Smart Dri­ving

Au­to­no­me Fahr­zeu­ge , hier ein Pro­to­typ von Mer­ce­des, sol­len den Stra­ßen­ver­kehr in Zu­kunft flüs­sig und si­cher ma­chen. Au­to­her­stel­ler und In­ter­net­gi­gan­ten ar­bei­ten an neu­en Tech­no­lo­gi­en für Au­tos und In­fra­struk­tur.

KURIER_DIGITAL FUTURE - - EDITORIAL - -DA­VID KO­TRBA

Au­to­nom fah­ren­de Au­tos, in­tel­li­gen­te Ver­kehrs­net­ze

Wenn man über Elek­tro­fahr­zeu­ge hin­aus in die Zu­kunft blickt, wird man er­ken­nen, dass mensch­li­che Fah­rer am Steu­er ein Ablauf­da­tum im re­gu­lä­ren Stra­ßen­ver­kehr ha­ben. An selbst­fah­ren­den Au­tos wird be­reits seit den 1980er-Jah­ren ge­forscht, doch erst in jüngs­ter Zeit er­ahnt man, wel­che Fül­le an Vor­tei­len die­se Fort­be­we­gungs­wei­se mit sich bringt. For­schungs­in­sti­tu­tio­nen und Un­ter­neh­men welt­weit ar­bei­ten dar­an, Fahr­zeu­ge und In­fra­struk­tur für die au­to­no­me Zu­kunft vor­zu­be­rei­ten.

EF­FI­ZI­ENZ STATT STRESS. Ablen­kung am Steu­er ist heu­te ein eder haupt­säch­li­chen Ur­sa­chen für Ver­kehrs­un­fäl­le. Egal ob durch Smart­pho­ne, das Na­vi­ga­ti­ons­ge­rät, Al­ko­hol oder Mü­dig­keit, ab­ge­lenk­te Au­to­fah­rer stel­len ei­ne Ge­fahr für sich und an­de­re dar. Zur leich­ten Ablenk­bar­keit kom­men wei­te­re mensch­li­che Schwä­chen wie sen­so­ri­scheÜb er for­de­rung, ein­ge­schränk­te Re­ak­ti­ons­fä­hig­keit, rück­sichts­lo­ses Ver­hal­ten oder Al­ters be­schwer­den. Ein au­to­no­mes Fahr­zeug ist von all dem nicht be­trof­fen. Sen­so­ren und Bord­com­pu­ter sind stets völ­lig auf das Ver­kehrs ge­sche­hen kon­zen­triert, neh­men al­le Ver­kehrs­teil­neh­me­rin 360- Grad-Rund­um sicht wahr und re­agie­ren blitz­schnell auf sämt­li­che Ve­rän­de­run­gen. Pas­sa­gie­re wer­den von ih­rem Ro­bo­ter­fahr­zeug si­cher und zu­ver­läs­sig be­för­dert. Sie kön­nen sich im Au­to Zeit für all je­ne Din­ge neh­men, die sie als Fah­rer nie­mals ma­chen konn­ten, et­wa mit den Mit­fah­ren­den plau­dern, Mu­sik hö­ren oder auf rie­si­gen Touch­screens im In­ter­net sur­fen. Der Fan­ta­sie sind hier we­nig Gren­zen ge­setzt. Sind die Stra­ßen erst ein­mal von au­to­no­men Fahr­zeu­gen be­völ­kert, soll­ten Staus ein Fremd­wort wer­den. Fahr­zeu­ge kom­mu­ni­zie­ren dann mit­ein­an­der und mit der Stra­ßen­in­fra­struk­tur. An Kreu­zun­gen glei­ten sie an­ein­an­der vor­bei. Ge­fah­ren er­ken­nen sie schon früh und tei­len die­se mit sämt­li­chen an­de­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern in der Um­ge­bung. Ei­nen Füh­rer­schein braucht dann nie­mand mehr. Auch Kin­der oder äl­te­re Men­schen kön­nen mit dem Au­to un­ter­wegs sein. Goog­le zeig­te be­reits An­fang 2014 wie das geht. Ein Vi­deo, das fah­rer­los her­um­dü­sen­de Per­so­nen je­den Al­ters zeig­te, wur­de mit Be­geis­te­rung auf­ge­nom­men.

