teo Sal­vi­ni prin­zi­pi­ell ein Kan­di­dat für Al­lein­gän­ge in der Mi­gra­ti­ons­po­li­tik, hat sich bis­her noch nicht zu dem Pakt ge­äu­ßert. nann­te die­ses Mo­dell als Vor­bild für Ös­ter-

Lob­by­ing für den Pakt

Das deut­sche Au­ßen­mi­nis­te­ri­um will un­ter­des­sen of­fen­bar ge­gen po­li­ti­sche Stim­mungs­ma­che ge­gen den UNO-Mi­gra­ti­ons­pakt vor­ge­hen, heißt es in ei­nem Be­richt der Zei­tun­gen des Re­dak­ti­ons- netz­werks Deutsch­land. Es ge­be Ver­su­che, durch „ir­re­füh­ren­de In­for­ma­tio­nen“die öf­fent­li­che Mei­nung ge­gen das Ab­kom­men zu mo­bi­li­sie­ren, so ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher. Künf­tig sol­le Fal­sch­mel­dun­gen ent­ge­gen­tre­ten wer­den, wie sie un­ter an­de­rem von der AfD ver­brei­tet wür­den.

Vor­her­sa­gen, wo­nach sich durch den Mi­gra­ti­ons­pakt die Zu­wan­de­rung in be­stimm­te Län­der er­hö­hen wer­de, sei­en „voll­kom­men un­se­ri­ös und ent­spre­chen auch nicht der Ziel­rich­tung des Pak­tes“, wird der Spre­cher zi­tiert.

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