Zah­len mit dem Smart­pho­ne

Ös­ter­rei­chi­sche Ban­ken ent­wi­ckeln rund um mo­bi­les Zah­len und On­line-Ban­king-Apps die in­no­va­ti­ven Kun­den­ser­vices der kom­men­den Jah­re.

KURIER_DIGITAL FUTURE - - INHALTSVERZEICHNIS - MAR­TIN MÜHL

Wie das Han­dy zur di­gi­ta­len Geld­bör­se wird

Das Kun­den­ver­hal­ten hat sich durch die Di­gi­ta­li­sie­rung in den letz­ten Jah­ren ra­di­kal ver­än­dert. Un­se­re Vi­si­on ist, das Le­ben un­se­rer Kun­den mit in­tel­li­gen­ter und mit­wach­sen­der Tech­no­lo­gie zu er­leich­tern und Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen nicht nur ein­fa­cher, schnel­ler und un­kom­pli­zier­ter zu­ma­chen, son­dern ih­nen gleich­zei­tig Per­sön­lich­keit zu ver­lei­hen.“So fasst Ers­te-Bank-Vor­stand Tho­mas Schauf­ler die Auf­ga­be zu­sam­men, vor der­die­hei­mi­schenBan­ken­ste­hen.Die Ant­wort der Spar­kas­sen be­steht da­bei aus zwei Tei­len, die im Ide­al­fall zu­sam­men­ge­hö­ren. Zum ei­nen bie­ten im­mer mehr Ban­ken ih­ren Kun­den mo­bi­les Zah­len auf dem Smart­pho­ne an, zum an­de­ren wer­den kon­takt­lo­se Trans­ak­tio­nen mit NFC er­mög­licht. Die mo­der­ne Tech­no­lo­gie setzt auf die SIM-Kar­ten der Han­dys, die wie die Chips von Bank­kar­ten funk­tio­nie­ren und mit der NFC-Funk­ti­on er­wei­tert wer­den.

AN­GE­BO­TE DER BAN­KEN. Ne­ben der Ers­te Bank bie­ten auch an­de­re Ban­ken ih­ren Kun­den be­reits die Ban­ko­mat­kar­te Mo­bil. Bei der Ba­wag P.S.K nennt sich die­ses Ser­vice Kon­to­kar­te MO­BIL – ei­ne vir­tu­el­le Kon­to­kar­te, die ver­schlüs­selt auf der SIM-Kar­te des Smart­pho­nes ge­spei­chert ist. Mit der imGoo­glePlay­S­to reg ra­tis­erh ält­li­chen BA­WAG P.S.K. Smar­tPay App kön­nen Kun­den mit ih­rem An­dro­id Smart­pho­ne ana­log zur phy­si­schen NFCKon­to­kar­te durch blo­ßes Hin­hal­ten ih­res Smart­pho­nes an NFC-fä­hi­gen Han­dels­kas­sen be­zah­len. Und das welt­weit. Pe­ter St­ein­bau­er, Lei­ter der Ab­tei­lung „Zah­lungs­ver­kehr Re­tail“der BA­WAG P.S.K., über die Er­fah­run­gen sei­ner Bank mit dem neu­en Ser­vice: „Un­se­re neue Han­dy-Be­zahl­funk­ti­on via Kon­to­kar­te MO­BIL in un­se­rer Smar­tPay App ist seit zwei Mo­na­ten am Markt und wird von un­se­ren Kun­den sehr gut und sehr ger­ne an­ge­nom­men. Wir ar­bei­ten lau­fend dar­an, die ,Cust­o­m­er Expe­ri­ence‘ und Con­ve­ni­ence der Kon­to­kar­te MO­BIL zu op­ti­mie­ren, da­mit das Zah­len via Han­dy bald flä­chen­de­cken­de Kun­den­ak­zep­tanz er­hält.“Auch Bar­ba­ra Lie­bich-St­ei­ner, Lei­te­rin eBu­si­ness und Sel­fSer­vices der Bank Aus­tria, be­stä­tigt das In­ter­es­se von­sei­ten der Kun­den: „Grund­sätz­lich se­hen wir bei un­se­ren Kun­den ein gro­ßes In­ter­es­se am Zah­len mit dem Smart­pho­ne. Aus ei­ner Um­fra­ge über un­ser Kun­den­fo­rum geht her­vor, dass je­der drit­te Kun­de sehr wahr­schein­lich bzw. wahr­schein­lich mit dem Smart­pho­ne be­zah­len möch­te.“Die Bank Aus­tria bie­tet al­len An­dro­id-Nut­zern, de­ren SIM-Kar­te NFC­fä­hig ist, in ih­rer Mo­bi­le Ban­king App die Mög­lich­keit, mit­tels Ban­kCard Mo­bil vor Ort kon­takt­los zu be­zah­len. Für Be­zah­lun­gen im In­ter­net ver­wen­det die Ban­kCard Mo­bil den Ma­e­s­tro Se­cu­reCo­de. Mit der Ban­kCard Mo­bil nut­zen Bank Aus­tria-Kun­den au­ßer­dem au­to­ma­tisch das Cas­hBack-Ser­vice der Bank Aus­tria. Die mehr als 50.000 kon­takt­lo­sen Zahl­ter­mi­nals in Ös­ter­reich kön­nen auch schon Kun­den der Ober­bank nut­zen. Die­se bie­tet ei­ne Ban­ko­mat­kar­te Mo­bil App, mit der Kun­den mit dem Smart­pho­ne statt mit der Ban­ko­mat­kar­te be­zah­len kön­nen. Bei al­len An­bie­tern gilt, dass für die kon­takt­lo­se Ban­ko­mat­kar­te am Han­dy die glei­chen

