Für Trump

Kurier (Samstag) - - POLITIK -

vor Wo­chen klar ent­schie­den schie­nen, sind zu Kopf-anKopf-Ren­nen mu­tiert. Auch dar­um heizt Trump die De­bat­te im­mer wei­ter mit teils ab­stru­sen An­kün­di­gun­gen an. Sein Ver­spre­chen, kurz vor der Wahl ei­ne Steu­er­sen­kung für die Mit­tel­schicht durch­zu­set­zen, schei­tert schon dar­an, dass der Kon­gress „Be­triebs­fe­ri­en“hat. Sei­ne Dro­hung, we­gen des Flücht­lings­trecks in Me­xi­ko nicht 5000, son­dern 15.000 Sol­da­ten an die Süd­gren­ze zu ent­sen­den, hat im Pen­ta­gon Au­gen­rol­len aus­ge­löst.

„Blan­ko­scheck“

Ho­len die De­mo­kra­ten im Re­prä­sen­tan­ten­haus 24 zu­sätz­li­che Sit­ze, ha­ben sie die Mehr­heit (sie­he Gra­fik). Im Se­nat be­set­zen sie 26 der 35 neu zu wäh­len­den Man­da­te, nur neun wer­den von Re­pu­bli­ka­nern ge­hal­ten und sind so­mit er­obe­rungs­fä­hig.

Trump hat sich nicht zu­letzt durch die mit här­tes­ten Ban­da­gen durch­ge­setz­te Er­nen­nung des erz­kon­ser­va­ti- ven Ju­ris­ten Brett Ka­va­n­augh zum Höchst­rich­ter und durch und re­kord­ver­däch­ti­ge Wirt­schafts-Zah­len Luft ver­schafft. Bei ei­nem Macht­er­halt der Re­pu­bli­ka­ner wür­de er sich „ei­nen Blan­ko­scheck für ei­ne noch ex­tre­me- re, po­pu­lis­ti­sche­re Po­li­tik aus­stel­len“, sag­te ein eu­ro­päi­scher Di­plo­mat in Wa­shing­ton zum KU­RI­ER, „da­ge­gen war das, was wir bis­her hat­ten, nur ein lau­es Lüft­chen.“

Un­ter­des­sen zie­len die De­mo­kra­ten ne­ben der ei­ge- nen Kern-Kli­en­tel auf ge­mä­ßig­te Wech­sel­wäh­ler, die der Po­la­ri­sie­rung Trumps über­drüs­sig sind und ein Kor­rek­tiv im Kon­gress wün­schen.

Dass Frau­en mit hö­he­rer Bil­dung Trump über­pro­por­tio­nal stark ab­leh­nen, könn­te da­bei ei­ne be­son­de­re Rol­le spie­len. Die Zahl weib­li­cher Kan­di­da­ten für po­li­ti­sche Äm­ter hat al­le Re­kor­de ge­bro­chen.

„Yes, we can“

Al­ler­dings ge­reicht den De­mo­kra­ten zum Nach­teil, dass ih­nen at­trak­ti­ve po­li­ti­sche Ge­gen­ent­wür­fe feh­len. Ge­schwei­ge denn ei­ne Per­son, die zwei Jah­re vor der nächs­ten Prä­si­dent­schafts­wahl als Trumps Wi­der­sa­cher (Wi­der­sa­che­rin) in spe schon deut­lich er­kenn­bar ist.

Auch dar­um ru­hen die Hoff­nun­gen im End­spurt vor dem Wahl­tag auch auf Ba­rack Oba­ma. Er soll Last-Mi­nu­te-Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten. Ar­beits­ti­tel: „Yes, we can“– Do­nald Trump zur lah­men En­te ma­chen.

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