Mehr als ei­ne Mi­ni-Mer­kel

Kurier (Samstag) - - POLITIK - san­[email protected]­ri­er.at SAN­DRA LUMETSBERGER

An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er muss zei­gen, dass sie kei­ne zwei­te Mer­kel ist, und der Par­tei ei­ne Vi­si­on ge­ben. Mi­ni-Mer­kel, Mer­kel 2.0 – kaum setz­te An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er in Ber­lin ei­nen Fuß auf den Bo­den, ver­pass­te man ihr Eti­ket­ten. Klar, ihr un­prä­ten­tiö­ser Stil, der Hang zu neb­li­gen Aus­sa­gen er­in­ner­te frap­pant an ih­re Vor­gän­ge­rin. Die de­si­gnier­te Par­tei­che­fin muss künf­tig nicht nur be­wei­sen, dass sie auch auf je­ne zu­ge­hen kann, die für ih­re Kon­tra­hen­ten ge­stimmt ha­ben, son­dern sich auch da­mit be­schäf­tig­ten: Wer soll die CDU in Zu­kunft noch wäh­len und war­um?

Ei­ne Par­tei, die für Kon­ti­nui­tät steht, ist an sich gut, aber Mer­kel blieb vie­le Ant­wor­ten schul­dig: Was ist mit den wu­chern­den Mie­ten, der Ver­kehrs­wen­de oder dem di­gi­ta­len Loch, so­bald man Ber­lin ver­lässt? Auch hat die Kanz­le­rin zwar den Atom­strom ab­ge­dreht, aber die Koh­le­ver­stro­mung läuft noch – wie geht es da­mit wei­ter? Und über­haupt, wie steht sie zu den Wäh­lern im Os­ten, für die Mer­kel ein ro­tes Tuch ist? Da­zu kam bis­her we­nig von ihr. AKK muss de­ren Pro­ble­me er­ken­nen und an­ge­hen, oh­ne un­nö­tig nach rechts zu blin­ken. Das wä­re ein Neu­start und Chan­ce, die Skep­ti­ker zu über­ra­schen

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