„Stra­che schmückt sich mit frem­den Fe­dern“

Ro­te Po­li­zei­ge­werk­schaft kri­ti­siert den Vi­ze­kanz­ler

Kurier (Samstag) - - POLITIK - – WOLF­GANG ZAUNBAUER

Mit Kri­tik re­agiert die ro­te Po­li­zei­ge­werk­schaft auf Aus­sa­gen von Be­am­ten­mi­nis­ter Vi­ze­kanz­ler Heinz-Chris­ti­an Stra­che (FPÖ) zum Wa­che­be­diens­te­ten-Hil­fe­leis­tungs­ge­setz (WHG). Die­ses re­gel­te die fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung für Po­li­zei­be­am­te und de­ren Hin­ter­blie­be­ne im Fall ei­nes Di­enst- oder Ar­beits­un­falls. Al­ler­dings sei das Ge­setz kei­nes­wegs un­ter Stra­che um­ge­setzt wor­den, wie die­ser im In­ter­view mit dem KU­RI­ER (29.12.2018) er­klärt ha­be, kri­ti­siert Her­mann Grey­lin­ger von der Frak­ti­on So­zi­al­de­mo­kra­ti­scher Ge­werk­schaf­ter in der Po­li­zei.

Un­ter dem jet­zi­gen Res­sort­chef sei­en die Hil­fe­leis- tun­gen le­dig­lich auf sämt­li­che öf­fent­lich Be­diens­te­ten (al­so et­wa auch Leh­rer oder Ge­richts­voll­zie­her) aus­ge­wei­tet wor­den – und zwar über ei­ne Än­de­rung des Ge­halts­ge­set­zes, wäh­rend das Wa­che­be­diens­te­ten-Hil­fe­leis­tungs­ge­setz selbst auf­ge­ho­ben wur­de.

Kei­ne neue Idee

„Das Gan­ze wur­de au­ßer­dem schon un­ter der Vor­gän­ger­re­gie­rung aus­ver­han­delt“, so Grey­lin­ger, „da­mit hat Stra­che über­haupt nichts zu tun. Er schmückt sich hier mit frem­den Fe­dern.“

Falsch sei auch die Be­haup­tung des Vi­ze­kanz­lers, erst un­ter ihm sei das WHG ver­bind­lich ge­wor­den. „Das WHG war im­mer ei­ne Mus­sBe­stim­mung, le­dig­lich im Ge­halts­ge­setz gab es ei­ne Kann-Be­stim­mung. Die wur­de nun er­setzt“, sagt der Po­li­zei­ge­werk­schaf­ter. Und die im Ar­ti­kel ge­nann­te „Ver­si­che­rungs­leis­tung bis zu 140.000 Eu­ro“stim­me eben­falls nicht: „Die Höchst­sum­me er­rech­net sich aus dem Re­fe­renz­be­trag. Das sind der­zeit 45mal 2.633,96 Eu­ro, in Sum­me al­so 118.528,82 Eu­ro“, prä­zi­siert Grey­lin­ger.

„Wolf im Schafs­pelz“

Ver­wun­dert zeigt sich der Po­li­zei­ge­werk­schaf­ter im Ge­spräch mit dem KU­RI­ER über die „neu­ent­deck­te Lie­be Stra­ches zu den Be­am­ten. In der Op­po­si­ti­on hat das im­mer ganz an­ders ge­klun­gen. Da zeigt sich jetzt der Wolf im Schafs­pelz“.

Im Be­am­ten­mi­nis­te­ri­um war am Frei­tag kei­ner der Pres­se­spre­cher für ei­ne Stel­lung­nah­me er­reich­bar.

Ge­setz von 1992

Das Wa­che­be­diens­te­ten-Hil­fe­leis­tungs­ge­setz wur­de 1992 be­schlos­sen, nach­dem in den Jah­ren da­vor meh­re­re Po­li­zis­ten bei Amts­hand­lun­gen schwer ver­letzt oder gar ge­tö­tet wur­den. Bis da­hin gab es für die Be­trof­fe­nen und ih­re An­ge­hö­ri­gen kei­ne fi­nan­zi­el­le Ab­si­che­rung.

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