stren­gen Si­cher­heits­stan­dards ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen wie für her­kömm­li­che NFC-Ban­ko­mat­kar­ten. Die Ban­ko­mat­kar­te Mo­bil ist ei­ne vir­tu­el­le, voll­wer­ti­ge, si­che­re Ban­ko­mat­kar­te mit Kon­takt­los-Funk­ti­on, ge­spei­chert auf der SIM-Kar­te des Smart­pho­nes.

DIE GAN­ZE GELD­BÖR­SE IN DER APP. Dar­über hin­aus ent­wi­ckeln die Ban­ken mo­bi­le Ban­king-Ser­vices, die den Kun­den ein in­tui­ti­ve­res und in­di­vi­du­el­le­res Fi­nan­z­er­leb­nis bie­ten sol­len als die bis­he­ri­gen Por­ta­le. Be­son­ders um­fang­reich ist et­wa Ge­or­ge von der Ers­te Bank. Das Por­tal und die App wur­den grund­le­gend neu ge­stal­tet und mit den Kun­den neu ent­wi­ckelt. Dar­in in­klu­diert sind nicht nur On­line-Ban­king-Ser­vices, wie Über­wei­sun­gen, son­dern un­ter an­de­rem auch die Kon­trol­le über die ei­ge­nen Bank­kar­ten, ein di­rek­ter Kon­takt zum Ter­min­ka­len­der des Be­treu­ers oder ein Plug-in Sto­re, mit dem man das ei­ge­ne Ban­king in­di­vi­du­ell um spe­zi­el­le Funk­tio­nen er­wei­tern kann. „Wir rich­ten uns hier nach dem Ver­hal­ten und den Wün­schen un­se­rer Kun­den und ent­wi­ckeln der­zeit auch neue Ser­vices, die den Kun­den­nut­zen er­hö­hen“, er­klärt Tho­mas Schauf­ler. „Zu die­sen Ser­vices wer­den da­ten­ba­sier­te An­wen­dun­gen ge­hö­ren, die Kun­den Vor­schlä­ge auf Ba­sis ih­res Aus­ga­ben­ver­hal­tens ma­chen – Stich­wort Bud­get­pla­nung.“Ge­or­ge wird zum per­sön­li­chen Fi­nan­z­as­sis­ten­ten, der das Geld­le­ben über­sicht­li­cher macht. Schauf­ler be­tont da­bei die Da­ten­si­cher­heit der Ban­ken, die Da­ten in ei­nem Zwie­bel­sys­tem ab­si­chern und die­se – im Ge­gen­satz zu an­de­ren An­bie­tern aus Über­see – nie­mals an Drit­te ver­kau­fen wür­den.

