Ne­os ge­gen „Früh­pen­sio­nie­rungs­ak­ti­on“

Neu­es Be­am­ten­pri­vi­leg. Wer län­ger in­Ka­renz bleibt, darf da­für frü­her in­Kor­ri­dor­pen­si­on ge­hen

Kurier - - Politik - – MICHA­EL BACHNER

Be­ruf­li­che Vor­tei­le von Be­schäf­tig­ten im öf­fent­li­chen Dienst sto­ßen bei Ar­beit­neh­mern in der Pri­vat­wirt­schaft re­gel­mä­ßig auf Un­ver­ständ­nis­un­dK­ri­tik.

Die Ne­os grei­fen die­se Grund­stim­mung ge­gen Be­am­te auf und kri­ti­sie­ren die jüngs­teAus­wei­tung ei­nes be­reits­be­ste­hen­denP­ri­vi­legs bei der El­tern­ka­renz.

Kon­kret geht es Ne­os-So­zi­al­spre­cher Ge­rald Loacker um die so­ge­nann­te „An­schluss­ka­renz“, nach ei­ner „nor­ma­len“Ka­renz. Von die­ser wer­den jetzt neu sechs Mo­na­te­jeKind­für­ei­nespä­te­re Kor­ri­dor­pen­si­on an­ge­rech­net.

Loacker sagt da­zu im KU­RI­ER-Ge­spräch: „Das ist im Grun­de wie­der ei­ne Früh­pen­sio­nie­rungs­ak­ti­on. Die An­schluss­ka­renz ist oh­ne­hin schon ei­ne Un­gleich­be­hand­lung zur Pri­vat­wirt­schaft. Man soll­te sie nicht auch noch bes­ser stel­len, als sie scho­nist.“

Schon­vor 62 Jah­ren

Die An­schluss­ka­renz er­mög­licht schon bis­her, dass Müt­ter oder Vä­ter bis zum Schul­ein­tritt des Kin­des zwei wei­te­re Jah­re (nach der „nor­ma­len“Ka­renz) da­heim blei­ben dür­fen. Zwar bleibt der El­tern­teil in der zu­sätz­li­chen Ka­renz­zeit oh­ne Be­zü­ge, die hal­be Zeit wird aber für spä­te­re Ge­halts­vor­rü­ckun­gen an­ge­rech­net, und man kann nach der An­schluss­ka­renz auchso­fort­wie­deran­den­an­ge­stamm­ten Ar­beits­platz zu­rück­keh­ren.

Neu ist, dass künf­tig ein hal­bes Jahr (bei Zwil­lin­gen ein gan­zes Jahr) der An­schluss­ka­renz für die Kor­ri­dor­pen­si­on an­ge­rech­net wird. Für Loacker geht das „in die fal­sche Rich­tung“.

Grund­sätz­li­chis­tes­so: Im öf­fent­li­chen Dienst ge­hen Män­ner­un­dFrau­englei­cher­ma­ßen mit 65 in die Al­ters­pen­si­on. Nach 40 Bei­trags­jah­ren kann man auch in die Kor­ri­dor­pen­si­on, die mit 62 Jah­ren mög­lich ist. Über die neue An­re­chen­bar­keit der An­schluss­ka­renz kann das künf­tig schon mit 61 oder 61,5 Jah­ren sein, kri­ti­siert derNe­os-Man­da­tar.

Er­sieht­da­ri­nauch­kei­nen Bei­trag zur Schlie­ßung der Ge­halts­lü­cke zwi­schen Män­nern und Frau­en. Die­se kön­ne nur ge­schlos­sen wer­den, wenn auch Män­ner öf­ter da­heim blie­ben und sich ver­stärkt um die Kin­der­er­zie­hung­küm­mern­wür­den.

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