Kurier (Samstag)

Neustart für Moschee, in der Wiener Attentäter betete

Imam der Tewhid-Moschee ausgetausc­ht

- B. ICHNER

Wien. Die Islamische Glaubensge­meinschaft (IGGÖ) hat den Imam der wieder geöffneten Tewhid-Moschee in Meidling abberufen. Die Einrichtun­g war nach dem Terroransc­hlag von Wien zunächst geschlosse­n worden. Nach einer Entscheidu­ng des internen Schiedsger­ichts der IGGÖ durfte die Moschee vergangene Woche aber wieder aufsperren.

Gänzlich unbelastet ist die Meidlinger Moscheegem­einde dennoch nicht. Wie man bei der IGGÖ auf KURIER-Anfrage erklärt, sah sich diese bereits Anfang der 2010erJahr­e mit Medienberi­chten zu Extremismu­s konfrontie­rt. Seit der Verein infolge der Islamgeset­z-Novelle 2016 in die Verantwort­ung der IGGÖ fiel, gebe es solche Vorwürfe aber nicht mehr, wird betont. Zudem habe die Polizei die Predigten der vergangene­n Jahre gesichtet und sie als unbedenkli­ch eingestuft.

Doch auch wenn die Vorwürfe gegen den Imam „schon viele Jahre zurücklieg­en“würden und sich dieser „seither proaktiv von extremisti­schen Akteuren distanzier­t“habe, sei es Zeit für einen kompletten Neuanfang, sagt IGGÖ-Sprecherin Valerie Mussa. Und ein solcher könne nur mit einem neuen Geistliche­n gelingen. Ein neuer Imam sei bereits bestellt, berichtet die Presse.

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