Wie ich zu dem Ta­ge­buch kam

Er über­gab mir die Nie­der­schrift sei­nes Groß­va­ters

Kurier - - ZEITGESCHICHTE - – G. M.

Vor ei­ni­gen Wo­chen rief mich der 81-jäh­ri­ge, ehe­ma­li­ge Ge­schäfts­füh­rer meh­re­rer gro­ßer Un­ter­neh­men, Ge­org Wal­ters­kir­chen, an und teil­te mir mit, dass er im Be­sitz des Ta­ge­buchs sei­nes Groß­va­ters Adal­bert von Spanyi sei, der einst der letz­te Flü­ge­l­ad­ju­tant Kai­ser Franz Jo­sephs war. Und Wal­ters­kir­chen frag­te mich, ob ich In­ter­es­se hät­te, aus An­lass des 100. To­des­ta­ges des Kai­sers am 21. No­vem­ber 2016 Aus­zü­ge aus der Nie­der­schrift in mei­ner KURIERKo­lum­ne ab­zu­dru­cken.

Die Fra­ge muss­te er mir nicht zwei Mal stel­len, und so tra­fen wir uns in Wal­ters­kir­chens Schloss Wal­kers­dorf am Kamp in Nie­der­ös­ter­reich, wo er mir ei­ne Ko­pie des 45 Sei­ten um­fas­sen­den Ta­ge­buchs über­gab. Es wur­de zwi­schen 26. Mai 1915 und 21. No­vem­ber 1916 von sei­nem Groß­va­ter müt­ter­li­cher­seits ver­fasst, spä­ter mit Schreib­ma­schi­ne tran­skri­biert und blieb bis­her un­ver­öf­fent­licht. Das hand­schrift­li­che Ori­gi­nal ging laut Ös­ter­rei­chi­schem Kriegs­ar­chiv im Jahr 1945 ver­lo­ren.

Der Ad­ju­tant be­scheibt da­rin ru­hig und oh­ne Auf­se­hen er­re­gen­den Ge­heim­nis­ver­rat, aber sehr tref­fend die At­mo­sphä­re bei Hof in den letz­ten Le­bens­mo­na­ten Kai­ser Franz Jo­sephs.

Ge­org Mar­kus, Ge­org Wal­ters­kir­chen mit dem Ta­ge­buch 1915/1916

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