„Über den na­tio­na­len Tel­ler­rand schau­en“

Pa­me­la Ren­di-Wa­gner. Die SPÖ-Che­fin reist zu­mPar­tei­kon­gress der Eu­ro­päi­schen So­zi­al­de­mo­kra­ten

Kurier - - Politik - – MAR­GA­RE­THA KO­PEI­NIG

In­ter­na­tio­na­le Kon­tak­te ge­hö­ren­zu­mLe­ben­vonPa­me­la Ren­di-Wa­gner, die­se hat­te sie auch als Ärz­tin und Ge­sund­heits­po­li­ti­ke­rin. „Es sind die gro­ßen Fra­ge­stel­lun­gen, für de­ren Lö­sung man über den na­tio­na­len Tel­ler­rand schau­en muss“, lau­tet die Ein­stel­lung der neu­en SPÖ-Che­fin.

So rasch wie mög­lich will sie die Eu­ro­päi­schen In­sti­tu­tio­nen in Brüs­sel be­su­chen. Doch da­vor reist sie heu­te, Frei­tag, nach Lis­s­a­bon zum Par­tei­kon­gress der Eu­ro­päi­schen So­zi­al­de­mo­kra­ten. Es ist ihr ers­ter Auf­tritt als SPÖVor­sit­zen­de auf eu­ro­päi­scher Büh­ne. „Wir be­rei­ten uns hier auf die EU-Wahl vor. Im Fo­kus ste­hen Steu­er­ge­rech­tig­keit und der Kampf ge­gen Steu­er­be­trug“, sagt Ren­di-Wa­gner zum KU­RI­ER. Denn: „Es kann nicht sein, dass US-Kon­zer­ne jähr­li­chMil­li­ar­den­um­sät­ze in Eu­ro­pa er­zie­len und dort, wo sie die Ge­win­ne ma­chen, so gut wie kei­ne Steu­ern zah­len, wäh­rend je­der Ar­beit­neh­mer im Rah­men der mo­nat­li­chen Ein­kom­mens­steu­er sei­ne Bei­trä­ge leis­tet “.

Ren­di-Wa­gner for­dert auch Maß­nah­men ge­gen Lohn- und So­zi­al­dum­ping, sie will, dass sich­dieEU­mehrum dieLe­bens­um­stän­de­derMen­schen küm­mert. „Wir brau­chen­ein Eu­rop­a­der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und nicht nur ei­nes der Kon­zer­ne.“Bei der EU-Wahl be­fin­det sich der SPÖ-Spit­zen­kan­di­dat Andre­as Schie­der im Wett­be­werb mit dem wahr­schein­li­chen ÖVP-Spit­zen­kan­di­da­ten Oth­marKa­ra­s­und­de­mFPÖPo­li­ti­ker Ha­ral­dVilims­ky.

Wie will die SPÖ in die­ser Po­si­ti­on agie­ren? „Wir müs­sen­sa­gen, wasSach­e­ist: Eu­ro­pa, wie es jetzt ist, ge­nügt nicht. Eu­ro­pa ist mehr als der Bin­nen­markt, Eu­ro­pa muss ei­ne So­zi­al­uni­on wer­den. Die EU bringt den Ös­ter­rei­chern viel mehr als sie kos­tet. Wir wol­len Eu­ro­pa stär­ken. Rechts­po­pu­lis­ten wol­len Eu­ro­pa zer­stö­ren.“

Na­tür­lichs­ei „nicht al­les in Ord­nun­gin derEU. DiePo­li­tik der Kon­ser­va­ti­ven hat Eu­ro­pa in ei­ne Ver­trau­ens­kri­se ge­führt“, fin­det Ren­di-Wa­gner, die ein­mal mehr ei­nen „Kurs­wech­sel für­mehr­so­zia­le Ab­si­che­rung und we­ni­ger Druck auf Be­schäf­tig­te“ver­langt.

In Lis­s­a­bon wird die SPÖChe­fin am Sams­tag mit dem Vi­ze­prä­si­dent der EU-Kom­mis­si­on, dem Nie­der­län­der Fran­sTim­mer­m­ans, zu­sam­men­tref­fen, der hier als Spit­zen­kan­di­dat für die Eu­ro­pa­Wahl ge­kürt wird.

Da­vor nimmt sie an ei­ner hoch­ran­gi­gen De­bat­te teil. Mit ihr dis­ku­tie­ren über das The­ma „Nach­hal­ti­ges Eu­ro­pa“die Mi­nis­ter­prä­si­den­ten von Spa­ni­en, Por­tu­gal und Mal­ta, Pe­dro Sán­chez, An­tó­nio Cos­ta und Jo­seph Mu­s­cat so­wie Eu­ro­grup­pen­che­fMá­ri­oCen­te­no.

In Lis­s­a­bon wer­den Eu­ro­pas So­zi­al­de­mo­kra­ten auch ei­ne Re­so­lu­ti­on über glo­ba­le Her­aus­for­de­run­gen, wie die „di­gi­ta­le Re­vo­lu­ti­on“, ver­ab­schie­den. Da­zu Ren­di-Wa­gner:„Tech­no­lo­gie­un­dIn­no­va­ti­on soll­ten ei­ne gu­te Nach­richt sein. Wir müs­sen al­les tun, dass Di­gi­ta­li­sie­rung ei­ne Chan­ce ist, und der So­zi­al­staat so­wie das Steu­er­auf­kom­men­ge­si­chert blei­ben“.

Ren­di-Wa­gner plä­diert für mehr Steu­er­ge­rech­tig­keit in der EU

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