Gott und dem Staat muss man ge­hor­chen

Aus­zü­ge aus ei­nem St­un­den­bild Jo­hann Ignaz von Fel­bi­gers für den Schul­all­tag

KURIER_MARIA THERESIA - - Die Landesmutter -

„Es wä­re sehr nütz­lich, wenn al­le Schul­leu­te dies Stück je­den Mo­nat mit den Kin­dern durch­gin­gen, wie wir es wirk­lich ei­ni­ge Schul­leu­te ha­ben tun se­hen. Es sind die ers­ten­sie­benVer­se­des­drei­zehn­tenKa­pi­tels­aus­de­mB­rie­fe an die Rö­mer. Wir set­zen vor­aus, die Schü­ler ha­ben die da­selbst be­find­li­chen Wor­te aus­wen­dig ge­lernt, und man wol­le un­ter­su­chen, ob sie den Sinn die­ser Wor­te ver­ste­hen, und ih­nen man­ches zur Er­läu­te­rung bei­brin­gen. Wer soll der Ob­rig­keit­li­chen Ge­walt un­ter­tä­nig sein? Je­de See­le oder je­der­mann. War­um muß je­der­mann der Ob­rig­keit un­ter­tan sein? Es ist kei­ne Ge­walt als von Gott. Wo­her kommt die Ge­walt, wel­che Ob­rig­kei­ten ha­ben? Von Gott kommt die Ge­walt. Was ist von Gott ver­ord­net? Al­les, was Ge­walt hat. Was­tut­der, wel­cher­derOb­rig­keit­wi­der­strebt? Wer­derOb­rig­keit­wi­der­strebt, wi­der­strebt­derA­n­ord­nun­gGot­tes. Was ge­schieht de­nen, die der Ob­rig­keit wi­der­stre­ben? Sie wer­den sich selbst die Ver­damm­nis er­wer­ben. Wer muß die fürch­ten, wel­che das Re­gi­ment ha­ben? Nicht die, wel­che gu­te, son­dern die, wel­che bö­se Wer­ke tun, müs­sen sich fürch­ten. Wo­vor müs­sen sich die, wel­che Bö­ses tun, fürch­ten? Vor de­nen, die das Re­gi­ment füh­ren.

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