„Ein Streik hät­te ka­ta­stro­pha­le Fol­gen“

Ver­lus­te. Vie­le Händ­ler bla­sen aus letz­te­mLoch

Kurier - - Wirtschaft - – TP

Han­dels­de­al scheint so­mit fürs Ers­te il­lu­so­risch.

Die Epi­so­de zeigt, wie sehr die Ver­ei­nig­ten Staa­ten der Welt­wirt­schaft den Ton vor­ge­ben – im Gu­ten wie im Schlech­ten. In den ver­gan­ge­nen­zwei Jah­ren hat­te­die üp­pi­ge US-Steu­er­re­form ei­ne oh­ne­hin in vol­ler Blü­te ste­hen­de Wirt­schaft be­feu­ert, wäh­rend dieNo­ten­bank zeit­gleich­auf­dieB­rem­se­trat. Zu­dem kennt US-Prä­si­dent Do­nald Trump beim Geld­aus­ge­ben kaum Gren­zen. Die USA leis­ten sich mit fast fünf Pro­zen­tDe­fi­zit­das­größ­teLochin den Staats­fi­nan­zen al­ler In­dus­trie­staa­ten. Ei­ne „sehr schrä­ge Po­li­tik“, fin­det Bank­Aus­tria-Chef­öko­nom Stefan Bruck­bau­er. Nach­hal­tig sei das­nicht­und­derAuf­schwung las­se sich so nicht ewi­gamLe­ben er­hal­ten. Die für die USA von­derZins­for­ma­ti­on­signa­li­sier­te Re­zes­si­on (der KURIER be­rich­te­te) er­war­tet er zur Jah­res­mit­te 2020 in „mil­der“ Form, mit zwei leich­ten Mi­nus-Quar­ta­len in Fol­ge. Für Trump­wären­es­schlech­teVor­zei­chen: Er woll­te die Kam­pa­gne zur Wie­der­wahl 2020 auf die boo­men­de Wirt­schaft auf­bau­en. Die gro­ßen US-In­di­zesDo­wJo­ne­sun­dS&P500 ha­ben ih­re Zu­ge­win­ne 2018 in­zwi­schen­ein­ge­büßt. DieLa­ge­bei­denKol­lek­tiv­ver­trags­ver­hand­lun­gen im ös­ter­rei­chi­schen Ein­zel­han­del spitzt sich zu. „Der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del be­fin­det sich in ei­ner aus­ge­spro­chen heik­len Pha­se“, sagt Wolf­gang Rich­ter, Ge­schäfts­füh­rer des Be­ra­tungs­un­ter­neh­mens Re­gi­oPlan. Nimmt man al­le Bran­chen zu­sam­men, wer­de es heu­er beim Um­satz ma­xi­mal ei­ne Ab­de­ckung der In­fla­ti­on ge­ben. Rech­ne man den Le­bens­mit­tel­han­del, der sich in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren gut ent­wi­ckelt ha­be, her­aus, blie­ben für die meis­tenBran­chenVer­lus­te über.

„EinS­treik hät­te­ka­ta­stro­pha­le Aus­wir­kun­gen und wür­de die Me­ta­mor­pho­se Rich­tung On­line-Han­del ver­stär­ken.“Das wür­de den Mit­ar­bei­tern scha­den und könn­te Ar­beits­plät­ze kos­ten. Ein Strei­kimEin­zel­han­dels­ei­un­rea­lis­tisch, die Ge­werk­schaft kön­ne sich aber gro­ßeUn­ter­neh­men her­aus­pi­cken und da­für­sor­gen, dass­dor­tDi­enst nach Vor­schrift ge­macht wer­de, et­wa kei­ne Über­stun­den. „Das­sH&Mo­derRe­weih­reLä­den dicht­ma­chen, ist aber un­vor­stell­bar.“

Für Pe­ter Buch­mül­ler, Chef­ver­hand­ler der Ar­beit­ge­ber, ist es of­fen­sicht­lich, dass es sich auch beim Han­dels-KV um ei­ne Ins­ze­nie­rung der Ge­werk­schaft han­delt: „Ein­zel­ne Be­triebs­rä­te wol­len ab­schlie­ßen, aber sie dür­fen­nicht.“Ei­neLohn­er­hö­hung von drei Pro­zent wer­de er­nicht­ak­zep­tie­ren. DieBran­che ha­be 38.000 Un­ter­neh­men, 38 Pro­zent da­von wür­den kei­ne Ge­win­ne ma­chen. Er hof­fe, dass der nächs­te Ter­min noch vor Weih­nach­ten zu­stan­de kom­me, der­zeit ge­be es aber noch­kei­nen.

Krea­ti­ve­Maß­nah­men

Karl Dürt­scher, Bun­des­ge­schäfts­füh­rer der Ge­werk­schaft GPA-djp, ist si­cher, dass die Pro­test­ak­tio­nen am Sams­tag grei­fen: „Wir wer­den ein paar krea­ti­ve Maß­nah­men set­zen, es gibt Mög­lich­kei­ten, den Han­del zu tref­fen.“Er­ver­mis­se­dieWert­schät­zung, die den Mit­ar­bei­tern zu­ste­he. Die Ge­win­ne im Han­del sei­en nicht so schlecht, wer gu­tes Per­so­nal wol­le, müs­se­da­für be­zah­len.

Er ha­be noch nie er­lebt, dass­man­sichnicht­vor­Weih­nach­ten ge­ei­nigt hat. Dies­mal­sei­auf­grund­derHal­tung der Ar­beit­ge­ber Skep­sis an­ge­bracht, er blei­be aber op­ti­mis­tisch. Die Ge­werk­schaft for­dert für die über 400.000 Han­dels­an­ge­stell­ten ein Ge­halts­plus von 3,5 Pro­zent. Die Ar­beit­ge­ber bie­ten 2,35 bis 2,65 Pro­zent.

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