Bau­schä­den im Hoch­bau wer­den viel­fach mit Was­ser­schä­den in Ver­bin­dung ge­bracht. Das be­deu­tet kei­nes­wegs, dass der Bau­werks­ab­dich­ter für die Scha­den­sur­sa­che ver­ant­wort­lich sein muss.

Bau­hilfs­ge­wer­be.

Kurier (Samstag) - - EXTRA -

Das The­ma „Pfusch bei Bau­werks­ab­dich­tern“muss sehr dif­fe­ren­ziert be­trach­tet wer­den. Was­ser­ein­trit­te in die Dach­kon­struk­ti­on als Fol­ge von hin­ter­läu­fi­gen An­schlüs­sen und Hoch­zü­gen füh­ren viel­fach zu ei­ner Durch­feuch­tung von Wär­me­dämm­schich­ten. In­ner­halb der Ge­bäu­de­hül­le sind re­le­vant scha­dens­be­trof­fen erd­be­rühr­te Bau­tei­le so­wie Dä­cher, Bal­ko­ne und Ter­ras­sen zu nen­nen. Ing. Tho­mas Stangl Flüs­sig­keits­ab­dich­tun­gen und Dicht­mas­sen wer­den als All­heil­mit­tel für die Be­he­bung von Fehl­stel­len an­ge­se­hen und da­her oft nicht zweck­mä­ßig ein­ge­setzt. In spä­te­rer Fol­ge muss dann die Sa­nie­rung der Sa­nie­rung in An­griff ge­nom­men wer­den. Für die­ses Er­schei­nungs­bild in der Bran­che sor­gen „Pfu­scher“, die die­se Be­zeich­nung auch ver­dient ha­ben.

Stei­gen­de Qua­li­tät

Die Ent­wick­lung der Qua­li­tät von Ab­dich­tungs­ar­bei­ten von Flach­dä­chern, Bal­ko­nen, Ter­ras­sen und erd­be­rühr­ten Bau­tei­len wird seit der Jahr­tau­send­wen­de über­wie­gend po­si­tiv be­wer­tet. Im Zu­ge der Bau­scha­dens­be­richt­er­stat­tung be­ur­teil­ten über sieb­zig Pro­zent der Be­fragt­eng die Qua­li­tät als stei­gend. In der Öf­fent­lich­keit wird un­ter „Ab­dich­tungs­ar­bei­ten“im­mer nur das fer­ti­ge Pro­dukt, al­so der ab­ge­dich­te­te Bau­teil ge­se­hen. Falls die­ser Pro­ble­me be­rei­tet, wird häu­fig der Hand­wer­ker ver­ur­teilt, ob­wohl die­ser nur ein Teil des kom­ple­xen Bau­pro­zes­ses ist. Ei­ne fach­ge­rech­te Pla­nung wird als die wich­tigs­te Mög­lich­keit der Ver­bes­se­rung der Aus­füh­rungs­qua­li­tät be­trach­tet. In ei­ner um­fas­sen­de­ren Darstel­lung von An­schlüs­sen wird auch ei­ne Chan­ce ge­se­hen, die Zu­sam­men­ar­beit mit den an­de­ren Ge­wer­ken zu ver­bes­sern, um Miss­ver­ständ­nis­se in ei­nem frü­hen Sta­di­um aus­räu­men zu kön­nen. Die Aus­ar­bei­tung von De­tails wird viel­fach den aus­füh­ren­den Fir­men mit dem Ar­gu­ment, dass die­se ihr Ge­werk bes­ser ken­nen, über­las­sen. Da­bei wird über­se­hen, dass die Fir­men zwar ihr Ge­werk und die tech­nisch ein­schlä­gi­gen Re­ge­lun­gen si­cher bes­ser ken­nen als der Ar­chi­tekt bzw. der Ge­samt­pla­ner, aber da­für das an­schlie­ßen­de Ge­werk um­so we­ni­ger. Als Bei­spiel sei hier der An­schluss ei­ner Ab­dich­tung an ei­ne Glas­fas­sa­de an­ge­führt. Die Fas­sa­den­fir­ma kennt ih­re Fas­sa­den­pro­fi­le ge­nau, aber nicht die er­for­der­li­chen Hoch­zugs­hö­hen für die Ab­dich­tung. Um­ge­kehrt kennt die Fir­ma, die die Schwarz­de­cker­ar­bei­ten aus­führt, die tech­ni­schen Vor­ga­ben für ei­nen norm­ge­mä­ßen Hoch­zug im De­tail, die Fens­ter­pro­fi­le kennt sie al­ler­dings nicht. Von bei­den wird dann je­weils ein An­schluss­de­tail aus­ge­ar­bei­tet, das in den sel­tens­ten Fäl­len den Vor­ga­ben des an­de­ren Ge­werks ent­spricht. Die er­for­der­li­chen Ko­or­di­na­ti­ons­auf­ga­ben über­nimmt dann die Bau­lei­tung, die ei­ne tech­ni­sche Lö­sung ent­wi­ckelt, die wie­der­um nicht dem ar­chi­tek­to­ni­schen Kon­zept ent­spricht.

