U-Bahn-Bau ver­zö­gert sich

Wie­ner Li­ni­en. We­gen Pro­ble­men bei der Aus­schrei­bung ver­zö­gert sich der Roh­bau am U2/U5-Li­ni­en­kreuz

Kurier (Samstag) - - TITELSEITE - VON BERN­HARD ICHNER

Wie­ner Li­ni­en. Nach Pro­ble­men bei der Aus­schrei­bung, ver­zö­gert sich der Bau des U2/U5-Li­ni­en­kreu­zes um rund ein Jahr.

Der Neu­bau der U5 und die Ver­län­ge­rung der U2 kom­men neun bis zwölf Mo­na­ten spä­ter als ge­plant. Der Grund: Die Aus­schrei­bung für zwei gro­ße Tief bau-Ab­schnit­te muss wie­der­holt wer­den. Die bis­he­ri­gen An­ge­bo­te sei­en für ein mit Steu­er­gel­dern fi­nan­zier­tes Pro­jekt in­ak­zep­ta­bel, er­klärt Wie­nerLi­ni­en-Chef Gün­ter St­ein­bau­er. Geht man von ei­ner ein­jäh­ri­gen Ver­schie­bung aus, dürf­te die U5 nun al­so erst ab 2025 (statt 2024) zum Frankhplatz fah­ren und die U2 erst ab 2027 (statt 2026) zum Matz­leins­dor­fer Platz.

Kon­kret geht es um die Ver­ga­be des Tun­nel­baus vom Frankhplatz zur Kno­ten­sta­ti­on Rat­haus so­wie um den Tun­nel­vor­trieb vom Matz­leins­dor­fer Platz stadt­ein­wärts. Da die An­ge­bo­te aus der der­zeit boo­men­den Bau­bran­che „nicht plau­si­bel“ge­we­sen sei­en, se­he man sich ge­zwun­gen, die Aus­schrei­bun­gen „mit an­de­ren Rah­men­be­din­gun­gen“zu wie­der­ho­len. Um wel­che Sum­men es geht, wird mit Ver­weis auf das noch nicht ab­ge­schlos­se­ne Ver­ga­be­ver­fah­ren nicht ver­ra­ten.

Die Bau­ver­zö­ge­rung für die neu­en U2/U5-Ab­schnit­te wirkt sich auch auf die zwei­jäh­ri­ge Sper­re der U2 zwi­schen Schot­ten­tor und Karls­platz aus. Die war ei­gent­lich ab Som­mer 2019 ge­plant, be­ginnt nun aber erst im Lau­fe des Jah­res 2020.

Vor­teil

Das hat aber auch ei­nen Vor­teil: Denn so wird die U2 nicht zeit­gleich mit der U4 ein­ge­stellt – die im Zu­ge der Sa­nie­rung kom­men­des Jahr im Ju­li und Au­gust nicht zwi­schen Karls­platz und Län­gen­feld­gas­se fährt. Die Sta­ti­on Pil­gram­gas­se wird schon ab Fe­bru­ar et­wa ein Jahr lang nicht ein­ge­hal­ten. Grund sind Um­bau­ar­bei­ten, die nö­tig sind, weil hier die ver­län­ger­te U2 die U4 kreu­zen wird.

Die­se Ar­bei­ten lau­fen un­ge­ach­tet der Ge­samt­ver­zö­ge- run­gen wei­ter – eben­so wie di­ver­se Vor­ar­bei­ten ent­lang den neu­en Tras­sen von U2 und U5.

Et­was zeit­li­chen Druck nimmt die neu­es­te Ent­wick­lung aus der De­bat­te um die Rou­te für den 13A. Für die meist­fre­quen­tier­te Bus­ver­bin­dung Wi­ens wird ja ei­ne al­ter­na­ti­ve Stre­cke ge­sucht, da in der Kir­chen­gas­se wäh­rend des U-Bahn-Baus kei­ne Durch­fahrt mög­lich ist.

Die Wie­ner Li­ni­en wür­den am liebs­ten in bei­den Rich­tun­gen durch die Neu­bau­gas­se fah­ren. Da dies bis da­to aber am Wi­der­stand des grü­nen Neu­bau­er Be­zirks­chefs Mar­kus Rei­ter schei­ter­te, ge­be es als wei­te­re Mög­lich­kei­ten die Um­lei­tung über Nel­ken- und Zol­ler­gas­se oder über Stift- und Sie­bens­tern­gas­se, sagt St­ein­bau­er. Wo­bei letz­te­re Op­ti­on „nur die dritt­bes­te Lö­sung“sei. Da die Sie­bens­tern­gas­se nur 5,7 Me­ter breit und dort auch die Stra­ßen­bahn­li­nie 49 un­ter­wegs sei, kön­ne man kei­ne Ge­lenks­bus­se ein­set­zen. Ei­ne 13A-Tei­lung wol­le man je­den­falls ver­mei­den. Es sei nun Sa­che der Po­li­tik, zu ent­schei­den, wie der Bus tat­säch­lich fah­ren soll.

Rei­ter wünscht sich an­ge­sichts der Bau­ver­zö­ge­rung ei­nen brei­ten Be­tei­li­gungs­pro­zess, in dem noch ein­mal über die Rou­ten­füh­rung dis­ku­tiert wird. Se­he man sich nun doch mit ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen kon­fron­tiert. „Der Druck punk­to An­bin­dung an die U3 wäh­rend die U4-Sta­ti­on Pil­gram­gas­se sa­niert wird, fällt jetzt ja weg.“Nach Rei­ters An­sicht spricht nichts ge­gen die Füh­rung durch die Stift­gas­se.

Vom U-Bahn-Bau be­ein­träch­tig­te Un­ter­neh­mer kön­nen üb­ri­gens trotz der Bau­ver­zö­ge­rung schon ab 2019 mit der in Aus­sicht ge­stell­ten För­de­rung von Stadt und Wirt­schafts­kam­mer rech­nen.

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