„Ich woll­te wie­der sport­li­cher Pa­pa sein“

KURIER_FITMACHER - - Vorbildlich - – UWE MAUCH

Es war ein­mal ei­ne kur­ze Zwi­schen­zeit in sei­nem Le­ben, da woll­te sich der An­ge­stell­te der Ver­ein­ten Na­tio­nen nach ge­ta­ner Abend vor al­lem der Kul­tur und der Kunst hin­ge­ben. Er ging ger­ne ins Thea­ter, sah ger­ne gu­te Ki­no­fil­me, misch­te sich öf­ters un­ters Kon­zert- und Par­ty­volk. So weit, so fein. Doch das schö­ne Le­ben in der Kul­tur- und Kunst­sze­ne ist oft ver­bun­den mit leib­li­chen Ge­nüs­sen, Rauch, Al­ko­hol und we­nig Be­we­gung.

„SO GEHT’S NED WEI­TER“. Um ehr­lich zu sein: Nor­bert Aschen­bren­ner war nie blad. Er trank auch bei und nach Kon­zer­ten nie über den Durst und er rauch­te nach Pro­ben mit sei­ner Ama­teur-Schau­spie­ler­trup­pe mehr aus pu­rem Ge­nuss denn aus ar­ger Sucht. Auf­grund sei­ner Kör­per­grö­ße konn­te man in ihm so­gar ei­nen „Zwirn­bla­den“se­hen, zu­min­dest, wenn er an­ge­zo­gen war.

Doch wenn er es sich aus­su­chen konn­te, ging er nicht zu Fuß, son­dern stieg auf sein Mo­tor­radl oder in sei­ne knat­tern­de 2CV-En­te. Ei­ner hat ihn da­her durch­schaut: sein Sohn Se­bi (20), heu­te ei­ner der auf­stre­ben­den Tri­ath­le­ten des Lan­des. Es dau­er­te nicht lan­ge, da nahm er sich den Va­ter zur Brust. Von Mann zu Mann so­zu­sa­gen, mit erns­ten Wor­ten: „Pa­pa, so geht’s ned wei­ter! Ich will mei­nen sport­li­chen Va­ter zu­rück.“

Die ers­ten Ki­lo­me­ter in Lauf­schu­hen, auf dem Renn­rad und im Schwimm­be­cken ta­ten dem Herrn Pa­pa noch or­dent­lich weh. Doch mit je­dem wei­te­ren Ki­lo­me­ter spür­te Nor­bert Aschen­bren­ner we­ni­ger Wi­der­stand in sich. Und er ge­lang­te in ei­ne bis heu­te an­hal­ten­de Spaß­pha­se. Er be­stritt wie­der Halb­ma­ra­thons, un­zäh­li­ge Ma­ra­thons und auch Tri­ath­lons. Er ging in die Ber­ge, er ging boul­dern, er fuhr mit sei­nem Hoch­rad und schwe­rem Ruck­sack den Do­nau­rad­weg von Pas­sau nach Wien.

BE­SUCH FÜR DIE OH­REN. Wer­den Vor­zei­ge­ath­le­ten der Wie­ner UNO-Ci­ty heu­te tref­fen möch­te, kann das wei­ter­hin im Thea­ter tun (zu­letzt spiel­te er in ei­ner Kin­der­thea­ter­pro­duk­ti­on in Gän­sern­dorf), eben­so trifft man ihn im Do­nau­park oder auf der Do­nau­in­sel beim Trai­nie­ren / Gym­nas­ti­zie­ren oder in ei­ner Wie­ner Klet­ter­hal­le.Was bei Aschen­bren­ner auf­fällt: Der er­zählt nicht von ei­nem Flow, den er selbst nie er­lebt hat. Wenn er Sport be­treibt, egal ob wan­dern, klet­tern, Ski fah­ren, Rad fah­ren, lä­chelt er so breit, dass die Oh­ren von sei­nem Mund per­ma­nent Be­such be­kom­men.

Und weil Kin­der be­kannt­lich mit­be­kom­men, wenn El­tern Din­ge aus Lei­den­schaft tun und nicht, weil es ih­nen ir­gend­wer drin­gend emp­foh­len hat, hat sich auch Toch­ter Fio­na (18) in der Zwi­schen­zeit dem Sport ver­schrie­ben. Stolz er­zählt der Pa­pa, dass sie über 1500 und 3000 Me­ter zu den Nach­wuchs­hoff­nun­gen des Lan­des zählt. Die Zwi­schen­zeit vor sei­nem Sport-Come­back möch­te Nor­bert Aschen bren­ner üb­ri­gens nicht mis­sen: „Al­les zu sei­ner Zeit. Ich ha­be auch da­mals wich­ti­ge Er­fah­run­gen ge­macht. Schön, dass sich heu­te Sport und Kul­tur gut ver­ein­ba­ren las­sen.“

Wenn der Berg ruft – Nor­bert Aschen­bren­ner klet­tert und wan­dert auchre­gel­mä­ßig

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.