Das Bö­se wird di­gi­tal

Mit dem Fort­schritt der Tech­nik wer­den auch die Ver­bre­chen im In­ter­net im­mer krea­ti­ver und raf­fi­nier­ter.

KURIER_DIGITAL FUTURE - - INHALTSVERZEICHNIS - -YAS­MIN VIHAUS

Die Tricks der Kri­mi­nel­len im Netz und wie man sich schützt

Mit der zu­neh­men­den Ver­net­zung un­se­res All­tags rückt auch die Fra­ge nach der On­line-Si­cher­heit im­mer mehr in den Vor­der­grund. Cy­ber­cri­me ist und bleibt ein dy­na­mi­sches Kri­mi­na­li­tätsphä­no­men, das Er­mitt­lungs­be­hör­den vor stän­dig neue Her­aus­for­de­run­gen stellt. Die größ­te Pro­ble­ma­tik: Be­dro­hun­gen be­ste­hen rund um die Uhr, kom­men aus ver­schie­dens­ten Tei­len der Welt und kön­nen auf­grund von Ver­schlüs­se­lung und An­ony­mi­sie­rung nur schwer zu­rück­ver­folgt wer­den. Um der po­ten­zi­ell lau­ern­den Ge­fahr ent­ge­gen­zu­wir­ken, wur­de im

Jahr 2013 das im Bun­des­kri­mi­nal­amt an­ge­sie­del­te Cy­ber­cri­me-Com­pe­tence-Cen­ter C hoch 4 als na­tio­na­le Zen­tral­stel­le zur Be­kämp­fung von On­li­ne­kri­mi­na­li­tät ein­ge­rich­tet. Ne­ben der Aus­bil­dung von kom­pe­ten­ten Er­mitt­lern spielt vor al­lem Prä­ven­ti­on ei­ne wich­ti­ge Rol­le – der vor­sich­ti­ge­re Um­gang mit Da­ten und das In­stal­lie­ren von An­tiVi­ren-Soft­ware und Soft­ware-Up­dates kann At­ta­cken vor­beu­gen.

SCHWACH­STEL­LE MENSCH. Wäh­rend wir von der hö­he­ren Fle­xi­bi­li­tät und der Ar­beits­er­leich­te­rung durch tech­ni­sche Devices pro­fi­tie­ren, ber­gen neue und in­no­va­ti­ve Tech­no­lo­gi­en im­mer auch neue Ge­fah­ren­po­ten­zia­le. Durch zu­neh­men­de tech­ni­sche Si­cher­heits­maß­nah­men wie Fi­re­walls, Vi­ren­schutz oder Ver­schlüs­se­lung kön­nen vie­le An­grif­fe ab­ge­wehrt wer­den. Ei­ne Schwach­stel­le bleibt je­doch be­ste­hen: der Mensch selbst. Be­ein­flus­sen­de Mails oder Te­le­fon­an­ru­fe füh­ren im­mer wie­der da­zu, dass Per­so­nen sen­si­ble Da­ten oder Pass­wör­ter an An­grei­fer wei­ter­ge­ben. Im Ge­gen­satz zu gut aus­ge­bau­ten tech­ni­schen Schutz­sys­te­men scheint der Mensch re­la­tiv leicht zu „ha­cken“.

– Vor­sicht vor An­walts­schrei­ben An­grif­fe und Be­dro­hun­gen aus dem Netz sind auch in Ös­ter­reich ein ak­tu­el­les The­ma. Ne­ben On­line-Ban­king wer­den For­men der di­gi­ta­len Iden­ti­tät aus­ge­späht, ver­mark­tet und in wei­te­rer Fol­ge miss­bräuch­lich ver­wen­det. Für Pri­vat­per­so­nen ist vor al­lem die Ver­la­ge­rung krea­ti­ver Be­trugs­ma­schen ins In­ter­net pro­ble­ma­tisch. Über gro­ße On­line-Un­ter­neh­men wie Ama­zon brin­gen Be­trü­ger ge­fälsch­te Rech­nun­gen in Um­lauf oder ver­sen­den an­geb­li­che An­walts­kos­ten an un­wis­sen­de Kun­den. Das Ziel bleibt im­mer das glei­che: Das Aus­spä­hen von Kon­to­da­ten oder das Drän­gen zu Geld­über­wei­sun­gen. Für den Lai­en ist es da­bei oft schwie­rig, pro­fes­sio­nell ge­fälsch­te Mails von Ori­gi­na­len zu un­ter­schei­den.

– Ziel­schei­be Un­ter­neh­men Ins­ge­samt blei­ben Un­ter­neh­men wei­ter­hin das größ­te Ziel für An­grif­fe. Im Mit­tel­punkt des In­ter­net-Si­cher­heits­be­richts 2015 steht ei­ne neue

Öko­no­mi­sie­rung der Cy­ber­at­ta­cken. In Ös­ter­reich kam es 2015 zu mehr als ei­nem hal­ben Dut­zend An­grif­fen, bei de­nen der fi­nan­zi­el­le Scha­den im sechs- und sie­ben­stel­li­gen Eu­ro-Be­reich liegt. Ein Bei­spiel für ge­ziel­te An­grif­fe auf Un­ter­neh­men sind so­ge­nann­te Bu­si­ness eMail Com­pro­mi­ses. Der Ablauf ist meist ähn­lich: Ein Un­ter­neh­men er­hält per Mail ei­ne Rech­nung, de­ren Ein­lan­gen von Cy­ber­an­grei­fern aus­ge­späht wird. Ei­ni­ge St­un­den spä­ter folgt ein zwei­tes eMail von ei­ner fast iden­ten Adres­se, mit glei­chem In­halt, aber ge­fälsch­ter Do­main. In der neu­en Mail wird die Än­de­rung des Ziel­kon­tos be­kannt ge­ge­ben und der Emp­fän­ger auf­ge­for­dert, be­sag­ten Be­trag dem Be­trü­ger zu über­wei­sen. Al­lein in den USA kam es auf­grund sol­cher Trans­ak­tio­nen 2013 zu ei­ner Scha­dens­sum­me von 215 Mil­lio­nen US-Dol­lar.

Auf ver­schie­dens­te Ar­ten an­geln Be­trü­ger im Netz nach per­sön­li­chen Da­ten und Zu­gän­gen

Be­quem­lich­keit, wie der Zu­griff auf Da­ten von ver­schie­de­nen Ge­rä­ten, be­deu­tet oft ein hö­he­res Si­cher­heits­ri­si­ko

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