Un­ter Zeit­druck

„Die Ko­or­di­na­ti­on mit an­de­ren Ge­wer­ken ist von höchs­ter Be­deu­tung (sie­he Ab­bil­dun­gen) in Be­zug auf Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten. Dies wird nur all­zu gern an die Hand­wer­ker de­le­giert“, sagt Wolf­gang Hub­ner vom IFB-In­sti­tut für Flach­dach­bau und Bau­werks­ab­dich­tung. Bau­zeit und Zeit­druck sind ganz we­sent­lich für Bau­schä­den ver­ant­wort­lich. Das Zeit­fens­ter für die Aus­füh­rung von Ab­dich­tungs­ar­bei­ten bei Flach­dä­chern, Bal­ko­nen und Ter­ras­sen ist häu­fig sehr eng be­mes­sen und wet­ter­ab­hän­gig. Die Zeit­span­ne wird durch die not­wen­di­ge Ab­stim­mung mit an­de­ren Ge­wer­ken und die Vor­ar­bei­ten so­wie dem Wunsch be­stimmt, das Bau­werk schnell dicht zu be­kom­men, um mit dem In­nen­aus­bau zu be­gin­nen.

War­tung und Pfle­ge

Hin­sicht­lich der ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en und Pro­duk­te be­steht das ge­rings­te Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al, so­fern die­se nach den Her­stel­ler­vor­schrif­ten ver­ar­bei­tet wer­den. Flach­dä­cher, Bal­ko­ne und Ter­ras­sen be­dür­fen der War­tung und Pfle­ge, ins­be­son­de­re soll­ten die Ab­läu­fe (Gul­lys, Re­gen­rin­nen, Ab­fall­roh­re) zu­min­dest ein­mal im Jahr ge­rei­nigt wer­den. Da­durch kön­nen Män­gel früh­zei­tig er­kannt, mit ge­rin­ge­ren Kos­ten be­sei­tigt und grö­ße­re (Fol­ge-)Schä­den ver­mie­den wer­den. Spe­zi­ell bei In­dus­trie­bau­ten wird die In­stand­hal­tung der Flach­dä­cher oft nicht aus­rei­chend be­rück­sich­tigt.

„Das Ge­lin­gen ei­ner dau­er­haf­ten Bau­werks­ab­dich­tung hängt viel von der ko­ope­ra­ti­ven Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen al­len Pro­jekt­be­tei­lig­ten ab“.

Man­geln­de Ko­or­di­na­ti­on. Auf der be­reits ab­ge­dich­te­ten Dach­flä­che wer­den mas­si­ve Bau­leis­tun­gen durch­ge­führt. Le­cka­gen in der Feuch­tig­keits­ab­dich­tung sind vor­pro­gram­miert Nach­träg­li­cher Ein­bau ei­ner Rohr­durch­füh­rung in ei­ner Flach­dach­flä­che. Das kann für den Bau­werks­ab­dich­ter zu vie­len Pro­ble­men füh­ren

Flach­dach­ab­dich­tungs­ar­bei­ten in der Fer­tig­stel­lungs­pha­se: aus­ge­zeich­ne­te Op­tik und tech­ni­sche Ver­ar­bei­tung Nach Fer­tig­stel­lung der Flach­dach­ab­dich­tungs­ar­bei­ten wur­den Haus­tech­ni­k­in­stal­la­tio­nen vor­ge­nom­men. Durch Fremd­ge­wer­ke be­steht Be­schä­di­gungs­ge­fahr der Dach­ab­dich­tung

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