SER­VICES UND FUNK­TIO­NEN . Auch die Ober­bank setzt auf ein ein­heit­li­ches di­gi­ta­les On­li­ne­ban­king-Er­leb­nis über al­le Platt­for­men hin­weg und bie­tet ne­ben mög­lichst ein­fa­chen Über­wei­sun­gen, Über­blick über die Kon­ten, Kar­ten und De­pots, auch Fi­nanz-News di­rekt auf das Han­dy. Die eBan­king App der Ba­wag P.S.K ver­eint eben­so meh­re­re Funk­tio­nen. Da­zu ge­hö­ren Kon­to­kar­ten-Ad­mi­nis­tra­ti­on, ein kur­zer Blick auf den Kon­to­stand oder die Mög­lich­keit, mit­tels Smar­tCash-Funk­ti­on schnell und ein­fach Be­trä­ge bis zu 400 Eu­ro bei ei­nem Geld­aus­ga­be­au­to­ma­ten der Ba­wag P.S.K. zu be­he­ben. Mit Scan&Trans­fer gibt es hier die Mög­lich­keit, IBANs un­ter­wegs bei Über­wei­sun­gen nicht müh­sam ab­zu­tip­pen, son­dern die­se ein­zu­scan­nen. Mar­cus Ka­pun, Lei­ter des Be­rei­ches „Di­gi­tal Ban­king“der BA­WAG P.S.K. über den Er­folg die­ses Ser­vices: „Scan&Trans­fer er­mög­licht es, Über­wei­sungs­auf­trä­ge noch ra­scher als bis­her zu er­le­di­gen. Ein­fach die Zahl­schein­da­ten ein­scan­nen und den Auf­trag an­schlie­ßend frei­ge­ben. Wei­ters kön­nen im In­lands- und SEPA-Über­wei­sungs­for­mu­lar vor­ge­druck­te IBANs mit­tels der IBANS­can­funk­ti­on er­fasst (über­nom­men) wer­den. Und zu­letzt bie­tet der QR-Scan­ner die Mög­lich­keit, die in ei­nem QR-Co­de ent­hal­te­nen Zah­lungs­da­ten in das Über­wei­sungs­for­mu­lar zu über­neh­men.“Die Mo­bi­le Ban­king App der Bank Aus­tria setzt wie der Mit­be­werb auf Si­cher­heit und vie­le Funk­tio­nen. Da­zu ge­hö­ren et­wa die Mög­lich­keit, den ei­ge­nen IBAN für Über­wei­sun­gen mit Kon­tak­ten zu tei­len, ein Wid­get für den Fi­n­anz­über­blick und ei­nen QR-Co­deS­can­ner für das schnel­le Zah­len via Co­de. Die EL­BA-App von Raiff­ei­sen bie­tet un­ter an­de­rem um­fang­rei­che Bör­sen­in­for­ma­tio­nen, Mög­lich­kei­ten rasch Ein- und Aus­zah­lun­gen beim On­line-Spa­ren zu tä­ti­gen, oder Si­cher­heits­funk­tio­nen wie das Geo Con­trol zu steu­ern.

KEIN DA­TEN-VER­KAUF AN DRIT­TE. Für ein in­tel­li­gen­tes On­line-Ban­king braucht es aber ne­ben ein­wand­frei­er Usa­bi­li­ty auch höchs­te Si­cher­heit. Im Ge­gen­satz zu den gro­ßen An­bie­tern wie App­le, Goog­le oder Ama­zon, stel­len hie­si­ge Ban­ken ih­re Da­ten nie­mals Drit­ten zur Ver­fü­gung, son­dern wer­den nur für den Kun­den selbst auf­be­rei­tet.Tho­mas S ch aufl er­fasst dies so zu­sam­men: „Wir kön­nen Mehr­wert ge­ne­rie­ren, in­dem wir Kun­den ihr ei­ge­nes fi­nan­zi­el­les Ver­hal­ten trans­pa­rent ma­chen. Es ist mein An­spruch, die In­for­ma­tio­nen für die Kun­den so ein­fach und in­tel­li­gent wie mög­lich auf­zu­be­rei­ten. Wir ge­ben ih­nen so­mit die Da­ten für ihr fi­nan­zi­el­les Le­ben in struk­tu­rier­ter Form wie­der zu­rück. Das ist auch ge­nau das, was ei­ne Bank von den Googles die­ser Welt un­ter­schei­det.“-

Al­les­kön­ner Smart­pho­ne: Neue Ser­vices ori­en­tie­ren sich an den Be­dürf­nis­sen der Kun­den und stel­len Usa­bi­li­ty in den Vor­der­grund

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