Paa­vo Jär­vi und „sei­ne“Bre­mer sind auch im Wie­ner Klang firm

Kurier - - Kultur -

Seit der Ein­spie­lung des Beet­ho­ven-Zy­klus mit ih­rem Chef­di­ri­gen­ten Paa­vo Jär­vi be­steht kein Zwei­fel, dass die Deut­sche Kam­mer­phil­har­mo­nie Bre­men zu den in­ter­es­san­tes­ten For­ma­tio­nen der Ge­gen­wart zählt. Das war auch bei ih­rem Gast­spiel im Wie­ner Mu­sik­ver­ein zu er­le­ben. Das Pro­gramm, Wie­ner Klas­sik, war bei dem Es­ten in idea­len Hän­den.

Jo­seph Haydns „Sym­pho­nie mit dem Pau­ken­wir­bel“gab den prä­zi­sen Auf­takt. Jär­vi setz­te auf den Schalk na­mens Haydn, spiel­te des­sen Fi­nes­sen aus, setz­te deut­li­che Ge­ne­ral­pau­sen und ließ sei­ne for­mi­da­blen Mu­si­ker mit ih­rem schlan­ken Klang bril­lie­ren.

Der Gei­ger Chris­ti­an Tetzlaff war ih­nen bei Mo­zarts „Vio­lin­kon­zert in B-Dur“(KV 207) ein kon­ge­nia­ler Part­ner. Er spiel­te von Be­ginn an mit. Das war ein ein­zi­ger Klang. Ro­bust, kräf­tig zu­pa­ckend, mit ei­nem leich­ten Hang zur Fri­vo­li­tät trat er mit sei­nen So­li her­vor. Beim lang­sa­men Satz gab er sich zu­nächst rich­tig brav, be­vor er mit sat­ten Tö­nen den Ver­füh­rer er­ken­nen ließ. Der drit­te Satz ge­riet zur De­mons­tra­ti­on sei­ner Vir­tuo­si­tät, eben­so die Zu­ga­be, Bachs „Si­ci­lia­na“.

Bei Franz Schu­berts vier­ter Sym­pho­nie (in c-Moll) setz­te Jär­vi auf Dra­ma pur. Trotz des ra­sen­den Tem­pos setz­te er je­den Ak­zent bei der „Tra­gi­schen“deut­lich. Be­son­ders bei Schu­bert war der aus­ge­präg­te Cha­rak­ter der „Bre­mer“zu hö­ren. Fas­zi­nie­ren­des Klang­thea­ter gab’ s zum Ab­schied mit Schosta­ko­witschs Wal­zer. – SU­SAN­NE ZOBL KU­RI­ER-Wer­tung: ★★★★★

Paa­vo Jär­vi di­ri­gier­te die Kam­mer­phil­har­mo­nie Bre­men

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