ALT GE­GEN NEU. Goog­le zählt mit mehr als 2,4 Mil­lio­nen au­to­nom ge­fah­re­nen Ki­lo­me­tern zu den Vor­rei­tern­bei­derEnt­wick­lungs­elbst­fah­ren­der Au­tos. Der On­line-Kon­zern kämpft ge­gen eta­blier­te Au­to­her­stel­ler wie Daim­ler, Au­di oder To­yo­ta um die Tech­no­lo­gie­füh­rer­schaft in dem Be­reich. Selbst will Goog­le aber kei­ne Au­tos pro­du­zie­ren. Erst un­längst wur­de ei­ne Part­ner­schaft mit Fi­at Chrys­ler be­kannt ge­ge­ben. Da­ne­ben ar­bei­ten gro­ße Au­to­zu­lie­fe­rer wie Bosch oder Del­phi an selbst­fah­ren­den Au­tos. Nicht zu­letzt will auch Tes­la sei­ne Au­tos mit auf­se­hen­er­re­gen­den Up­dates im­mer selbst­stän­di­ger ma­chen. Im Ok­to­ber 2015 lie­fer­te Tes­la erst­mals sei­ne Au­to­pi­lot-Soft­ware an sei­ne Mo­del-S-Fahr­zeu­ge aus. Vie­le Kun­den ver­öf­fent­lich­ten Auf­nah­men, auf de­nen sie oh­ne Hän­de am Lenk­rad im re­gu­lä­ren Stra­ßen­ver­kehr un­ter­wegs wa­ren – ein Be­weis, dass der nächs­te Schritt in der au­to­mo­bi­len Evo­lu­ti­on nicht mehr weit ist. Be­reits im Jän­ner 2015 zeig­te Daim­ler sei­nen Mer­ce­des F 015, ein fu­tu­ris­ti­sches Kon­zep­tau­to mit Elek­tro­an­trieb, Flü­gel­tü­ren, Dis­plays und

Ges­ten­steue­rung. Das Lin­zer Ars Elec­tro­ni­ca Fu­ture­lab hat ge­mein­sam mit Daim­ler dar­an ge­tüf­telt, wie das Au­to am bes­ten mit sei­ner Um­welt kom­mu­ni­zie­ren kann. Die Re­sul­ta­te: Licht­si­gna­le, Sprach­aus­ga­be und vor das Au­to pro­ji­zier­te Ze­bra­strei­fen. MIT STRASSEN SPRE­CHEN. Ei­ne not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für die Zu­kunft selbst­fah­ren­der Au­tos ist der In­for­ma­ti­ons­aus­tausch mit an­de­ren Fahr­zeu­gen (V2V) und der Stra­ßen­in­fra­struk­tur (V2I), zu­sam­men­ge­fasst V2X. Auf ei­ner ein­heit­li­chen Fre­quenz sol­len al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer In­for­ma­tio­nen und Warn­hin­wei­se zum Ver­kehrs­ge­sche­hen aus­tau­schen. In Ös­ter­reich wird dar­an in­ten­siv ge­forscht, un­ter an­de­rem bei Kapsch, Sie­mens, Swar­co oder im For­schungs­zen­trum Vir­tu­al Ve­hi­cle. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat es gro­ße Pra­xis­tests ge­ge­ben, un­ter an­de­rem in den USA („Sa­fe­ty­Pi­lot“) und in Ös­ter­reich („Test­feld Tele­ma­tik“). Im Pro­jekt „Eu­ro­pean Cor­ri­dor“wird der­zeit das grenz­über­grei­fen­de Zu­sam­men­wir­ken von V2X er­forscht. Auch hier ist Ös­ter­reich da­bei. So­wohl auf selbst­fah­ren­de Au­tos wie auf lü­cken­lo­se V2XKom­mu­ni­ka­ti­on wird man noch ein we­nig war­ten müs­sen. Tech­no­lo­gi­en schrei­ten schnell vor­an, ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen eher lang­sam. Der Mer­ce­des F 015 (o.) ge­währt ei­nen Blick in die Zu­kunft . Bis er re­gu­lär fah­ren darf, wird es noch dau­ern

Pro­ji­zier­te Ze­bra­strei­fen für Fuß­gän­ger (li.), Up­dates für den Tes­la Mo­del S (Mit­te) und prä­zi­se Ver­kehrs­steue­rung mit­tels V2X (re.)

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